Sprachwissen

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Welttag der Muttersprache

Wissen Sie was der Hesse mit „Wutzeschnuppe“ meint? Oder was sich hinter dem pfälzischen „haihupser“ versteckt? Was meint der Nordfriese wohl, wenn etwas „heskebes“ passiert? Sehr wahrscheinlich liegt es daran, dass Sie nicht aus diesen Teilen Deutschlands stammen und diesen Dialekten daher nicht mächtig sind. Oder aber die Sprache ist vor dem Aussterben bedroht, wie bspw. das Nordfriesische.

Von den weltweit derzeit ca. 6.000 gesprochenen Sprachen, sind etwa 2.500 vom Aussterben bedroht. Da es immer weniger Menschen gibt, die diese Sprache noch sprechen und somit weiter geben können. In manchen Fällen sind Sprachen erst gar nicht erfasst – meist solche mit oft weniger als hundert Sprechern.

Auf der Website der UNESCO ist eine interaktive Karte zu finden, der „Atlas of the World Languages in Danger“. Darauf werden die Sprachen in Kategorien von „gefährdet“ bis „ausgestorben“ eingeteilt und man findet Informationen zu Sprecherzahl und Gebiet.

http://www.unesco.org/languages-atlas/en/atlasmap.html

Ein Bewusstsein für das Verschwinden vieler Sprachen zu schaffen, ist einer der Gründe, warum am 21. Februar der internationale Tag der Muttersprache gefeiert wird. Der Aktionstag soll nicht nur darauf aufmerksam machen, dass Sprachen, auch in unserem Umkreis, nicht mehr gesprochen werden, sondern auch, dass unsere jeweilige Sprache das ist, was verschiedene Menschen einer Gruppe eint und zu einer Gemeinschaft formt.

Im Jahr 2000 wurde dieser Feiertag von den Vereinten Nationen auf Vorschlag der UNESCO eingeführt. Er dient der Erinnerung und Würdigung des Kulturguts Sprache.

Anlass war eine Demonstration in der Hauptstadt Dhaka des damaligen Ost-Pakistan gegen die Einführung der Amtssprache Urdu am 21. Februar 1952. Urdu wurde nur von ca. 3 Prozent gesprochen – von der regierenden Schicht der Gesellschaft sowie von Muslimen, die für die Gründung des Staates Pakistan waren. Der Großteil der Bevölkerung (mehr als 56 Prozent) Ost- und Westpakistans sprachen Bengali als Muttersprache. Der Bürgerkrieg, der neun Monate andauerte, endete 1971 mit der Erklärung der Unabhängigkeit Ost- Pakistans. Die Landessprache in dem neuen Staat Bangladesch war seit dem Bengali.

Auch in diesem Jahr finden zu diesem Tag in vielen Städten Deutschlands spannende Veranstaltungen statt: Schnuppersprachkurse, Lesungen, Theater, Filme, Gesang, Kulinarisches…

Auch wir in der Sprachenfabrik lassen ab und an unsere jeweiligen Muttersprachen aufleben: Paulina kredenzt uns knackige polnische Begriffe, Martins und Verdiana bringen sich gegenseitig lettische und italienische Ausdrücke bei, während Johanna ihren fränkischen Einschlag durchblicken lässt. Barbara zaubert allen Nicht-Westfalen mit Worten wie „Pömpel“, „verhackstücken“ oder „Buxe“ ein Fragezeichen ins Gesicht. Uns macht es in jedem Fall sehr viel Spaß unsere Muttersprachen und dazugehörigen Dialekte auszutauschen – besonders am Tag der Muttersprache!

Wir wünschen allen einen wunderschönen Tag der Muttersprache!

Bildquelle: http://de.paperblog.com/internationaler-tag-der-muttersprache-1127285/

Eingang Halle 6
Die Sprachenfabrik auf der dmexco 2016 in Köln

Zum insgesamt achten Mal fand am 14. und 15. September die internationale Leitmesse des Digitalmarketings, die dmexco 2016, in den Messehallen der Kölnmesse statt. Auch in diesem Jahr war die dmexco wieder eine Messe der Rekorde – über 50.000 Fachbesucher aus mehr als 100 Ländern und erstmals mehr als 1.000 Aussteller, wovon über 50 % aus dem Ausland kamen, nahmen an dem internationalen Branchentreffen teil und verteilten sich auf insgesamt fünf Messehallen. Innerhalb weniger Jahre hat sich die dmexco so zu einem wichtigen Treffpunkt der globalen Digiconomy entwickelt. Hier werden Geschäfte abgeschlossen, Kontakte gepflegt und neu geknüpft und innovative neue Ideen vorgestellt und gleich von Experten evaluiert.

Wie bereits in den vergangenen Jahren ließen wir uns auch in dieses Mal nicht die Gelegenheit entgehen, bei diesem internationalen Messe-Highlight dabei zu sein und uns über die aktuellen Entwicklungen zu informieren sowie Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Und das umfangreiche Programm, das in diesem Jahr mit zahlreichen Neuerungen aufwartete, bot dazu auch reichlich Gelegenheit.

Bei den Ausstellern, die sich erstmals auf insgesamt fünf Hallen verteilten, waren alle bedeutenden Marken sowie viele führende Top-Entscheider aus allen Bereichen der globalen Wirtschaft dabei. Darüber hinaus bot der Conference-Bereich mit unzähligen Vorträgen, Work Labs, Keynotes und Bühnendiskussionen von über 570 Speakern ein sehr abwechslungsreiches, interessantes und spannendes Programm. Und wer trotz dieser Vielfalt Langeweile verspürte oder einfach mal eine kurze Pause brauchte, der stellte sich in eine der fast schon üblichen und meist recht langen Schlangen für einen Kaffee, eine Currywurst mit Pommes oder den Toilettengang und konnte selbst dort immer wieder interessante Menschen kennenlernen – die dmexco ist halt eine eigene kleine große Welt für sich.

Trendthemen Virtual Reality und Mobile Videos

Virtual Reality (VR) ist zwar nicht erst seit dem großen Erfolg von Pokémon Go ein Thema, doch trägt der Hype um das von Nintendo veröffentlichte Spiel auf jeden Fall dazu bei, auch die breite Öffentlichkeit und insbesondere die junge Zielgruppe für VR zu sensibilisieren und zu begeistern, da man einzig mit seinem Smartphone „auf die Jagd“ geht und ganz ohne zusätzliche Geräte auskommt. Und durch die niedrigen Eintrittsbarrieren wird es auch für die werbetreibenden Unternehmen ein immer interessanteres Umfeld. Da ist es nur konsequent, dass der Themenwelt VR in Halle 9 ein eigener Bereich gewidmet wurde. Darüber hinaus wurden hier die Drohnen-Area sowie die Congress Hall, in der am Mittwochabend auf Einladung von Spotify Weltstar Zara Larsson auftrat, präsentiert.

Dass Mobile Videos ein Trendthema auf der diesjährigen dmexco ist, verwundert nicht wirklich. Insbesondere die junge Zielgruppe nutzt das Smartphone nur noch gelegentlich zum Telefonieren, vielmehr werden alle möglichen Social-Media-Kanäle zur Informationen und für Entertainment genutzt. Inzwischen liegen die Nutzungszahlen mobiler Zugriffe auf vielen großen Internetportalen vor denen von stationären Endgeräten. Umso wichtiger ist es also für alle Werbetreibenden zu überlegen, wie sie ihre Inhalte zielgruppengerecht und optimiert für die kleineren Smartphone-Bildschirme aufbereiten müssen, damit eine optimale Verbreitung und Vermarktung der Video-Inhalte erreicht wird.

Digital Marketing und Content-Erstellung

Neben den Trends ist natürlich das eigentliche Thema der dmexco, Digitales Marketing, für uns als Sprachenfabrik von hohem Interesse. Denn alle Digital Brands, Agenturen, Publisher, Kreative oder Start-ups brauchen qualitativ hochwertige Inhalte und das nicht nur für die jeweiligen Heimat-, sondern auch für ihre internationalen Märkte.

Neben Übersetzungen ist das Thema Content-Erstellung für unsere Kunden ein Schwerpunkt unseres Portfolios. Ob Geschäftsbericht, Imagebroschüre, Pressemitteilung, Blog- oder Produkttext oder Ihre Unternehmens-Website. Mit unseren qualifizierten Redakteuren, Lektoren und Textern finden wir immer die richtigen Worte für jede Branche, Zielgruppe und jedes Medium – und das in mehr als 25 Sprachen.

Mit diesen Themen im Gepäck haben wir viele interessante und vielversprechende Gespräche mit unseren bestehenden Geschäftspartnern aber auch potenziellen Kunden führen können. Insgesamt also ein anstrengender aber auch erfolgreicher Tag auf der dmexco und wir werden auch im kommenden Jahr sicherlich wieder dabei sein.

Bildquelle: www.dmexco.de

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7 Eigenarten der deutschen Sprache

Unsere britische Praktikantin Kate berichtet von den Fallstricken des Deutschen

Ein berühmter Mann sagte einst: „Das Leben ist zu kurz, um Deutsch zu lernen.“ Leider habe ich nicht auf ihn gehört und mache jetzt seit vier Monaten ein Praktikum bei der Sprachenfabrik in Bielefeld. Hier versuche ich, für meinen Abschluss in „Moderne Sprachen“ Deutsch zu lernen. Obwohl Deutsch nicht Russisch, Chinesisch oder Arabisch ist, zählt es dennoch zu einer der schwierigsten Sprachen überhaupt mit einer Menge Eigenarten. Als Britin habe ich mich auf meiner mühseligen Odyssee durch den Irrgarten der deutschen Sprache schon oft verlaufen. So langsam dringt jedoch etwas Licht durch das dichte Grün und ich beginne, zu erahnen, welcher Weg der richtige ist.

 

Sieben Dinge, die ich über die deutsche Sprache gelernt habe

  1. Lange vs. kurze Wörter

Das Deutsche ist bekannt für seine langen Wörter. Viele Wörter kann man einfach miteinander verbinden, sodass ein einziges langes, oftmals unaussprechbares Wort entsteht. Das längste deutsche Wort ist laut Guinness-Buch der Rekorde von 1996 Donaudampfschifffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunterbeamtengesellschaft. Im Englischen wären das ganze 15 Wörter: „Association for subordinate officials of the head office management of the Danube steamboat electrical services“.

Etwas brauchbarere Beispiele sind Glühbirne, zusammengesetzt aus glühen und Birne, sowie Staubsauger, das von Staub und saugen kommt. Ich habe festgestellt, dass ich, wenn ich nach dem richtigen Wort suche, häufig einfach nur zwei Wörter zusammensetzen muss und schon habe ich die richtige Lösung!

Andererseits benutzen die Deutschen auch viele kurzer Wörter, die allerdings überhaupt keinen Sinn ergeben. Sie werden im Mündlichen viel öfter verwendet als im Schriftlichen und unterscheiden sich je nach Region. In Bielefeld kann ich hier ein „mal“ einbauen, dort ein „schon“, oder es auf gut Glück auch mit einem „jetzt“ versuchen, und ohne dass diese Wörter eine wirkliche Bedeutung zu meinem Satz beisteuern würden, klingt mein Deutsch gleich viel deutscher!

  1. Alle deutschen Wörter klingen gleich

Das ist natürlich etwas übertrieben, aber für ungeübte Ohren klingen viele deutsche Wörter wirklich identisch. Stellen Sie sich vor, wie sich meine Mitbewohner amüsiert haben, als ich ihnen von einem Abfall erzählte, obwohl ich eigentlich Unfall meinte. Bevor ich aber auf das Wort Unfall kam, habe ich es noch mit Ausfall, Notfall und Einfall probiert. Zum Glück ist mir nicht auch noch Durchfall eingefallen! Bei so vielen verschiedenen Präfixen mit so unterschiedlichen Bedeutungen können Wörter, die sehr ähnlich klingen, etwas völlig anderes heißen.

  1. Syntax

Jeder, der irgendwann einmal Deutsch gelernt hat, erinnert sich bestimmt an dieses eine seltsame Phänomen: die deutsche Satzstellung. Die Goldene Regel lautet, dass im Deutschen das Verb IMMER an der zweiten Position im Satz steht. Natürlich nur, wenn es nicht am Ende stehen muss, weil man eine unterordnende Konjunktion verwendet hat. In seinem berühmten Aufsatz „Die schreckliche deutsche Sprache“ gibt Mark Twain ein gutes Beispiel dafür, wie lächerlich diese Regel sein kann:

Wenn er aber auf der Straße der in Samt und Seide gehüllten jetzt sehr ungenirt nach der neusten Mode gekleideten Resräthin begegnet.

Zu Verdeutlichung, wie seltsam das für uns Englisch-Muttersprachler ist, hier der ganze Satz auf Englisch, nur mit deutscher Satzstellung: „But when he, upon the street, the (in-satin-and-silk-covered-now-very-unconstrained-after-the-newest-fashioned-dressed) government counselor’s wife met,”

  1. Kasus und Genus

Wie in vielen anderen europäischen Sprachen haben Substantive im Deutschen ein Genus. Es gibt das Maskulinum, das Femininum und das Neutrum und dazu auch noch den Plural. Je nachdem, welches Geschlecht ein Substantiv hat, lautet der zugehörige Artikel „der“, „die“, „das“ oder „die“ (Plural). Die Artikel verändern sich jedoch, wenn die deutschen Fälle dazukommen. Es gibt vier Fälle, die je nach Position des entsprechenden Substantivs im Satz verwendet werden. Ich werde nicht versuchen, das alles in diesem kurzen Blogeintrag zu erklären, aber insgesamt gibt es ganze 16 Möglichkeiten, wie das englische „the“ im Deutschen wiedergegeben werden kann: der, die, das, den, dem und des.

  1. Redewendungen

Deutsche Redewendungen sind genau wie die Deutschen: Logisch, strukturiert und vernünftig. Besonders gut gefällt mir „eierlegende Wollmilchsau“, wörtlich ins Englische übertragen „egg-laying wooly milk cow“, womit man eine Person beschreibt, die einfach alles kann, also ein echtes Multitalent. Oder auch die eher auf Sprache bezogene Redensart „Mein Deutsch ist nicht das Gelbe vom Ei, aber es geht“. Wörtlich ins Englische übersetzt wäre das „My German is not the yellow of the egg, but it goes“, was allerdings nicht viel Sinn ergibt.

  1. Ümläute

Die drei kleinen Buchstaben ö, ü und ä bereiten Deutschlernern große Schwierigkeiten. Im Englischen zum Beispiel gibt es sie schlicht und ergreifend nicht. Die größten Probleme habe ich mit dem „ü“, das für mich so wie „eew“ klingt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich schon „Kuchen“ und „Küche“ miteinander verwechselt habe. Ein kleines Phonem kann einen riesigen Unterschied machen, schließlich möchte niemand eine Küche essen oder den Kuchen putzen.

  1. Denglisch

Der Rettungsanker aller Englisch-Muttersprachler, die Deutsch lernen, ist „Denglisch“ (ein paar tolle Beispiele gibt es in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=xlQI0mfJbCc). Wenn man zwei Deutschen bei einer Unterhaltung zuhört, fallen einem zig englische Wörter auf, die einfach so eingestreut werden (selbstverständlich mit deutscher Aussprache). Vor allem in den Bereichen Marketing, Wirtschaft und Technik kommen viele neue Wörter aus dem Englischen, weshalb die Deutschen gerne noch etwas „in der Pipeline“ haben oder Dinge als „sehr strange“ bezeichnen. Zur Not kann man es also einfach auch auf Englisch sagen und schon gibt es kein Kommunikationsproblem mehr!

 

Das Deutsche hat eine Menge Eigenarten. Und obwohl ich meinen Kopf aus Verzweiflung manchmal wirklich gerne gegen die Wand hauen würde, kann Deutschlernern großen Spaß machen. Das Team der Sprachenfabrik hat zum Glück sehr viel Geduld mit mir, korrigiert mich wenn nötig und motiviert mich immer wieder, nicht aufzugeben.

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Zum Internationalen Übersetzertag: Über die bedeutendste Übersetzung im deutschen Sprachraum

„Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!“ – Das erste Buch Mose liefert eine biblische Erklärung für die Mehrsprachigkeit auf der Welt: eine gezielte Maßnahme Gottes, um das Bauprojekt „Turm zu Babel“ als Sinnbild des menschlichen Hochmuts zu verhindern. Und heute, am Internationalen Übersetzertag, möchten wir gern einen Blick zurück werfen: auf „das Buch der Bücher“ und die Begründer unseres Geschäfts, die Kirchenväter und Theologen.

Zugegeben, historisch betrachtet gibt es sicher andere Gründe für die sprachliche Vielfalt auf der Welt. Fakt ist nichtsdestotrotz, dass die Bibeltexte ursprünglich in verschiedenen Grundsprachen, größtenteils Hebräisch und Griechisch, verfasst waren. Hieronymus, anlässlich dessen Todestag der 30. September zum Internationalen Übersetzertag ausgerufen wurde, war der erste Theologe mit so umfassenden Sprachkenntnissen, dass er im vierten Jahrhundert n. Chr. eine komplette Übersetzung der Bibel, unter Berücksichtigung bereits übersetzter Fragmente, in die lateinische Sprache anfertigen konnte. Seine Fassung, die Vulgata, ist noch immer ein maßgeblicher Bibeltext der katholischen Kirche.

Die Verdeutschung der Bibel

Doch auch viel später, im 16. Jahrhundert n. Chr., macht die „Sprachverwirrung“ den Menschen zu schaffen: Gelehrte tauschen sich über ganz Europa in Latein aus, der Adel spricht – bien sûr – Französisch und die deutsche Sprache gilt als Vulgärsprache des einfachen Mannes. Martin Luther, Mönch und Doktor der Theologie, kritisiert scharf, dass der Großteil des Volkes somit keinen direkten Zugriff auf die Heilige Schrift hat – und das, obwohl Religion und Kirche damals natürlich einen viel größeren Einfluss auf das alltägliche Leben aller Menschen in Deutschland haben! Mit dem Ziel, das Wort Gottes einem möglichst großen Publikum zugänglich zu machen, wird Luther also selbst als Übersetzer tätig und beginnt ab 1517 zunächst einzelne Bibelstellen, dann das Neue und schließlich auch das Alte Testament ins bislang nicht als Schriftsprache gefestigte Deutsche zu übertragen. Später dann, im Jahr 1530, erläutert er den wichtigsten Grundsatz seiner übersetzerischen Tätigkeit im „Sendbrief vom Dolmetschen“ (Anm.: die definitorische Unterscheidung zwischen Dolmetschen und Übersetzen wird erst in der Neuzeit und Moderne vorgenommen) an seinen Freund, den Theologen Wenzeslaus Linck: „Denn man muss nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man soll Deutsch reden[…], sondern man muss die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gassen, den gemeinen Mann auf dem Markt drum fragen, und denselbigen auf das Maul sehen wie sie reden und darnach dolmetschen[…].“ Auf das Verständnis in der Zielsprache kommt es an! Nur so kann Luthers deutsche Bibelübersetzung seine weitreichende Wirkung entfalten. Und das tut sie auch – und zwar gewaltig: Gutenberg hat den Buchdruck bereits erfunden und Luther verzichtet auf ein Übersetzerhonorar. Die Übersetzung der Bibel in deutscher Sprache wird so ein Verkaufsschlager und Luther damit zum Bestsellerautor des 16. Jahrhunderts. Die Reformation hat begonnen!

Noch heute ist die deutsche Sprache übrigens durch Martin Luthers Übersetzung der Bibel geprägt – ohne dass wir es zwingend bemerken: Die Wendungen „ihm geht ein Licht auf“, „im Dunkeln tappen“, „Lästermaul“, „Lückenbüßer“, „Gewissensbisse“ und „Denkzettel“ sind nur wenige Beispiele für Wortschöpfungen Luthers, die heute noch fester Bestandteil der profanen Alltagssprache sind.

Gewinnen Sie ein Sammlerstück: Martin Luther als Spielzeugfigur

Das Lebenswerk Luthers honorierte der deutsche Spielzeughersteller Playmobil nun übrigens auf sehr originelle Weise: Auch, um für das 500. Jubiläum der Reformation im übernächsten Jahr zu werben, wurde der Reformator – und erste deutsche Übersetzungstheoretiker – auf Anregung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, der Deutschen Zentrale für Tourismus und der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg hin zu Beginn dieses Jahres erstmals als Spielfigur im Miniaturformat produziert. Und hier war das Interesse ebenfalls riesengroß: Die erste Auflage von 34.000 Figuren war binnen 72 Stunden ausverkauft.

Wir verlosen drei Exemplare der Nachproduktion! Den schnellsten drei Einsendern schenken wir jeweils einen Playmobil-Martin-Luther mit seiner Übersetzung der Bibel in der Hand – für die kleine Reformation im Kinderzimmer. Bitte senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Martin Luther“ an: kontakt@sprachenfabrik.de

Und natürlich stehen wir Ihnen unter dieser E-Mail-Adresse auch heute bei Fragen rund ums Thema Sprachdienstleistungen und Übersetzung zur Verfügung, denn, um diesen Blogeintrag mit Worten aus Martin Luthers „Sendbrief“ zu schließen, ebendiese sollten schließlich von sprachlich und fachlich gut ausgebildeten professionellen Übersetzern übernommen werden: „Ach, es ist dolmetschen keineswegs eines jeglichen Kunst […]; es gehöret dazu ein recht, fromm, treu, fleißig, furchtsam, christlich, gelehret, erfahren, geübtes Herz.“

Preise, Feste, Menschenrechte: der Internationale Übersetzertag 2014

Schutzpatron der Übersetzer

Der heilige Hieronymus, Schutzpatron der Übersetzer, starb am 30. September 420.Wie stellt man sich einen solchen Schutzpatron nun vor? Eine schnelle Google-Bildersuche bringt Aufschluss: ein Weiser mit langem Bart, der zurückgezogen im Kerzenschein, umgeben von Pergamenten und Manuskripten, Wörter in unterschiedlichen Sprachen zu Papier bringt. Wie viel diese romantische Vorstellung mit der Realität zu tun hat, können heute allenfalls Kunsthistoriker beantworten. Das Pergament ist längst dem Computer gewichen, die Kerze der Schreibtischlampe, und Hieronymus hat seine heute als Vulgata bekannte lateinische Bibelübersetzung sicherlich auch nicht nach Wörtern abgerechnet. Aber das Übersetzen als Kulturtechnik ist in einer modernen, globalisierten Gesellschaft wichtiger denn je. Daher feiert die Übersetzerbranche am 30. September den Internationalen Übersetzertag, auch Hieronymus-Tag.

Offiziell eingeführt wurde er 1991 vom Internationalen Übersetzerverband FIT (Fédération Internationale des Traducteurs), sein Namensgeber ist der Heilige Hieronymus.

 

Veranstaltungen am Tag des Übersetzens

So vielfältig der Beruf des Übersetzers und das Feld der Sprachen sind, so vielfältig sind auch die Veranstaltungen, die jedes Jahr am 30. September im Rahmen des Internationalen Übersetzertags stattfinden. Viele werden von den großen deutschen Übersetzerverbänden, dem Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) und dem Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e. V. (VdÜ), veranstaltet. Wobei der Beruf des Übersetzers im Mittelpunkt steht. Es geht um Übersetzer als Einzelkämpfer, als Wirtschaftsfaktor, als Kulturmittler, als diejenigen, die Kommunikation und Völkerverständigung auch über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg ermöglichen.

Eine der unter Sprachbegeisterten und Wortaffinen wohl bekanntesten Veranstaltungsreihe zum Internationalen Übersetzertag ist die unter anderem vom Auswärtigen Amt und vom Goethe-Institut geförderte Weltlesebühne, die seit 2009 in verschiedenen deutschen Städten sowie in Zürich und Goethe-Instituten weltweit mit Gläsernen Übersetzern dem Publikum die Welt des Übersetzens näherbringen möchte (www.weltlesebuehne.de). Am Weltübersetzertag, wie er gerne auch genannt wird, erleben die Zuschauer die Entstehung einer Übersetzung live und verfolgen den nicht immer einfachen Weg vom Original bis zur gelungenen Übersetzung.

 

Auszeichnungen für Übersetzer

Der Internationale Übersetzertag wird auch genutzt, um Menschen und Unternehmen für ihren vorbildlichen Umgang mit Sprache und ihre Übersetzungen auszuzeichnen.

Der BDÜ vergibt seit 2012 jährlich den BDÜ-Hieronymus-Preis an Unternehmen für ihre herausragende mehrsprachige Kommunikation. Als Preisträger kann jedes Unternehmen im In- und Ausland vorgeschlagen werden, „das in vorbildlicher Weise seine mehrsprachige Kommunikation mit internen oder externen Übersetzern und/oder Dolmetschern realisiert.“

Der VdÜ verleiht seit 1979 alle zwei Jahre den Hieronymusring. Er wurde von der Übersetzerin Susanna Brenner-Radermacher anlässlich ihres 80. Geburtstags gestiftet und wird für herausragende Übersetzerleistung verliehen. Der jeweilige Träger des Rings gibt diesen nach zwei Jahren an den nächsten ausgewählten Kollegen weiter.

Der für uns tägliche routinierte Umgang mit Sprache, das Übersetzen, ist nicht nur Wirtschaftsfaktor, Unterhaltung oder einfache Verständigungshilfe – er ist für viele Menschen weltweit (über)lebenswichtig und hilft ihnen, sich in allen Situationen in ihrer eigenen Sprache ausdrücken und verständigen zu können. Darauf möchte der Internationale Übersetzerverband FIT mit seinem diesjährigen Motto des Internationalen Übersetzertags hinweisen: Language Rights: Essential to All Human Rights.

Die FIT nutzt den Internationalen Übersetzertag 2014, um an die Allgemeine Erklärung der Sprachenrechte, die sogenannte Barcelona Declaration, zu erinnern. Diese Erklärung stellt das Recht jedes Einzelnen heraus, „sowohl in der Öffentlichkeit als auch privat die eigene Sprache“ zu verwenden. Sie wurde in Anlehnung an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 im Rahmen der Weltkonferenz für Sprachenrechte am 9. Juni 1996 in Barcelona verabschiedet. Die Sprache, da sind sich die Unterzeichner einig, ist ein wichtiger Teil unserer Identität, weshalb niemand daran gehindert werden darf, uneingeschränkt in seiner eigenen Sprache zu kommunizieren.

Und so verbindet der Geist des Heiligen Hieronymus auch heute noch die Menschen durch eines der wichtigsten Kulturgüter, das sie haben: die Sprache.

 

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Fußball-ABC – wir liefern die Übersetzung

Die Fußballweltmeisterschaft steht vor der Tür!

Damit Sie daheim vor dem Fernseher, in der Kneipe oder beim Public Viewing nun auch multilingual mit Ihrem Fußballwissen glänzen können, haben wir hier die wichtigsten Fußballbegriffe von A bis Z für Sie aufgelistet – auf Deutsch sowie in Übersetzung auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und natürlich auch in der Sprache des diesjährigen Gastgeberlandes: brasilianisches Portugiesisch.

 

A wie Abseits

Laut der FIFA handelt es sich um Abseits, wenn

  1. der angreifende Spieler sich zum Zeitpunkt des Abspiels in der gegnerischen Hälfte befindet und
  2. der Torlinie näher ist, als der Ball und der vorletzte Abwehrspieler es sind.
  3. Es ist hierbei unerheblich, ob es sich bei den beiden Abwehrspielern um einen Feldspieler und den Torwart oder zwei Feldspieler handelt.

Oder auch, wie es Franz Beckenbauer so schön sagte: »Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift.«

 

Englisch: offside

Französisch: hors-jeu

Spanisch: fuera de juego

Italienisch: fuorigioco

Brasilianisches Portugiesisch: impedimento

 

B wie Bananenflanke

Als Bananenflanke bezeichnet man im Fußball eine Flanke mit stark gekrümmter Flugbahn vor das gegnerische Tor. Hierfür wird der Ball mit Effet getreten, ihm wird also beim Schuss ein starker Drall nach links oder rechts gegeben.

Englisch: curling cross

Französisch: frappe banane

Spanisch: centro con mucho efecto

Italienisch: cross ad effeto

Brasilianisches Portugiesisch: passe com efeito

 

C wie Chancentod

So wird umgangssprachlich ein Spieler genannt, der jede auch noch so riesige Torchance vergibt.

Englisch: opportunity killer

Spanisch: destructor de oportunidades

Hierfür gibt es leider nicht in jeder Sprache eine Entsprechung, aber in solchen Momenten im Spiel ergibt sich meist der Kommentar. Stimmen Sie einfach in den kollektiven Aufschrei mit ein, man versteht Sie schon, keine Sorge.

 

D wie Doppelpass

Folge von zwei Pässen, von denen der erste an einen Mitspieler gegeben wird, der den Ball sofort wieder an den ersten Spieler zurückpasst.

Englisch: one-two

Französisch: une-deux

Spanisch: doble pase

Italienisch: uno-due

Brasilianisches Portugiesisch: tabelinha

 

E wie Elfmeterschießen

Zu einem Elfmeterschießen kommt es immer dann, wenn in einem K.-o.-Spiel (also in einem Spiel, in dem es einen Sieger geben muss) auch nach einer Verlängerung kein Sieger feststeht. Es treten 5 Spieler pro Mannschaft an, die abwechselnd auf das Tor schießen. Wenn es nach den jeweils 5 Schüssen pro Mannschaft noch immer keinen Sieger gibt, treten einzelne Schützen im Sudden-Death-Verfahren gegeneinander an, bis eine Mannschaft führt.

Englisch: penalty shootout

Französisch: séance de pénaltys

Spanisch: los penaltis

Italienisch: calci di rigore

Brasilianisches Portugiesisch: pênaltis

 

F wie Finale

Einmal im Finale einer Weltmeisterschaft zu stehen –­ davon träumt wohl jeder Fußballer. Achtung: Hier kommt es auf die richtige Aussprache und Betonung an!

Englisch: final

Französisch: finale

Spanisch: final

Italienisch: finale

Brasilianisches Portugiesisch: final

 

G wie Grätsche

Eine Grätsche ist der Versuch eines Spielers, den Ball rutschend und mit ausgestrecktem Bein zu erreichen. Sofern der Spieler dabei den Ball spielt oder versucht zu spielen, ist dies durchaus regelkonform. Wenn der Spieler jedoch mit voller Absicht einen Gegenspieler tritt, ohne dass eine Chance besteht, den Ball zu treffen, spricht man von einer Blutgrätsche. Da hierbei eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf genommen wird und es sich somit um ein grobes Foul handelt, wird dies zumeist mit einer Roten Karte geahndet.

Englisch: sliding tackle

Französisch: tacle glissé

Spanisch: segada

Italienisch: falciare qcn. (jemanden grätschen)

Brasilianisches Portugiesisch: carrinho

H wie Handspiel

Das Spielen des Balles mit der Hand oder dem gesamten Arm unterhalb der Schulter. Geschieht dies absichtlich, so wird es mit einem direkten Freistoß bzw. einem Elfmeter (im eigenen Strafraum) geahndet.

Englisch: handball

Französisch: faute de mains

Spanisch: falta de mano

Italienisch: fallo di mani

Brasilianisches Portugiesisch: falta de mão

 

I wie Innenverteidiger

Der Innenverteidiger spielt, wie der Name schon sagt, in der Verteidigung, und dort meistens zentral, also eher in der Spielfeldmitte vor dem Tor. Ein solcher Spieler ist meistens relativ groß und robust gebaut, damit er sowohl Zweikämpfe als auch Kopfballduelle gewinnen kann.

 

Englisch: centre back

Französisch: arrière central

Spanisch: defensa central

Italienisch: centrale difensivo

Brasilianisches Portugiesisch: defesa central

 

J wie Joker

Der Joker kommt durch eine Einwechslung ins Spiel, um den Spielverlauf zu wenden oder eine Entscheidung herbeizuführen. Meist ist der Joker ein Stürmer, der für die nötigen Tore sorgen soll.

 

Englisch: joker

Französisch: joker

Spanisch: comodín

Italienisch: jolly

Brasilianisches Portugiesisch: curinga

 

K wie Konter

Die Mannschaft stürmt nach vorn, ist kurz vor dem Tor und verliert durch eine Unachtsamkeit den Ball. Jetzt muss die gegnerische Mannschaft schnell sein und einen Konter, also einen schnellen Gegenangriff, starten.

Englisch: counter-attack

Französisch: contre

Spanisch: contraataque

Italienisch: contropiede

Brasilianisches Portugiesisch: desmarcação

 

L wie Latte

Nein, hiermit ist nicht ihr Lieblingsgetränk aus dem italienischen Café um die Ecke gemeint, sondern der obere der drei Balken, die das Tor bilden. Bei Fans ist die Latte nicht sehr beliebt, meistens weil durch sie das Tor des eigenen Stürmers verhindert wird.

 

Englisch: bar

Französisch: barre

Spanisch: larguero

Italienisch: traversa

Brasilianisches Portugiesisch: travessão

 

M wie Mittelfeld

Bezeichnet den mittleren Teil eines Spielfeldes – so einfach ist das!

Englisch: midfield

Französisch: centre du terrain

Spanisch: mediocampo

Italienisch: centrocampo

Brasilianisches Portugiesisch: meio-de-campo

 

N wie Nachspielzeit

Während eines Fußballspiels kommt es immer wieder zu Unterbrechungen, etwa weil ein Spieler gefoult wurde und behandelt werden muss, Spieler ausgewechselt werden oder wegen Ähnlichem. Die hierbei verlorene Zeit wird am Ende jeder Halbzeit nachgeholt. Eine Nachspielzeit ist keine Verlängerung (siehe unten).

Englisch: stoppage time

Französisch: temps additionnel

Spanisch: descuento

Italienisch: minuti die recupero

Brasilianisches Portugiesisch: tempo de acréscimo

 

P wie Platzverweis

Dieser wird vom Schiedsrichter ausgesprochen und meist durch das Ziehen der Roten Karte symbolisiert. Der betroffene Spieler muss das Spielfeld sofort verlassen und darf nicht ersetzt werden. Übrigens kann auch ein Trainer oder Assistenztrainer einen Platzverweis erhalten und muss dann den Spielfeldrand oder die sog. technische Zone verlassen. Hier wird zwar keine Rote Karte gezeigt, das Resultat für den Betroffenen ist allerdings das gleiche.

Englisch: to send someone off

Französisch: carte rouge

Spanisch: expulsión del terreno de juego

Italienisch: espulsione

Brasilianisches Portugiesisch: expulsão

Q wie Querpass

Ein Querpass ist das Zuspielen des Balles von einem Spieler zum anderen, bei dem sich beide Spieler in etwa auf gleicher Spielfeldhöhe befinden.

Englisch: square pass

Französisch: passe latérale

Spanisch: pase en diagonal

Italienisch: passaggio laterale

Brasilianisches Portugiesisch: lateral

 

S wie Schwalbe

Wenn ein Spieler sich mit schmerzverzerrtem Gesicht fallen lässt, ohne dass er tatsächlich gefoult wurde, spricht man von einer Schwalbe. Es handelt sich um den Versuch, für die eigene Mannschaft einen Vorteil durch einen Frei- oder Strafstoß herauszuholen.

Englisch: diving

Französisch: simulation

Spanisch: falta fingida

Italienisch: simulazione di fallo

Brasilianisches Portugiesisch: mergulho

 

T wie Tor!

Oder auch: Das Runde muss ins Eckige!

Englisch: goal!

Französisch: but!

Spanisch: gol!

Italienisch: gol!

Brasilianisches Portugiesisch: gol!

U wie Unentschieden

Das meist unbefriedigendste Ergebnis eines Spiels überhaupt. Da kann man auf der Welt fragen, wen man will.

Englisch: draw

Französisch: match nul

Spanisch: igualada

Italienisch: pareggio

Brasilianisches Portugiesisch: empate

 

V wie Verlängerung

Zu einer Verlängerung kommt es, wenn in einem K.-o.-Spiel nach 90 Minuten noch keine Entscheidung gefallen ist. In diesem Fall wird das Spiel um zweimal 15 Minuten verlängert. Hilft dies auch nichts, kommt es zu einem Elfmeterschießen.

Englisch: extra time

Französisch: prolongation

Spanisch: prórroga

Italienisch: tempi supplementari

Brasilianisches Portugiesisch: prorrogação

 

W wie Weltmeisterschaft

Das große, alle vier Jahre stattfindende Fußballturnier, um das alle (wir auch) immer so einen Wirbel machen.

Englisch: World Cup

Französisch: Coupe du Monde

Spanisch: mundial

Italienisch: campionato mondiale

Brasilianisches Portugiesisch: copa do mundo

 

Z wie Zwölfter Mann

Ein sprichwörtlicher zwölfter Spieler auf dem Platz. Gemeint sind hier die Fans, die durch Anfeuern der eigenen Mannschaft selbiger zu mehr Leistung verhelfen können ­– eben wie ein zusätzlicher, zwölfter Spieler.

Englisch: home crowd

Französisch: supporteurs

Spanisch: aficionados

Italienisch: tifosa

Brasilianisches Portugiesisch: fãs

 

 

So, nun sind Sie für alle Spiel- und Lebenslagen während der WM sprachlich bestens gerüstet.

Das Team der Sprachenfabrik wünscht Ihnen viel Spaß!

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Videospiele – immer die passende Übersetzung

Kleine Übersetzungshilfe für Noobs

Haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass Videospieler in einer eigenen Sprache sprechen? Sitzen Sie auch ratlos daneben, wenn Verwandte, Bekannte oder Freunde sich fröhlich über den letzten »Bash« oder den lustigen »Glitch« unterhalten?

Keine Sorge: Wir bieten Ihnen die ultimative Übersetzungshilfe, damit Sie beim nächsten Fachsimpeln als Profi dastehen können. In unserem kleinen Glossar finden Sie die jeweilige Übersetzung und Erklärung zum Computerspielefachjargon.

 

adden:

(engl. to add = hinzufügen)

Adden bezeichnet das Hinzufügen eines anderen Mitspielers.

 

Antialiasing:

(= Kantenglättung)

Die Kantenglättung vermindert »pixelige« Objektkanten und lässt ein Bild dadurch natürlicher und weicher erscheinen. Sie erfordert allerdings eine sehr hohe Rechenleistung und kann zu Lags führen.

 

APM:

(engl. actions per minute = Aktionen pro Minute)

Gibt die Anzahl aller Aktionen (Mausklick, Tastatureingaben, Controllereingaben etc.) eines Spielers innerhalb einer Minute an und misst so seine Spielgeschwindigkeit. Insbesondere in Echtzeitstrategiespielen ist ein hoher APM-Wert von großer Bedeutung.

 

Avatar:

Kann sowohl das Profilbild eines Nutzers (z. B. in Foren) als auch die eigene Spielfigur in Rollenspielen bezeichnen.

 

bashen:

(engl. to bash = schlagen)

Wird verwendet, wenn Gegner vernichtend geschlagen worden sind oder durch kontinuierliches Angreifen am Spielaufbau gehindert werden.

 

blocken:

Bezeichnet das spielbehindernde Verhalten von Mitgliedern des eigenen Teams, beispielsweise wenn ein Mitglied im Weg steht.

 

Bot:

(engl. robot = Roboter)

Eine Spielfigur, die vom Computer gesteuert wird.

 

Bug:

(= Käfer)

In den ersten Computern sollen tatsächlich Käfer Kurzschlüsse verursacht haben. Heutzutage meint ein Bug aber einen Fehler im Spiel. Kleinere Bugs können die Grafik beeinflussen, größere ganze Spielabschnitte unlösbar gestalten.

 

Bunnyhopper:

(engl. bunny = Hase und hopper = Hüpfer)

Bezeichnet einen Spieler, der kontinuierlich hüpft, anstatt zu gehen. Das steigert in vielen Spielen die Bewegungsgeschwindigkeit. Dafür sieht die Figur im Spiel aber recht albern aus.

 

Camper:

Bezeichnet einen Spieler, der an einer bestimmten Stelle des Spiels den Gegnern auflauert (meist versteckt hinter einem Hindernis), anstatt aktiv am Spiel teilzunehmen. Wird abwertend verwendet, da ein solches Verhalten den Spielfluss hemmt und den Spaß für alle anderen Spieler mindert.

 

Cheater:

(= Betrüger)

Bezeichnet einen Spieler, der sich einen nicht legitimen Vorteil verschafft (durch das Verwenden von Cheats, also nicht vorgesehenen Programmen im Spiel) und damit seinen Mitspielern oder Gegnern unverdient überlegen ist.

 

CTF:

(engl. Capture the flag = Erobere die Flagge)

Ein Spielmodus, bei dem eine gegnerische Flagge zur eigenen Basis gebracht werden muss, um das Spiel zu gewinnen, während die eigene Flagge vorm Gegner beschützt werden muss.

 

Damagedealer:

(engl. damage = Schaden und dealer = Geber)

Bezeichnet Charaktere, deren primäres Ziel es ist, Schaden auszuteilen. Jedoch können sie selber nicht viel Schaden einstecken. Gegenteil von Tanks.

 

DPS:

(engl. damage per second = Schaden pro Sekunde)

Bezeichnet einen Wert von Waffen oder Fähigkeiten, der sich aus dem verursachten Schaden und der Angriffsgeschwindigkeit zusammensetzt.

 

ffa:

(engl. free for all = frei für alle)

Bezeichnet einen Spielmodus, bei dem keine Teambildung stattfindet, sondern jeder gegen jeden kämpft.

 

flamen:

(engl. to flame so. = jmd. beleidigen)

Wenn ein Spieler einen anderen aus Frust beleidigt und niedermacht.

 

Glitch:

(= Panne, Störung)

Bezeichnet Fehler in Videospielen. Das können falsch angezeigte Grafiken sein oder Effekte, die dem Spieler Vorteile verschaffen, ohne dass dies von den Entwicklern vorgesehen war.

 

God Mode:

( = Gottmodus)

Bezeichnet einen speziellen Cheat, der den Spieler unverwundbar macht, durch Wände gehen und/oder maximalen Schaden verursachen lässt.

 

Item:

(= Gegenstand)

Bezeichnet einen Gegenstand, der von der Spielfigur aufgesammelt und verwendet werden kann. In der Regel hat diese Verwendung eine positive Auswirkung, wie die Regeneration des Lebensbalkens oder die Stärkung bestimmter Eigenschaften.

 

Lag:

(= zeitliche Verzögerung)

Bezeichnet Verzögerungen, Pausen oder Unterbrechungen im Spiel, die aufgrund von technischen Problemen auftreten können. Die Gründe dafür können überfüllte Server, schlechte Internetverbindungen oder eine zu geringe Rechnerleistung sein.

 

Lamer:

(engl. lame = lahm)

Ein abwertender Begriff für einen Spieler, der unfaire Taktiken anwendet, wie z. B. Campen oder Cheaten.

 

Loot – looten:

(engl. loot = Beute, to loot = plündern)

Beschreibt das Plündern sämtlicher Gegenstände (Items), die gefallene Gegner bei sich hatten.

 

Lowsense – Midsense – Highsense:

(engl. sensitivity = Empfindlichkeit, Sensibilität)

Beschreibt den Spielstil eines Spielers in Hinblick auf die Einstellung der Computermaus. Spielt jemand mit einer hohen Mausgeschwindigkeit (Highsense), kann er z. B. in einem Ego-Shooter schnell reagieren, während bei einer niedrigen Mausgeschwindigkeit (Lowsense) eine höhere Präzision gewährleistet ist.

 

MMOG:

Ist die Abkürzung für »Massively Multiplayer Online Game« und bezeichnet ein Browserspiel, bei dem eine Spielwelt von mehreren Mitspielern geteilt wird.

 

Newbie:

(engl. new = neu)

Bezeichnet einen Neuling oder einen unerfahrenen Spieler, wird aber nicht abwertend verwendet.

 

Noob:

Bezeichnet ebenfalls einen Neuling oder unerfahrenen Spieler, der sich jedoch lernunwillig oder arrogant verhält, und ist daher eine abwertende Bezeichnung.

 

Quest:

(= Suche)

Bezeichnet eine Aufgabe, die ein Spieler lösen muss. Vor allem in Rollenspielen gängiger Begriff. In Quests muss der Spieler kleinere Such- oder Kampfaufgaben lösen, die neben der Hauptgeschichte laufen. Am Ende jeder Quest erfolgt eine Belohnung in Form von Erfahrungspunkten oder nützlichen Gegenständen.

 

Rage quit:

(engl. rage = Wut und to quit = verlassen)

Bezeichnet einen Spieler (vor allem in einem Multiplayer), der seiner Meinung nach unfair behandelt wird oder verloren hat und aus lauter Wut das Spiel verlässt. Daher wird der Begriff eher abwertend verwendet, da es einen schlechten Verlierer bezeichnet.

 

Respawn:

(engl. to spawn = hervorbringen)

Bezeichnet das Wiedereinsteigen eines Mitspielers oder eines Gegners nach dessen Ausscheiden aus dem Spiel. Für gewöhnlich geschieht der Respawn an einer bestimmten Stelle im Spiel.

 

Skills:

(= Fähigkeiten)

Bezeichnet die Fähigkeiten, die ein Spieler während eines Spiels erlernt. Dies können Charaktereigenschaften sein oder Erfahrungswerte.

 

Tank:

(= Panzer)

Bezeichnet Charaktere, deren primäres Ziel es ist, Schaden einzustecken (meist extrem gut gepanzert durch Rüstung oder mit hoher Lebensenergie ausgestattet). Jedoch können sie selber nicht viel Schaden austeilen. Gegenteil von Damagedealer.

 

Tech tree:

(engl. tech = Technologie und tree = Baum)

Der Technologiebaum gibt u. a. in Strategiespielen eine Übersicht über die Technologien, Fähigkeiten, Boni und Gebäude, die man während des Spiels freischalten, erforschen oder kaufen kann.

 

 

 

Übersetzung von Pseudoentlehnungen und falschen Freunden

Neulich lektorierten wir, das Team der Sprachenfabrik, für einen Kunden eine englischsprachige Customer Solution. Darin ging es unter anderem um Produkte, die der Kunde wiederum im Auftrag seines Kunden lagerte und auslieferte, z. B. Surf-Sticks. Dieses vermeintlich englische Wort stieß bei unserer britischen Lektorin auf Unverständnis. Erst nach einer Google-Recherche konnte sie ergründen, was hier gemeint war. Es handelt sich bei dem Wort „Surf-Stick“ nämlich um eine Pseudoentlehnung – im englischen Sprachraum wird das Gerät „dongle“ genannt. Ähnlich wie beim viel zitierten Handy waren hier wohl deutsche Muttersprachler am Werk, die gedacht haben müssen, dass ein englischer Produktname für potenzielle Kunden ansprechender sein könnte. Weitere Beispiele sind die deutschen Wörter „Beamer“, „Bodybag“, „Public Viewing“ und „Slip“.

Um Pseudoentlehnungen handelt es sich im Deutschen jedoch nicht nur bei vermeintlich englischen Wörtern. Auch sogenannte „Scheingallizismen“, also Wörter, die aus dem Französischen zu kommen scheinen, finden sich im Duden. Beispiele dafür sind „Friseur“, „Delikatesse“ und „Blamage“. Diese haben sich wohl ins Deutsche geschlichen, als die französische Sprache gerade besonders „en vogue“ war.

Silicon Valley – das Silikontal?

Vor einiger Zeit wurde von den Medien die deutsche Übersetzung der Steve-Jobs-Biografie recht stark kritisiert, u. a. für einen Fehler, bei dem es sich um einen „false friend“ handelte: Das englische Wort „silicon“ war mit „Silikon“ übersetzt worden – richtig wäre jedoch „Silizium“ gewesen; das englische Wort für Silikon ist „silicone“. Falsche Freunde sind Wörter, die z. B. orthografisch oder phonetisch ähnlich sind, aber nicht dasselbe bedeuten. Dies kann einerseits zu witzigen Missverständnissen führen – das englische Wort „gift“ bedeutet etwa „Geschenk“ und nicht „Gift“; andererseits aber auch zu schwerwiegenden Fehlern, wenn z. B. „billion“(im amerikanischen Englisch das Wort für Milliarde) und „Billion“ verwechselt werden.

Damit Ihnen so etwas nicht passiert, haben wir nachfolgend einige falsche Freunde verschiedener Sprachen aufgeführt, die oft zu Verwechslungen führen.

 

Englisch deutsche
Bedeutung
Deutsch englische
Bedeutung
actual tatsächlich aktuell current
chef Küchenchef Chef boss
procurer Zuhälter Prokurist attorney
spot Fleck, Punkt Werbespot commercial, advert
to realize einsehen, begreifen realisieren to implement

 

Französisch deutsche
Bedeutung
Deutsch französische
Bedeutung
appartement Wohnung Appartement studio
baiser Küssen Baiser meringue
infusion Kräutertee Infusion perfusion
médecin Arzt Medizin médecine
taille Größe Taille silhouette

 

Niederländisch deutsche
Bedeutung
Deutsch niederländische
Bedeutung
bellen klingeln bellen blaffen
winkel Laden Winkel hoek