Übersetzungstechnologien

Qualitätsmanagement in der Sprachenfabrik

Vier Faktoren für eine optimale Übersetzungsqualität

Wenn es um die Qualität von Übersetzungen geht, verlassen wir uns nicht auf den Zufall. Vielmehr gibt es ganz konkrete Maßnahmen, die wir – in Abstimmung mit Ihnen – treffen, um das Beste herauszuholen. Wie genau wir vorgehen, möchten wir an dieser Stelle erläutern.

1. Übersetzerauswahl

Bei uns beginnt das Qualitätsmanagement schon, bevor Sie einen Übersetzungsauftrag platzieren. Über die Jahre hinweg haben wir ein großes Netzwerk von professionellen freiberuflichen Übersetzern aufgebaut, die alle über einen einschlägigen Universitäts- oder staatlichen Abschluss verfügen und sich zudem im Anschluss auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert haben.

Sobald wir für bestimmte Sprachrichtungen und Fachgebiete erhöhten Bedarf feststellen, bauen wir unser Netzwerk in dieser Hinsicht aus und testen die neuen Kollegen eingehend, ob sie unseren Qualitätsansprüchen gerecht werden können.

So stellen wir sicher, dass wir für Ihren Auftrag den fachlich geeigneten Übersetzer auswählen.

2. Vieraugenprüfung

Es mag abgedroschen klingen, doch die Praxis zeigt immer wieder, dass es sich bewahrheitet: Vier Augen sehen einfach mehr als zwei. Daher empfehlen wir grundsätzlich, alle Übersetzungen, die veröffentlicht werden sollen und nicht nur für den internen Gebrauch bestimmt sind, noch einmal prüfen zu lassen. Für die Vieraugenprüfung setzen wir einen Übersetzer der gleichen Sprachrichtung mit gleichwertiger Qualifikation ein, der noch einmal das Original mit der Übersetzung Satz für Satz abgleicht und die Übersetzung sprachlich auf den Prüfstand stellt. Fehler zu machen, ist schließlich menschlich – und die Vieraugenprüfung reduziert das Risiko einer fehlerhaften Übersetzung deutlich.

3. Einsatz von CAT-Tools

Auch vor der Übersetzungsindustrie hat die Digitalisierung in den letzten Jahrzehnten nicht Halt gemacht und so ist für uns die Arbeit mit Software, die beim Übersetzen unterstützt – sogenannten CAT -Tools (CAT = computer-aided translation) – selbstverständlich geworden. Das heißt keineswegs, dass Ihre Texte maschinell übersetzt werden. Vielmehr helfen diese Tools den menschlichen Übersetzern dabei, qualitativ hochwertige, konsistente und korrekte Übersetzungen zu liefern.

Ein solches Tool ist das Translation-Memory-System – ein „Übersetzungsspeicher“, der sich in der Vergangenheit übersetzte Texte Satz für Satz merkt und diese gespeicherten Sätze vorschlägt, sobald ein ähnlicher neuer Text übersetzt wird. In dieses Translation-Memory-System kann außerdem eine Termdatenbank, d. h. ein Glossar mit Fachtermini, die auf eine bestimmte Art und Weise übersetzt werden sollen, eingebunden werden, auf die der Übersetzer ebenfalls in Echtzeit zurückgreifen kann, ohne im gedruckten Wörterbuch nachschlagen zu müssen. Dieses Glossar können Sie uns gern mit anliefern – auf Wunsch erstellen wir dieses auch gerne für Sie.

Ihr Vorteil: Durch den Einsatz von CAT-Tools können Übersetzungen in der Regel schneller fertiggestellt und zugleich eine „falsche“ oder unerwünschte Wortwahl vermieden werden.

Falls Sie immer wieder ähnliche oder auch stark repetitive oder genormte Texte von uns übersetzen lassen, sparen Sie darüber hinaus auch noch Geld. Wir machen Ihnen gern ein auf Sie zugeschnittenes Angebot, das diese Faktoren berücksichtigt.

4. Layoutprüfung

Häufig lassen unsere Kunden von uns Flyer, Broschüren, Magazine oder Kataloge übersetzen. Dann empfehlen wir nach Abschluss der Grafikarbeiten immer eine sogenannte Layoutprüfung. Bei dieser Art der Prüfung schaut ein muttersprachlicher Übersetzer oder Lektor sich noch einmal das Dokument im Ganzen an. Sind die Worttrennungen am Ende einer Zeile korrekt? Stimmen alle Seitenzahlen? Findet sich vielleicht noch ein Tippfehler in einer Überschrift? Diese und andere Dinge werden abschließend gezielt geprüft, damit Ihr Produkt tatsächlich „gut zum Druck“ ist.

Als zuverlässiger und flexibler Partner garantieren wir mit diesen Arbeitsstandards qualitativ hochwertige Übersetzungen für unsere Kunden. Haben Sie noch Fragen zu unseren Vorgehensweisen? Dann sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gern.

Zur Verbesserung der Lesbarkeit verwenden wir im gesamten Text das generische Maskulinum.

Übersetzung von InDesign und Co.

Wir von der Sprachenfabrik sind regelmäßig dafür verantwortlich, Texte aus den Bereichen Kommunikation und Marketing in verschiedene Sprachen zu übersetzen. Durch den Umgang mit Translation-Memory-Systemen (sogenannte CAT-Tools; Computer Assisted Translation) sind wir mit den Herausforderungen vertraut, die beim Import spezieller Dateiformate aus Grafikprogrammen wie InDesign, QuarkXPress und Adobe FrameMaker bestehen. Die Aufgabe besteht hier nicht nur im Bereich der reinen Übersetzung. Probleme entstehen oftmals bereits beim eigentlichen Erstellungsprozess der Dokumente.

Viele professionelle Tools im Bereich Authoring, wie zum Beispiel Adobe FrameMaker oder XMetaL Author, bauen seit geraumer Zeit auf das Prinzip des Single-Source-Publishings, bei dem Texte in einem einzigen Quellformat (z. B. XML) verfasst und anschließend in mehrere Dateiformate übertragen werden. Leider setzen die Hersteller von Programmen im Bereich Mediengestaltung, wie etwa Adobe Photoshop oder InDesign, dieses Prinzip noch nicht um. InDesign-Dokumente können in übersetzungskompatible Dateiformate exportiert werden, allerdings heißt dies nicht unbedingt, dass ihre Struktur auch wirklich für die Übersetzung geeignet ist.

Zwar sind die meisten Grafiker gut ausgebildet und angehalten, bestimmte Vorgaben zu befolgen, jedoch ist dies bei Zeit- und Termindruck nicht immer möglich. Daraus können Probleme entstehen, die den Autoren selbst nicht bewusst sind, die aber die Übersetzung von InDesign-Dokumenten zu einem sprichwörtlichen Hexenwerk machen. Im Folgenden einige anschauliche Beispiele, auf die wir regelmäßig stoßen.

Übersetzungsoptimierung von InDesign-Dokumenten

In InDesign-Dokumenten, die zur Übersetzung bestimmt sind, sollte zusammenhängender Text immer in verknüpften Textrahmen untergebracht sein, sodass die Reihenfolge der Textbestandteile beim Einlesen in das Übersetzungstool eingehalten wird. Wenn aus Layout- oder Designgründen mehrere einzelne Textrahmen verwendet und diese nicht ordentlich verknüpft werden, kann das CAT-Tool sie nicht in die richtige Reihenfolge bringen und die Textbestandteile stehen wahllos hintereinander.

Platzierung von Textrahmen 

InDesign-Beitrag_FK

In diesem Beispiel wurden verschiedene Textrahmen aneinander platziert. In InDesign bzw. aus der Sicht des Autors bestehen hier keine offensichtlichen handwerklichen Mängel. Wenn man diesen Text jedoch zur Übersetzung in ein CAT-Tool importiert, ist es möglich, dass die Reihenfolge verloren geht. Translation Memorys zeigen dann keine brauchbaren Matches an. Die Übersetzung solcher Segmente gestaltet sich im Übrigen so kompliziert, da Übersetzungswerkzeuge bei Dateiformaten wie InDesign keine Voransicht des Zieldokumentes anzeigen. Der Übersetzer arbeitet in einem systemeigenen Editor, in dem ausschließlich die Textinhalte aus dem Layoutdokument angezeigt werden – und zwar genau so, wie sie eingegeben wurden, und nicht, wie sie im Layout dargestellt werden

Bei der Übersetzung von Word- oder PDF-Dokumenten werden hingegen Voransichten der Zieldokumente dargestellt. Hier gestaltet sich der Übersetzungsprozess daher wesentlich einfacher.

Fehler bei der Übersetzung durch ausgeblendete Elemente in InDesign

Ein anderes spannendes Beispiel sind Montageflächen bzw. Pasteboards, welche in InDesign unter anderem dazu verwendet werden, um Kommentare festzuhalten oder weiterzugeben. Beim Export der Texte aus InDesign in das CAT-Tool werden alle Elemente kopiert, die in dem Dokument enthalten sind. Das bedeutet, dass auch die bereits erwähnten Montageflächen exportiert werden, sofern sie nicht ausgeblendet oder entfernt werden. Wenn ältere Dokumente als Vorlagen verwendet werden, können alte Montageflächen durchaus übersehen werden, weil sie ausgeblendet sind. Dies gilt ebenfalls für versteckte Elemente bzw. „Hidden Layers“, welche noch im Dokument enthalten sind.

Solche Fehler im Erstellungsprozess verursachen nicht nur einen hohen Nachbearbeitungsaufwand, sondern sorgen in dessen Folge auch für höhere Übersetzungskosten.

Wir stellen uns der Übersetzungsherausforderung

Die Sprachenfabrik versucht, die Herausforderung der Übersetzung solcher Dateiformate auf verschiedenen Wegen zu bewältigen. Durch Schulungen sowie regen Austausch und die Kommunikation mit den Autoren und Grafikern, schaffen wir ein Bewusstsein für das „übersetzungsgerechte Arbeiten“ mit Desktop-Publishing-Tools. Außerdem geben wir den Autoren Strukturkonzepte bzw. Material zur Verfügung oder unterstützen sie direkt beim Erstellungsprozess.

Wir hoffen, dass wir Sie durch diesen Artikel ein wenig für dieses Thema sensibilisieren konnten. Vielleicht können wir in Zukunft auch Ihre InDesign-Dokumente übersetzen?