Monthly Archives : März 2017

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Latha là math! Ciamar a tha sibh?

„If you are lucky enough to be Irish, then you are lucky enough”

Mein Name ist Olesya und ich bin die neue Praktikantin bei der Sprachenfabrik!

Eigentlich wäre es logischer, diesen Blog auf Russisch anzufangen, da Russisch meine Muttersprache ist. Aber ich entschied mich für Englisch und Gälisch und es hat einen Grund – ich möchte Euch heute über eine ganz besondere Reise meines Lebens erzählen.

Im Januar 2015 bin ich im Rahmen des ERAMUS-Programms nach Irland geflogen, um dort ein Semester lang zu studieren. Ich muss ehrlich sagen, ich wusste weder etwas über dieses Land noch über seine Kultur und Traditionen. Mir war nur bewusst, dass diese kleine Insel sehr grün ist, es dort sehr viel regnet und ich dort definitiv mehr Schafe sehen werde als Menschen.

In diesen vier Monaten habe ich natürlich nicht nur studiert, sondern sind bin auch durch das Land gereist, um diese wunderschöne einzigartige Insel besser kennenzulernen. Eine der bedeutendsten Reisen war natürlich meine Reise nach Dublin.

Das zweite Mal habe ich die Hauptstadt Mitte März besucht und ich konnte meinen Augen nicht trauen: Alle Hauptstraßen, alle Sehenswürdigkeiten der Stadt und Kanäle leuchteten in der irischen Nationalfarbe, überall hingen irische Flaggen und sogar die Menschen hatten grüne Perücken und grüne Kleidung an und es waren hunderttausende Besucher in der Stadt. Es war ein ganz besonderer Tag – der 17. März – der Nationalfeiertag der Iren, oder Lá Fhéile Pádraig. Die Iren nennen diesen Tag liebevoll Paddy’s Day, die ganze Welt kennt ihn unter dem Namen St. Patrick‘s Day. Vielen ist dieser Tag bekannt, da er mittlerweile weltweit gefeiert wird. Aber nur wenige wissen, wer dieser St. Patrick ist und was ursprünglich der Zweck des Festes ist.

St. Patrick gilt als erster christlicher Missionar und Nationalheiliger Irlands. Der heilige Patrick kam vermutlich zwischen 389 und 415 als Maewyn Succat, Sohn des wohlhabenden Priesters und Gutsbesitzers im heutigen Wales, zur Welt. Im Alter von 16 Jahren wurde er gefangengenommen, nach Irland verschleppt und dort verkauft. Nach sechs Jahren Sklavenzeit in Irland, in der er auch die irische Sprache gelernt hatte, konnte er zurück nach England fliehen. Der Legende zufolge hatte er im Traum von einem Schiff erfahren und lief zuerst mehr als 200 Kilometer zu Fuß, um es zu finden. Das Schiff brachte ihn nach Frankreich, wo er Theologie studierte und sich fortan Patricius nannte. Einige Jahre später kehrte er zu seinen Eltern nach England zurück. Eines Nachts hörte er in seinem Traum Stimmen, die ihn baten, als christlicher Missionar zurück nach Irland zu kommen.

So folgte er diesem Ruf und bekehrte Tausende von Menschen zum Christentum. Er gründete zahlreiche Klöster, Schulen und Kirchen im ganzen Land und übte seine Missionstätigkeit bis zu seinem Tode aus. Am 17. März 461 oder 493 soll er in Armagh gestorben sein.

So feiert man den Ehrentag des heiligen Patricks am 17. März auf der ganzen Insel. In den meisten größeren Städten Irlands feiert man ihn mit einer bunten Parade. Allerdings fand die erste St. Patrick‘s Day Parade im Jahr 1737 überhaupt nicht in Irland statt – sondern im amerikanischen Boston. Die Parade durch Dublin ist erst im Jahr 1970 zur Tradition geworden. Wenn man in Dublin ist, bekommt man schnell das Gefühl, als ginge es dabei ausschließlich um das Betrinken. Das mag bei feierlustigen Touristen und jungen Iren der Fall sein. In den ländlichen Gegenden wird St. Patrick‘s Day eher ruhiger gefeiert. Man beginnt der Tag mit dem Gang zur Messe und verbringt ihn beim leckeren Essen und ein paar Pints Beer oder Bulmers (Cider) im Familienkreise. Auch wenn der 17. März in die Fastenzeit fällt, ist den Iren an diesem Tag eine Fastenpause erlaubt, und das wird natürlich sehr gerne genutzt!

An diesem Feiertag wird nicht nur die ohnehin grüne Insel noch ein bisschen grüner, sondern auch 72 Wahrzeichen, Museen und irische Pubs in 29 Ländern strahlen an diesem Tag in grünem Licht.

Darum lasst uns heute alle ein bisschen „irisch“ sein, uns eine Fastenpause erlauben und das Leben so genießen, wie es diese tollen Menschen mit den großen grünen Herzen machen!

In diesem Sinne, happy St. Paddy’s Day und May Irish angels rest their wings right beside your door.