Kulturelles

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Mein Lieblings(kinder)buch wird 70 Jahre alt – Wir Kinder aus Bullerbü

70 Jahre heile Welt

„Literatur ist Unsterblichkeit der Sprache“ – dieses Zitat des deutschen Kulturphilosophen Friedrich Schlegel ist die perfekte Einleitung für meinen ersten Blogbeitrag überhaupt.

Zum einen liefert Schlegel damit die Antwort auf die Frage, wieso ein Mensch Linguistik und Philosophie studieren sollte – und ich, Marie, die neue Praktikantin bei der Sprachenfabrik, bin einer dieser Menschen, die sich ein derartiges Studium ausgesucht haben.

Zum anderen erklärt Schlegel damit den Anlass meines Beitrags: Mein Lieblings(kinder)buch wird siebzig Jahre alt. Wenn die Literatur tatsächlich für die „Unsterblichkeit der Sprache“ steht, ist dieser Text also für die Sprachenfabrik (fast) überlebenswichtig. „Wir Kinder aus Bullerbü“ – das sind Lisa, die siebenjährige Erzählerin der Geschichte, und die anderen Kinder vom Mittel-, Nord- und Südhof. Wem das noch nichts sagt, dem hilft vielleicht ein Bullerbü-Ohrwurm: „Es muss die beste Fleischwurst sein an diesem schönen Tag, so herzhaft und so extrafein, wie jeder sie gern mag…“ Dem, der hier immer noch nicht einsteigen kann, ist wohlmöglich eines der größten Meisterwerke einer der berühmtesten Kinderbuchautoren aller Zeiten mit einer Gesamtauflage von etwa 160 Millionen Büchern entgangen. Und erraten? Nein? Astrid Lindgren!

Astrid Anna Emilia Lindgren (wie sie mit vollem Namen heißt) wäre dieses Jahr 110 Jahre alt geworden. Wenn man sie nicht durch das Buch „Wir Kinder aus Bullerbü“ kennt, dann durch ihre berühmten Figuren Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Karlsson vom Dach, oder oder oder… Laut ihrer Freundin und Biografin Margareta Strömstedt hat Lindgrens Inspiration für die vielen Bücher zwei Hauptursachen. Und zwar die glückliche Kindheit in Vimmerby (dort liegt auch die Schule der Kinder aus Bullerbü) und ihr erstgeborener Sohn Lars. Das Erstere dürfte wohl für sich sprechen, aber das letztere muss ich erklären. Es ging Lindgren nicht darum, sich auszumalen, welche Bücher ihrem Sohn wohl am meisten gefallen. Vielmehr war es der verzweifelte Versuch sich vorzustellen, wie es ihrem, unehelich geborenen und deshalb in den ersten Jahren seines Lebens in einer Pflegefamilie untergebrachten Sohn wohl erging. Zu Bullerbü hat sie selbst einmal erzählt, dass viele Elemente aus der Geschichte ihrer eigenen Kindheit entsprechen: das Leben auf einem Hof, die vielen Tiere und netten Menschen. Wie in der Geschichte gab es auch in Lindgrens echtem Leben etwa einen Großvater, zu dem man die Treppe ins Obergeschoss aufsteigen musste, und ein kleines Lamm, das von ihrer Mutter nicht ernährt werden konnte und von Hand aufgezogen wurde. Die Geschichten von Pippi Langstrumpf hat sich Astrid Lindgren hingegen zum Einschlafen für ihre Tochter Karin ausgedacht. Übrigens: Als Lindgren Pippis Geschichte an ihren Verlag geschickt hat, bat sie darum, davon abzusehen, das Jugendamt zu benachrichtigen.

Wer die heile Welt der Astrid Lindgren noch besser kennenlernen möchte, kann sich Bullerbü auch direkt vor Ort anschauen. Zwar ist der Name des Ortes fiktiv, aber es gab eine nicht-fiktive Vorlage: Sevedstorp in Schweden, wo die drei Höfe seit damals unverändert stehen.

Die Geschichten aus Bullerbü sind zwar erst 70 Jahre alt, aber mit Sicherheit werden sie für mich und für viele vorherige und nachfolgende Generationen „unsterblich“ bleiben.

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Bildquelle: https://pixabay.com/de/bullerb%C3%BC-sevedstorp-schweden-900919/

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Latha là math! Ciamar a tha sibh?

„If you are lucky enough to be Irish, then you are lucky enough”

Mein Name ist Olesya und ich bin die neue Praktikantin bei der Sprachenfabrik!

Eigentlich wäre es logischer, diesen Blog auf Russisch anzufangen, da Russisch meine Muttersprache ist. Aber ich entschied mich für Englisch und Gälisch und es hat einen Grund – ich möchte Euch heute über eine ganz besondere Reise meines Lebens erzählen.

Im Januar 2015 bin ich im Rahmen des ERAMUS-Programms nach Irland geflogen, um dort ein Semester lang zu studieren. Ich muss ehrlich sagen, ich wusste weder etwas über dieses Land noch über seine Kultur und Traditionen. Mir war nur bewusst, dass diese kleine Insel sehr grün ist, es dort sehr viel regnet und ich dort definitiv mehr Schafe sehen werde als Menschen.

In diesen vier Monaten habe ich natürlich nicht nur studiert, sondern sind bin auch durch das Land gereist, um diese wunderschöne einzigartige Insel besser kennenzulernen. Eine der bedeutendsten Reisen war natürlich meine Reise nach Dublin.

Das zweite Mal habe ich die Hauptstadt Mitte März besucht und ich konnte meinen Augen nicht trauen: Alle Hauptstraßen, alle Sehenswürdigkeiten der Stadt und Kanäle leuchteten in der irischen Nationalfarbe, überall hingen irische Flaggen und sogar die Menschen hatten grüne Perücken und grüne Kleidung an und es waren hunderttausende Besucher in der Stadt. Es war ein ganz besonderer Tag – der 17. März – der Nationalfeiertag der Iren, oder Lá Fhéile Pádraig. Die Iren nennen diesen Tag liebevoll Paddy’s Day, die ganze Welt kennt ihn unter dem Namen St. Patrick‘s Day. Vielen ist dieser Tag bekannt, da er mittlerweile weltweit gefeiert wird. Aber nur wenige wissen, wer dieser St. Patrick ist und was ursprünglich der Zweck des Festes ist.

St. Patrick gilt als erster christlicher Missionar und Nationalheiliger Irlands. Der heilige Patrick kam vermutlich zwischen 389 und 415 als Maewyn Succat, Sohn des wohlhabenden Priesters und Gutsbesitzers im heutigen Wales, zur Welt. Im Alter von 16 Jahren wurde er gefangengenommen, nach Irland verschleppt und dort verkauft. Nach sechs Jahren Sklavenzeit in Irland, in der er auch die irische Sprache gelernt hatte, konnte er zurück nach England fliehen. Der Legende zufolge hatte er im Traum von einem Schiff erfahren und lief zuerst mehr als 200 Kilometer zu Fuß, um es zu finden. Das Schiff brachte ihn nach Frankreich, wo er Theologie studierte und sich fortan Patricius nannte. Einige Jahre später kehrte er zu seinen Eltern nach England zurück. Eines Nachts hörte er in seinem Traum Stimmen, die ihn baten, als christlicher Missionar zurück nach Irland zu kommen.

So folgte er diesem Ruf und bekehrte Tausende von Menschen zum Christentum. Er gründete zahlreiche Klöster, Schulen und Kirchen im ganzen Land und übte seine Missionstätigkeit bis zu seinem Tode aus. Am 17. März 461 oder 493 soll er in Armagh gestorben sein.

So feiert man den Ehrentag des heiligen Patricks am 17. März auf der ganzen Insel. In den meisten größeren Städten Irlands feiert man ihn mit einer bunten Parade. Allerdings fand die erste St. Patrick‘s Day Parade im Jahr 1737 überhaupt nicht in Irland statt – sondern im amerikanischen Boston. Die Parade durch Dublin ist erst im Jahr 1970 zur Tradition geworden. Wenn man in Dublin ist, bekommt man schnell das Gefühl, als ginge es dabei ausschließlich um das Betrinken. Das mag bei feierlustigen Touristen und jungen Iren der Fall sein. In den ländlichen Gegenden wird St. Patrick‘s Day eher ruhiger gefeiert. Man beginnt der Tag mit dem Gang zur Messe und verbringt ihn beim leckeren Essen und ein paar Pints Beer oder Bulmers (Cider) im Familienkreise. Auch wenn der 17. März in die Fastenzeit fällt, ist den Iren an diesem Tag eine Fastenpause erlaubt, und das wird natürlich sehr gerne genutzt!

An diesem Feiertag wird nicht nur die ohnehin grüne Insel noch ein bisschen grüner, sondern auch 72 Wahrzeichen, Museen und irische Pubs in 29 Ländern strahlen an diesem Tag in grünem Licht.

Darum lasst uns heute alle ein bisschen „irisch“ sein, uns eine Fastenpause erlauben und das Leben so genießen, wie es diese tollen Menschen mit den großen grünen Herzen machen!

In diesem Sinne, happy St. Paddy’s Day und May Irish angels rest their wings right beside your door.

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Welttag der Muttersprache

Wissen Sie was der Hesse mit „Wutzeschnuppe“ meint? Oder was sich hinter dem pfälzischen „haihupser“ versteckt? Was meint der Nordfriese wohl, wenn etwas „heskebes“ passiert? Sehr wahrscheinlich liegt es daran, dass Sie nicht aus diesen Teilen Deutschlands stammen und diesen Dialekten daher nicht mächtig sind. Oder aber die Sprache ist vor dem Aussterben bedroht, wie bspw. das Nordfriesische.

Von den weltweit derzeit ca. 6.000 gesprochenen Sprachen, sind etwa 2.500 vom Aussterben bedroht. Da es immer weniger Menschen gibt, die diese Sprache noch sprechen und somit weiter geben können. In manchen Fällen sind Sprachen erst gar nicht erfasst – meist solche mit oft weniger als hundert Sprechern.

Auf der Website der UNESCO ist eine interaktive Karte zu finden, der „Atlas of the World Languages in Danger“. Darauf werden die Sprachen in Kategorien von „gefährdet“ bis „ausgestorben“ eingeteilt und man findet Informationen zu Sprecherzahl und Gebiet.

http://www.unesco.org/languages-atlas/en/atlasmap.html

Ein Bewusstsein für das Verschwinden vieler Sprachen zu schaffen, ist einer der Gründe, warum am 21. Februar der internationale Tag der Muttersprache gefeiert wird. Der Aktionstag soll nicht nur darauf aufmerksam machen, dass Sprachen, auch in unserem Umkreis, nicht mehr gesprochen werden, sondern auch, dass unsere jeweilige Sprache das ist, was verschiedene Menschen einer Gruppe eint und zu einer Gemeinschaft formt.

Im Jahr 2000 wurde dieser Feiertag von den Vereinten Nationen auf Vorschlag der UNESCO eingeführt. Er dient der Erinnerung und Würdigung des Kulturguts Sprache.

Anlass war eine Demonstration in der Hauptstadt Dhaka des damaligen Ost-Pakistan gegen die Einführung der Amtssprache Urdu am 21. Februar 1952. Urdu wurde nur von ca. 3 Prozent gesprochen – von der regierenden Schicht der Gesellschaft sowie von Muslimen, die für die Gründung des Staates Pakistan waren. Der Großteil der Bevölkerung (mehr als 56 Prozent) Ost- und Westpakistans sprachen Bengali als Muttersprache. Der Bürgerkrieg, der neun Monate andauerte, endete 1971 mit der Erklärung der Unabhängigkeit Ost- Pakistans. Die Landessprache in dem neuen Staat Bangladesch war seit dem Bengali.

Auch in diesem Jahr finden zu diesem Tag in vielen Städten Deutschlands spannende Veranstaltungen statt: Schnuppersprachkurse, Lesungen, Theater, Filme, Gesang, Kulinarisches…

Auch wir in der Sprachenfabrik lassen ab und an unsere jeweiligen Muttersprachen aufleben: Paulina kredenzt uns knackige polnische Begriffe, Martins und Verdiana bringen sich gegenseitig lettische und italienische Ausdrücke bei, während Johanna ihren fränkischen Einschlag durchblicken lässt. Barbara zaubert allen Nicht-Westfalen mit Worten wie „Pömpel“, „verhackstücken“ oder „Buxe“ ein Fragezeichen ins Gesicht. Uns macht es in jedem Fall sehr viel Spaß unsere Muttersprachen und dazugehörigen Dialekte auszutauschen – besonders am Tag der Muttersprache!

Wir wünschen allen einen wunderschönen Tag der Muttersprache!

Bildquelle: http://de.paperblog.com/internationaler-tag-der-muttersprache-1127285/

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Can Germany Learn to Understand Trumpish?*

In den letzten Wochen hat uns der Radiowecker fast täglich mit neuen Meldungen aus dem Oval Office geweckt – und auch tagsüber gab es dann häufig weitere News rund um den 45. Präsidenten der USA.
Genau wie sehr viele Menschen in Deutschland und Europa haben auch wir bei der Sprachenfabrik die Ereignisse in Washington mit Erstaunen und Kopfschütteln beobachtet. Auch wenn im Bielefelder Sprachenfabrik-Team derzeit kein Amerikaner festangestellt ist, so haben doch einige von uns Verwandte, Freunde oder Bekannte in den Vereinigten Staaten. Eine Kollegin hat dort selbst eine Zeit lang gelebt – und natürlich arbeiten wir alle auch tagtäglich mit Übersetzern, die in den USA leben, zusammen.

Unabhängig von dem Bild, das die Medienlandschaft skizziert, haben wir unsere freiberuflichen Kollegen vor Ort gebeten, uns ihre Eindrücke von den Amerikanern, der Wahl und ihren Konsequenzen zu schildern, damit wir „the Trumpish way“ vielleicht etwas besser verstehen können. Insgesamt gab es nur drei Antworten – was am Zeitmangel gelegen haben mag, aber möglicherweise auch daran, dass unsere Kollegen sich genauso schwer damit tun, die aktuellen Geschehnisse zu begreifen und einzuordnen.

„Although I didn’t take a Hillary win for granted by any means, the outcome was still a sharp disappointment,“ kommentiert Herbert (39) das Wahlergebnis. Sharon (35) war ebenfalls tief betroffen: „I was pretty shocked … my stomach dropped and I am sure I cried…my family and friends [in the US] were all equally horrified. “ Penny (53) ging es ähnlich, aber in ihr erwachte auch eine „determination to monitor and resist“.

Warum sich ein nicht unerheblicher Teil der Amerikaner für Trump entschieden hat, ist für Herbert relativ klar: „The 2016 campaign highlighted the irrelevance of the established parties“ – und der dazugehörigen „status quo candidates“. Diese hätten versäumt, sich um diejenigen zu kümmern, die die Folgen von Globalisierung & Co. am eigenen Leib zu spüren bekommen. Trump „calls them the ,forgotten people‘, and I do agree with that description at least“. Herberts Meinung nach haben sich die Wähler gesagt: „We’re happy to blow the whole thing up and let the pieces fall back down at random and land wherever they may, because the result isn’t likely to be worse than what we have now, and it might even be better.“

Auch für Sharon ist diese allgemeine Unzufriedenheit – und damit spielen Gefühle eine wichtige Rolle – ein bedeutender Faktor für den Wahlsieg gewesen: „If you feel something is not right, if you feel that gay rights impinge upon your religious rights as a Christian, if you feel that immigrants are stealing your jobs and Mexicans are the reason your steel town is now a ghost town, there are no facts that will convince you otherwise.“ Genau das hat nach Sharons Meinung in die Hände der Republikaner gespielt – obwohl deren „hands-off, no-regulation, fend-for-yourself policies actually do nothing to help these people“.

Penny sieht vor allen Dingen die Mediendarstellung kritisch: „America is a mass-media nation and Donald Trump is a master of reality TV. The only news worth printing is usually negative and people compare their lives to what they see on TV and believe that America is not doing well. “ Des Weiteren ist für sie der Gruppenzwang ein wichtiger Faktor, das sog. „crowd phenomenon“: „When your partner comes out for Trump, you do too. Neighbors and friends talk to you and suddenly you are supporting your friends (and incidently, Donald Trump).“ Sie weist auf ähnliche europäische Tendenzen hin: „Why do you even ask – look at the AfD, Brexit, Front National, Fidesz, Erdogan, PiS …“

Was die Zukunft angeht, so sind Herbert – „I really don’t know.“ – und Sharon unschlüssig, was sie bringen wird. Beide leben derzeit in Europa, und der Brexit hat Sharon schon genug verunsichert: „I’m already daunted by the strict immigration system in the UK and with Brexit and the influence of Trump I am sure that will only get worse. “” Sie selbst sieht Trump sehr kritisch: „We have systems in place to prevent abuses of power and he is so far simply ignoring them, which is utterly terrifying. “ Sharons Meinung nach ist stärkeres politisches Engagement gefordert. Sie tue, „what I can from here by writing to my Congressional representatives and sharing news and information with people.“

Penny verfolgt einen eher pragmatischen Ansatz: „Well, we survived the Bush years and we’ll survive Trump too – America is greater than its president.“

Wir von der Sprachenfabrik danken den drei Kollegen, dass sie so offen auf unsere Fragen geantwortet haben und wir wünschen uns einfach weniger Trump-spektakuläre Nachrichten und ein Amerika, dessen demokratische Grundwerte letztlich immer die Oberhand behalten.

*ein weiterer Lesetipp zum Thema „Trumpish“:

https://www.nytimes.com/2017/01/20/opinion/can-germany-learn-to-understand-trumpish.html?_r=0

Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/Donald_Trump#/media/File:Trump_Transition_Logo.svg

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Getting to Know the German Supermarket

My name is Charlie and since August I have been working as a translation intern for Sprachenfabrik as part of my modern languages degree at Durham University in England. I am here not only to gain valuable experience in the work of a translator and to improve my language skills, but also to experience German life and culture – and of course, an inescapable part of the culture is trying the food. The stereotypes of schnitzel, sausage and beer have mostly not been true for my time in Germany thus far (in fact, the only sausage I have eaten so far was in England while waiting at the Channel Tunnel terminal), but even my everyday experience of food has been in many ways quite different.

My flat is next door to a supermarket, meaning food shopping trips have become a significant part of my day. While some of Germany’s supermarkets have made their way over to England, they are of the more discount variety. My local supermarket is however much more upmarket, with displays of winter squashes in exotic colours, meat deli counters, shelves of organic cereals and an incredibly extensive range of drinks of all kinds – I can’t say I have ever had a craving for prickly-pear flavour green tea before, but it certainly tastes very nice.

Yet one of the biggest differences has, quite unexpectedly, been the German approach to bread. Bread is of course a staple food in both England and Germany, but it seems that the German enjoy a much richer variety of different loaves, rolls and buns as part of their everyday lives than in England. The humble sliced bread I used to eat at home is only used for toast here, so my housemate tried to introduce me to some of the breads eaten in Germany: first was a rye bread that comes from the area, which wasn’t really to my taste. Luckily there are a lot of other delicious kinds available in the bakeries, from the crusty Brötchen rolls my housemates enjoy for breakfast to the Laugenstangen (pretzel breadsticks) we sometimes buy for lunch at the bakery along the road from the Sprachenfabrik offices. Yet my favourite so far has possibly been Fladenbrot, a large, filling flatbread that is actually not German at all, but comes from Turkey.

The Germans have proved to be bigger lovers of cake than I imagined. I was lucky enough to arrive for my internship at Sprachenfabrik just before a lot of birthdays in the office, so there has been at times a seemingly endless supply of cakes, pastries and other goodies. I am no stranger to a good cake (one friend here was quite surprised to find out the English people know cake mix is), but it is something I would probably mainly bake and eat on big occasions. On the other hand, my German housemates are baking all the time: when they have a spare twenty minutes before going out or when friends are coming round, they bake. Of course, with so many different kinds of cake and Kuchen always around, it’s hard to keep track of all the different kinds. I came home one evening and heard my housemate tell me she was cooking Pflaumenkuchen, which I knew to be a sweet desert with plums. She had in fact said Flamm(en)kuchen (a savoury dish, something like pizza), which left me quite confused when she started getting cheese, spring onions and mushrooms out of the fridge.

It’s been a fun few months getting to grips with German food and drink and I look forward to spending the rest of my time here delving even deeper into the supermarket aisles to see what I can find. Mahlzeit!

Bildquelle: http://www.ma-gazin.de/wp-content/uploads/2014/08/laugenstange.jpg

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Europäischer Tag der Sprachen!

Als neue Praktikantin bin ich, Lina Buchwald, seit drei Wochen bei der Sprachenfabrik und bereits jetzt schon bestens mit den internen Begrifflichkeiten vertraut. Ich sage nur „eintüten“ und „liefern“. Was genau das bedeutet? Sobald wir einen Auftrag erhalten, müssen wir ja zunächst einen Übersetzter/Texter finden, das ist der erste Schritt, das sogenannte „Eintüten“. Sobald der Text/die Datei dann übersetzt/erstellt wurde, kann sie an den Kunden geliefert werden.

Nach meinem Bachelorstudium der „Modernen Fremdsprachen, Kulturen und Wirtschaft“ mit den Sprachen Englisch und Portugiesisch, also nicht ganz klassisch „Übersetzungswissenschaften“ wie viele meiner Kolleginnen hier, fand ich es interessant zu erfahren, wie die Arbeit eines Sprachdienstleisters aussieht und wie die Aufgaben eines Projektmanagers so aussehen.

Wie sieht mein Tag als Praktikantin aus?

Auf meinem Tagesprogramm hier in der Sprachenfabrik steht vor allem die Akquise neuer Freiberufler für unser Netzwerk an Übersetzern und Textern. Außerdem kümmere ich mich um kleinere anstehende Aufgaben und habe inzwischen ein kleines Projekt übernommen. Da ich vorher noch gar nichts mit den gängigen Translation-Memory Tools zu tun hatte, musste ich mich erst einmal in die Materie einarbeiten und lerne natürlich täglich Neues im Umgang mit memoQ und Co. Schön finde ich am Arbeitsalltag die gute Atmosphäre im Team, die gemeinsamen Mittagspausen und die abwechslungsreichen Aufträge,  von denen man nie weiß wann sie reinkommen. Langweilig wird es auf jeden Fall nie! Und falls zwischendurch doch mal ein bisschen Ruhe einkehrt, dann kann man sich auch mit dem Verfassen eines Blogbeitrags widmen und dem heutigen Thema, um das es heute hier gehen soll.

Der „Europäische Tag der Sprachen“

Der Europäische Tag der Sprachen wird seit 2001 von Europarat und der Europäischen Union organisiert. An diesem Tag soll die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas gewürdigt und gefördert werden. Bei meiner Recherche bin ich auf die für den Feiertag eigene Website gestoßen und habe ein paar interessante Informationen und witzige Anekdoten gefunden.

Eines der längsten Wörter ist zum Beispiel das deutsche Wort Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz. Diese Bandwurmwörter sind einfach typisch Deutsch. Bisher dachte ich, dass es kaum eine andere Sprache gibt, in der es erlaubt ist so viele Nomen hintereinander zu quetschen und dieses Gebilde dann als ein Wort zu bezeichnen. Bei meiner Suche habe ich dann jedoch festgestellt, dass es solche langen Wörter durchaus auch noch in vielen anderen europäischen Sprachen gibt. Da wäre zum Beispiel das englische Wort „pseudopseudohypoparathyroidism“, das witztigerweise die Liebe zu langen Wörtern bezeichnet. Oder das niederländische Wort für die Vorbereitungen für den Kinderkarnevalsumzug („kindercarnavalsoptochtvoorbereidingswerkzaamheden“). Das muss man selbst als Muttersprachler erstmal aussprechen können.

Anlässlich des Feiertages werden zahlreiche Veranstaltungen in ganz Europa organisiert. Auf der Website können sich Schulen, Unis oder andere Vereine eintragen und ihr jeweiliges Event vorstellen. Von einem drei-minütigen Sprach-Speeddating in der Straßenbahn über „Snack a language“ in der Schulpause bis hin zu Sprachenfesten für Kinder ist alles dabei. Mehr dazu findet man auf der interaktiven Karte der Website, die alle Zielgruppen und Nationen gleichermaßen anspricht.

Auch die Politik und die Öffentlichkeit sollen durch diesen Feiertag mit Hilfe von Gesprächen und Aktionen für das Thema sensibilisiert werden. Außerdem soll dieser Tag alle Menschen zum Sprachenlernen ermuntern. Dann also mal los: k-i-n-d-e-r-c-a-r-n-a-v-a-l-s-o-p-t-o-c-h-t-v-o…

Bildquelle: www.sprachen.ac.at

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Fitting in with the locals

Our translation intern Katie talks about a few of the cultural challenges she has experienced whilst living abroad.

 „When in Rome, do as the Romans do.“ This is something I believe strongly in, but it isn’t always as easy as it sounds. I have previously lived in India, and over the past year, as part of my degree, I lived in Austria and France before moving to Germany to work on my German, and of course, learn more about the world of translation at the Sprachenfabrik. As I am near the end of my year abroad, I have started to reflect on the different cultures and traditions I have encountered, and I thought I would share with you a few difficulties I have had whilst trying to fit in with the locals.

 Cultural challenges arise from the get-go. Even in England, I am not always sure how I should greet people. In work settings, it is obviously a shake of the hand, and with family, it’s often a kiss or two on the cheek. But with friends – and friends of friends – it can vary from a hug to a simple “hi!” and anything in between. So I was dreading the daily struggles of the bise (kissing on the cheeks) that awaited me in France. But I soon got the hang of it, as it’s pretty much the same in all situations– with work colleagues to friends of my flat mates who were just popping by, and even when saying thank you for gift. It became so natural that I even stopped reminding friends who were visiting from home, which led to a few very awkward moments as they ducked and dodged people attempting to greet them with a kiss. And yet when you know what to do, it’s simple. Add in the customary “Ça va? Ça va?” and you’ve passed your first cultural test. But one Saturday, I left this custom behind, kissing my French flat mates goodbye, and, eight or nine hours later, shaking hands with my new German ones here in Bielefeld.

Another thing I have noticed is that one of the first questions I am asked is normally, “oh so you’re from England?” The tendency to refer to the UK as England became particularly apparent, when a Welsh and a Scottish friend visited me in France, and I told everyone they were from “Angleterre”. My friends were not amused. Coming from a country with many names can be difficult. Searching for my nationality in drop down boxes in online forms can take a good minute, and on a few occasions whilst abroad, I noticed that the only option was “England” or “English”. In India, this problem extended even further. My students always referred to me as “UK Madam”, but at the same time, no one seemed to understand, when I said that I came from the UK. So, to everyone in my tiny village in Andhra Pradesh, I was from London.

One of the initial challenges in India was eating. The majority of Indians eat with their hands (or rather their right hand). After weeks of providing three-time daily entertainment as I struggled to eat rice and curry with my hands, I eventually grasped the unwritten rules of eating without a knife and fork. A quick tip for those of you who are wondering is that you shouldn’t put your fingers in your mouth; the secret is to press small amounts of food together with your fingertips, before using your thumb to push the food into your mouth. But of course the first step is NOT to ask where the cutlery is! The first Prime Minister of India alleged once said that eating with a fork is like making love through an interpreter. I’m not sure I’d go quite this far, but eating with my hands, sat cross legged on the floor in my sari definitely made me feel like part of the family.

Whilst some Indian habits were easy to adapt to, others were definitely not, in particular waiting. Punctuality is not a strong point in India, and I am sure you have heard of Indian time. I have memories of waiting in police stations, shops and the head teacher’s office for hours and hours in the boiling heat. Here in Germany, on the other hand, I have encountered no such problems. Although the Germans may not be as good at queuing as us British, I will admit that punctuality is definitely their forte. Another thing which surprised me here in Bielefeld, perhaps because it goes against the stereotype, is how friendly and open people are. Waiters and waitresses have often taken the time to chat with me, my tandem partners have introduced me to their friends and even on the Stadtbahn here in Bielefeld some students struck up a conversation with me. The latter was most unexpected for me, as the London tube is definitely not somewhere you would start chatting to a stranger. In contrast, on trains here, it seems common to say goodbye to your fellow passengers with cheery “Tschüss!” As a foreigner trying to improve my German, I have to say this friendliness is something I really appreciate and the conversations I have with strangers always give me an extra confidence boost.

My time abroad has almost come to an end and it will definitely be sad to close this language learning chapter. But I am of course looking forward to seeing my family, who have already planned to welcome me home in the most British way: with a barbeque…undoubtedly in the pouring rain. You can’t beat the Great British Summer!

Bildquelle: wikimedia commons

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mittsommer in Lettland

Es ist Juni, sicher einer der schönsten und vor allem einer der hellsten Monate in Europa. In einigen Erdteilen wird im Juni ausgiebig die Sommersonnenwende gefeiert. Fast jedem ist diese Feier aus Skandinavien, insbesondere Schweden, bekannt.

Dass auch einige der baltischen Staaten eine ganz besondere Mittsommertradition besitzen, erzählt uns heute unser Kollege Martins, gebürtig aus Lettland.

Wie genau feiert ihr in Lettland Mittsommer?

Der längste Tag ist am 21. Juni, aber der Höhepunkt des Mittsommer-Festes in Lettland ist die Nacht vom 23. Juni auf den 24. Juni. Beide Tage sind nationale Feiertage in Lettland und werden auch im ganzen Land groß gefeiert. Der 24. Juni heißt im Lettischen Jāņi, weil an demselben Tag der Namenstag von Jānis gefeiert wird, einem der populärsten männlichen Vornamen in Lettland. Im Deutschen spricht man vom Johannisfest.

Der 23. Juni ist der Līgo-Tag: An diesem Tag zeigt sich die ausgeprägte Naturverbundenheit der Letten, nicht umsonst bezeichnet man den Līgo-Tag als Kräutertag. Der Natur und allen Kräutern werden zu dieser Zeit besondere magische Heilkräfte zugeschrieben, sie vertreiben auch das Böse. Häuser und sogar Autos werden mit Zweigen von Eichen, Vogelbeerbäumen und Birken geschmückt. Es ist auch ganz üblich oder fast ein Muss, dass man junge Birken (bis zu 3 Meter hoch) in Innenräume trägt und in die Ecken stellt. Aus diesen Bäumchen kann man später Sauna-Quaste machen.

Die Frauen flechten Kronen aus Feldblüten, jedem Jānis wird am Namenstag mit einem Kranz aus Eichenzweigen gratuliert und dieser trägt den Kranz dann auch stolz als Hauptfigur des Festes. Einen besonderen Stellenwert hat an diesem Fest auch das Farnkraut: Man vermutet, dass dieses nur in der Nacht des Festes blüht. Verliebte gehen nachts auf die Suche nach dem blühenden Farnkraut – sicher einer der Gründe, wieso ungefähr neun Monate nach dem Fest die Geburtenraten jährlich etwas höher liegen als im Durchschnitt.

Schon in der Woche vor der Feier gibt es verschiedene Veranstaltungen, Volkstänze, Konzerte, traditionelle Jahrmärkte.

Und natürlich wird dieses naturverbundene Fest auch draußen gefeiert, trotz der oft regnerischen Wetterverhältnisse, man sagt, „es regnet wie am Johannistag“. An jedem Festplatz gibt es Feuer, sehr oft in Metallkörben, die auf hohen Masten stehen und von Weitem sichtbar sind. Ein Muss auf jedem Tisch ist runder Käse mit Kümmel, meist selbstgemacht. Diese gelben, runden Käserollen symbolisieren die Sonne und der Kümmelkäse schmeckt besonders gut zu Bier – an diesem Fest sind die Letten wahrscheinlich für ein paar Tage Weltmeister im Bierkonsum. Heutzutage ist es auch ein nationales Grillfest. Es werden besondere Festlieder gesungen, in denen es um die Natur, Kräuter, Bier oder verschiedene Bräuche des Tages geht. Man tanzt und feiert bis Sonnenaufgang. Eine der Traditionen ist, über das Lagerfeuer zu springen, was symbolisch für die Sonnenwende steht; es ist aber auch ein Fruchtbarkeitsritual. Heutzutage gibt es sowohl organisierte als auch spontane Nudistenläufe in einigen Orten während dieser Nacht. Und es gibt vieles mehr, was man in dieser Nacht erleben kann.

Weißt du etwas über die Hintergründe des Festes, z. B. die geschichtliche Entwicklung?

Die Letten ebenso wie die nördlichen Nachbarn in Estland (etwas weniger im südlichen Litauen) feiern die Sommersonnenwende schon seit Jahrhunderten. Damit verbundene Folklore und Volkslieder sind der beste Beweis dafür. Unter christlichem Einfluss ist daraus das Johannisfest geworden, aber die heidnischen, naturgebundenen Bräuche sind weitgehend erhalten geblieben. Zumindest im Unterbewusstsein jedes Letten.

Was gefällt dir persönlich besonders am Fest?

Für mich ist das Johannisfest der größte Feiertag des Jahres. Man kann mit der ganzen Familie zusammen sein, weil alle frei haben und in festlicher Stimmung sind. Die Natur ist in voller Blüte und in grüner Pracht, erst um diese Zeit wird es richtig sommerlich. Dazu habe ich am Johannistag auch noch Geburtstag, ebenso wie meine Mutter. Also insgesamt und unbestritten ein sommerlicher Höhepunkt, der jedes Jahr anders ist.

Bildquelle: wikimedia commons

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Das BREXIT-Referendum

Eine gesamteuropäische Diskussion

Should I stay or should I go? Der Song der britischen Punkband The Clash ist in diesen Tagen aktueller denn je. Kurz vor dem Referendum zum Brexit haben wir einige unserer britischen oder in Großbritannien lebenden Übersetzer gefragt, was sie denken und derzeit beobachten:

Wie ist die Stimmung in Ihrem Umfeld, je näher das Referendum rückt?

David H. (62):

It is very tense around here – in ‘true blue Conservative rebel country’ where half of our friends and neighbours want to leave, we hardly dare share our opinion.

Lindsay (29, American citizen, living in the UK):

Most (if not all) of the people we personally speak to here in Glasgow think leaving the EU is a bad idea. Most of the arguments in favour of leaving come from sources that are far removed from our everyday lives and with whom we rarely agree on policy decisions.

Neil (~30, UK citizen, husband of Lindsay):

Note that we’re based in Scotland and the political climate is more progressive than England. The mood is less engaged than for the previous few big votes. However it is mostly positive. Local and national politicians are generally in favour of remaining in the EU. Apart from extremist groups (Britain First, Conservative and Unionist Party, UKIP), who admittedly do not have much of a following in this country, the rhetoric is positive.

Antonio (36, Spanish citizen, living in the UK):

Nicht einstimmig – beide Seiten sind ziemlich konstant und laut… der Mord von Jo Cox hat die Stimmung nicht wesentlich verändert, nach einem Tag Ruhe wird man genauso heftig wie davor mit Information bombardiert.

David T. (~ 45):

I think the mood here has changed over recent weeks. The Leave camp has been gaining ground despite their overall campaign being rather negative. It has now hit a new low with a controversial poster which a lot of Brexit supporters have rightly condemned. Some have even switched sides over this.

Kim (62, British citizen, living in Berlin):

My British friends are all keen pro-Europeans and my non-British friends amazingly Anglophile, as they have always been. The opinion polls from the UK, like a lot of online comments that you read these days, seem to be from another planet in a far removed galaxy. The same small green men seem to be playing with the US presidential elections too.

Glauben Sie, dass ein Brexit auch für Sie persönliche Konsequenzen haben könnte? Fühlen Sie sich darüber ausreichend informiert?

David H. (62):

At the moment, when we visit our friends, and our daughter’s family in Hamburg, if anything happens to us, we can see a doctor for free. I am currently entitled to receive a German pension for the years when I lived there, but I don’t know whether that will apply any more when I reach 65. There are lots of questions. The campaigns are full of hyperbole rather than fact. But the BBC and FT are reliable sources of information.

Lindsay (29):

I strongly believe that the UK leaving the EU would have a number of serious repercussions. The costs and availability of goods may change, the cost and ease of doing business with the majority of our clients would likely be negatively impacted and there is a great deal of uncertainty over what this would mean for immigration. I myself am an immigrant to the UK and do not know what kind of changes might be brought in without the EU legal framework we currently enjoy. My husband’s parents live and work in France and will not get a vote, but their own immigration status, not to mention the pensions they’ve spent years building up, are now uncertain.

Neil (~30):

Being informed about the mechanisms, benefits and duties attached to EU membership was a personal endeavour. No attempt to present a balanced, information rich overview has been made by any party or broadcaster. The information provided on both sides of the debate has been disingenuous at best and libelous at worst.  My family and friends are spread through Europe and depend on the freedom of movement and the common market to enjoy their lives and be with loved ones.
The atrocious state of the visa issuing services in the UK (since I married Lindsay, their reply time to urgent mail has gone from 2 weeks to 4-6 months) and the extremely conservative (deporting foreign nationals legitimately married to Brits who earn below an amount, see https://www.theguardian.com/uk-news/2016/feb/22/absurd-minimum-income-visa-rules-forcing-uk-citizens-into-exile-court-told) means I have no confidence that the welfare of families with EU relatives will be considered.

Antonio (36):

Konsequenzen würde es wohl haben, jedoch glaube ich nicht, dass eine Anpassung daran unmöglich wäre (um so weniger, wenn der Wechsel tatsächlich stattfindet). Hier gibt es wie gesagt Information in jeder Ecke…

David (~ 45):

I don’t know how a Brexit would affect me personally – but there are potential consequences in terms of prices and the economy in general. While a lot of the information on both sides is speculation, leaving the EU would be too much a leap in the dark in my view. I think the UK could end up being rather isolated and marginalised on the world stage. Even though the EU is far from perfect and is clearly in need of reform, I am not convinced that we would be able to manage our affairs better outside the EU and I don’t buy into all the scaremongering about immigration.

Kim (62):

I listen to the “Today” programme on BBC radio 4 every morning, so I get the gist of what is going on. If Brexit causes the Pound to crash, I would worry about UK pension payments when I reach that August age. If any bureaucratic nonsense were to arise, then I could always apply for a German passport here in Berlin.

Was wünschen Sie sich für Donnerstag?

David (62): I am a million per cent in favour of remain. This is simply the wrong moment in history to divorce from Europe, with a revanchist Russia, an extremely unstable middle east and all the refugees. The EU needs the UK and the UK needs the EU to stand firm and show the leadership to resolve these issues rather than turn our back on them.

Lindsay (29):

I hope Thursday will bring a resounding vote to stay in the EU. Leaving the EU will not mean Britain is free from EU regulation, much of which I think is quite positive. To continue to trade and do business with other EU countries, EU law must still be complied with. If Britain leaves they will simply no longer have a say in crafting these policies. The Leave campaign seems to be rooted in fear and distrust, but I think there is a lot to be gained from a strong continued European partnership.

Neil (~30):

I hope that, against all odds, there will be a strong vote to remain on Thursday. It would acknowledge that we would still need to access the common market but don’t want to give up our ability to contribute to the process.
In the event of a vote to leave I hope that a second independence referendum for Scotland will be triggered as, not to put too fine a point on it, we depend on the EU to mitigate the madness of a parliament that doesn’t represent us. (The general election in 2015 shows how starkly Scotland is disenfranchised: In Scotland 56 of 59 seats were won by a single party, the SNP. The Conservative Party won 1 seat. Our Government is a majority Conservative Party with a mandate as a result of that election.)

Antonio (36):

Remain gewinnt. Ich hoffe auch, dass die Brexit-Anhänger nach diesem Referendum still werden. So ein Krach alle „x“ Jahre tut kaum jemandem gut.

David (~ 45):

I really hope Britain votes to remain in the EU but I also hope that a lot of people get out there and vote on Thursday, regardless of their views. If too many people sit on the fence and don’t bother to vote or think they are somehow ineligible to vote, I am very concerned that the Brexit camp will actually win.

Kim (62):

I arranged a postal vote and I voted a couple of weeks ago for the UK to remain in Europe. I hope that the UK pollsters will prove to have got it wrong again and that there is substantial support for UK staying in Europe.

Bildquelle: wikimedia commons

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7 Eigenarten der deutschen Sprache

Unsere britische Praktikantin Kate berichtet von den Fallstricken des Deutschen

Ein berühmter Mann sagte einst: „Das Leben ist zu kurz, um Deutsch zu lernen.“ Leider habe ich nicht auf ihn gehört und mache jetzt seit vier Monaten ein Praktikum bei der Sprachenfabrik in Bielefeld. Hier versuche ich, für meinen Abschluss in „Moderne Sprachen“ Deutsch zu lernen. Obwohl Deutsch nicht Russisch, Chinesisch oder Arabisch ist, zählt es dennoch zu einer der schwierigsten Sprachen überhaupt mit einer Menge Eigenarten. Als Britin habe ich mich auf meiner mühseligen Odyssee durch den Irrgarten der deutschen Sprache schon oft verlaufen. So langsam dringt jedoch etwas Licht durch das dichte Grün und ich beginne, zu erahnen, welcher Weg der richtige ist.

 

Sieben Dinge, die ich über die deutsche Sprache gelernt habe

  1. Lange vs. kurze Wörter

Das Deutsche ist bekannt für seine langen Wörter. Viele Wörter kann man einfach miteinander verbinden, sodass ein einziges langes, oftmals unaussprechbares Wort entsteht. Das längste deutsche Wort ist laut Guinness-Buch der Rekorde von 1996 Donaudampfschifffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunterbeamtengesellschaft. Im Englischen wären das ganze 15 Wörter: „Association for subordinate officials of the head office management of the Danube steamboat electrical services“.

Etwas brauchbarere Beispiele sind Glühbirne, zusammengesetzt aus glühen und Birne, sowie Staubsauger, das von Staub und saugen kommt. Ich habe festgestellt, dass ich, wenn ich nach dem richtigen Wort suche, häufig einfach nur zwei Wörter zusammensetzen muss und schon habe ich die richtige Lösung!

Andererseits benutzen die Deutschen auch viele kurzer Wörter, die allerdings überhaupt keinen Sinn ergeben. Sie werden im Mündlichen viel öfter verwendet als im Schriftlichen und unterscheiden sich je nach Region. In Bielefeld kann ich hier ein „mal“ einbauen, dort ein „schon“, oder es auf gut Glück auch mit einem „jetzt“ versuchen, und ohne dass diese Wörter eine wirkliche Bedeutung zu meinem Satz beisteuern würden, klingt mein Deutsch gleich viel deutscher!

  1. Alle deutschen Wörter klingen gleich

Das ist natürlich etwas übertrieben, aber für ungeübte Ohren klingen viele deutsche Wörter wirklich identisch. Stellen Sie sich vor, wie sich meine Mitbewohner amüsiert haben, als ich ihnen von einem Abfall erzählte, obwohl ich eigentlich Unfall meinte. Bevor ich aber auf das Wort Unfall kam, habe ich es noch mit Ausfall, Notfall und Einfall probiert. Zum Glück ist mir nicht auch noch Durchfall eingefallen! Bei so vielen verschiedenen Präfixen mit so unterschiedlichen Bedeutungen können Wörter, die sehr ähnlich klingen, etwas völlig anderes heißen.

  1. Syntax

Jeder, der irgendwann einmal Deutsch gelernt hat, erinnert sich bestimmt an dieses eine seltsame Phänomen: die deutsche Satzstellung. Die Goldene Regel lautet, dass im Deutschen das Verb IMMER an der zweiten Position im Satz steht. Natürlich nur, wenn es nicht am Ende stehen muss, weil man eine unterordnende Konjunktion verwendet hat. In seinem berühmten Aufsatz „Die schreckliche deutsche Sprache“ gibt Mark Twain ein gutes Beispiel dafür, wie lächerlich diese Regel sein kann:

Wenn er aber auf der Straße der in Samt und Seide gehüllten jetzt sehr ungenirt nach der neusten Mode gekleideten Resräthin begegnet.

Zu Verdeutlichung, wie seltsam das für uns Englisch-Muttersprachler ist, hier der ganze Satz auf Englisch, nur mit deutscher Satzstellung: „But when he, upon the street, the (in-satin-and-silk-covered-now-very-unconstrained-after-the-newest-fashioned-dressed) government counselor’s wife met,”

  1. Kasus und Genus

Wie in vielen anderen europäischen Sprachen haben Substantive im Deutschen ein Genus. Es gibt das Maskulinum, das Femininum und das Neutrum und dazu auch noch den Plural. Je nachdem, welches Geschlecht ein Substantiv hat, lautet der zugehörige Artikel „der“, „die“, „das“ oder „die“ (Plural). Die Artikel verändern sich jedoch, wenn die deutschen Fälle dazukommen. Es gibt vier Fälle, die je nach Position des entsprechenden Substantivs im Satz verwendet werden. Ich werde nicht versuchen, das alles in diesem kurzen Blogeintrag zu erklären, aber insgesamt gibt es ganze 16 Möglichkeiten, wie das englische „the“ im Deutschen wiedergegeben werden kann: der, die, das, den, dem und des.

  1. Redewendungen

Deutsche Redewendungen sind genau wie die Deutschen: Logisch, strukturiert und vernünftig. Besonders gut gefällt mir „eierlegende Wollmilchsau“, wörtlich ins Englische übertragen „egg-laying wooly milk cow“, womit man eine Person beschreibt, die einfach alles kann, also ein echtes Multitalent. Oder auch die eher auf Sprache bezogene Redensart „Mein Deutsch ist nicht das Gelbe vom Ei, aber es geht“. Wörtlich ins Englische übersetzt wäre das „My German is not the yellow of the egg, but it goes“, was allerdings nicht viel Sinn ergibt.

  1. Ümläute

Die drei kleinen Buchstaben ö, ü und ä bereiten Deutschlernern große Schwierigkeiten. Im Englischen zum Beispiel gibt es sie schlicht und ergreifend nicht. Die größten Probleme habe ich mit dem „ü“, das für mich so wie „eew“ klingt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich schon „Kuchen“ und „Küche“ miteinander verwechselt habe. Ein kleines Phonem kann einen riesigen Unterschied machen, schließlich möchte niemand eine Küche essen oder den Kuchen putzen.

  1. Denglisch

Der Rettungsanker aller Englisch-Muttersprachler, die Deutsch lernen, ist „Denglisch“ (ein paar tolle Beispiele gibt es in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=xlQI0mfJbCc). Wenn man zwei Deutschen bei einer Unterhaltung zuhört, fallen einem zig englische Wörter auf, die einfach so eingestreut werden (selbstverständlich mit deutscher Aussprache). Vor allem in den Bereichen Marketing, Wirtschaft und Technik kommen viele neue Wörter aus dem Englischen, weshalb die Deutschen gerne noch etwas „in der Pipeline“ haben oder Dinge als „sehr strange“ bezeichnen. Zur Not kann man es also einfach auch auf Englisch sagen und schon gibt es kein Kommunikationsproblem mehr!

 

Das Deutsche hat eine Menge Eigenarten. Und obwohl ich meinen Kopf aus Verzweiflung manchmal wirklich gerne gegen die Wand hauen würde, kann Deutschlernern großen Spaß machen. Das Team der Sprachenfabrik hat zum Glück sehr viel Geduld mit mir, korrigiert mich wenn nötig und motiviert mich immer wieder, nicht aufzugeben.