image 7 Eigenarten der deutschen Sprache Qualitätsmanagement in der Sprachenfabrik

Lektorat in der Sprachenfabrik – eine Wissenschaft für sich

Die deutsche Sprache und ihre Tücken

Heißt es nun „scheinbar“ oder „anscheinend“? Setzt man in diesem Satz vor dem Infinitiv nun ein Komma oder nicht? Und wie ist das mit der Kasuskongruenz in jenem Fall?

Unser Alltag im Lektorat der Sprachenfabrik ist voll kniffliger Fragen. Fragen, die uns in immer neuen Kontexten begegnen und auf die wir immer wieder neue Antworten finden müssen.

Und das liegt auch an den unterschiedlichen Texten, die täglich über unseren Schreibtisch und durch unsere kritische Prüfung gehen. Vom Kundenmagazin über den Geschäftsbericht bis hin zur kleinen Werbeanzeige – wir sorgen dafür, dass jeder Ihrer Texte orthografisch und grammatikalisch optimiert wird und dabei trotzdem immer seinen individuellen Charakter bewahrt. Und diese Aufgabe ist jedes Mal eine Herausforderung, wenn man sich wie wir täglich mit all den verschlungenen Pfaden der deutschen Rechtschreibung und Grammatik auseinandersetzt. Dabei ist es nämlich nicht einfach nur damit getan, einzelne Wörter im Duden nachzuschauen und auf richtige Schreibung zu überprüfen. Vielmehr jonglieren wir mit verzwickten grammatikalischen Satzstrukturen, erforschen die korrekte Verwendung von Präpositionen und Adverbien und hinterfragen Wortbedeutungen und rhetorische Stilmittel.

 

Punktgenaues Lektorat

Dabei wird uns jedes Mal aufs Neue bewusst, nach welch komplizierten Regeln die deutsche Sprache funktioniert.

Denkt man nur mal an die Präpositionen im Deutschen: Jede verlangt einen anderen Kasus! Intuitiv wählen wir Muttersprachler im mündlichen und schriftlichen Gebrauch meistens den richtigen. Sitzt man aber mit dem Rotstift vor dem Text, kommt man dann doch mal ins Grübeln, ob es „entsprechend dem“ oder „entsprechend des“ heißen muss.

Dann diese Sache mit den Strichen: Braucht man die eigentlich? Tatsächlich werden Binde- und Gedankenstriche im täglichen Schriftgebrauch eher stiefmütterlich behandelt. Die Missachtung von Bindestrichen zur Kopplung von Wörtern führt im Alltag zum Beispiel zu verwirrenden Wortfolgen wie „Würfel Zucker“ oder „Diplom Ingenieur“. Diese umgangssprachlich etwas abwertend als „Deppenleerzeichen“ bezeichneten Fälle finden sich in erstaunlich vielen Texten.

Wussten Sie, dass die Striche überdies unterschiedliche Längen haben können? Der Bindestrich als Kopplungsstrich zwischen zwei zusammengesetzten Wörtern ist grundsätzlich kürzer als der Gedankenstrich. Letzteren, auch Bis-Strich genannt, verwendet man beispielsweise zur Angabe eines Intervalls in Ausdrücken wie Mo.–Fr. oder 20:00–21:00 Uhr.

Sehr interessant ist auch, wie häufig der Apostroph im Deutschen zweckentfremdet wird. So setzt man ihn oft an Stellen, an denen er grammatikalisch und orthografisch nun wirklich nichts zu suchen hat, zum Beispiel zur Angabe der Plural- oder Possessivform (Foto’s, Oma’s Strümpfe) oder dort, wo eine Präposition mit einem Artikel verschmolzen wird (für’s).

Für viele von uns ist die deutsche Kommasetzung seit Schulzeiten ein Buch mit sieben Siegeln. Erlaubt die Rechtschreibreform zwar neuerdings größere Freiheiten beim Setzen von Kommas, unter anderem bei zwei durch „und“ verbundenen Hauptsätzen, macht dies die Sache nicht unbedingt einfacher. Muss man doch auch jetzt jedes Mal aufs Neue überlegen, ob eventuell ein Nebensatz zwischen die Hauptsätze eingeschoben ist, was auch nach den derzeit gültigen Regeln definitiv ein Komma verlangt.

 

Sie sehen: All das macht unsere Arbeit zu einer höchst komplexen Wissenschaft, die wir lebendig an Ihren Texten umsetzen. Und als Endprodukt steht immer ein gut lesbarer, korrekter Text, den Sie sofort veröffentlichen können und der Ihre Kommunikationsziele optimal unterstützt. Nutzen auch Sie den Lektoratsservice der Sprachenfabrik! Wir freuen uns auf Ihre Texte.

Ansprechpartnerinnen im Team: Antje Lagemann und Rebekka Peters