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Posts By : kneller

Ihre persönlichen Ansprechpartner*innen in der Sprachenfabrik

Sie sind interessiert an unseren Sprachdienstleistungen und möchten sich unverbindlich beraten lassen? Sie absolvieren ein Hochschulstudium und sind an einem Praktikum in unserem Unternehmen interessiert? Sie sind Expertin oder Experte für Ihre Sprache, verfügen über einschlägige Qualifikationen und möchten mit uns zusammenarbeiten? Sie haben bereits den einen oder anderen Auftrag bei uns platziert und möchten einfach einmal wissen, mit wem Sie per E-Mail kommunizieren?

Die Gründe, mit uns in Kontakt zu treten, sind unterschiedlich. Und da uns eine transparente Arbeitsweise und der persönliche Kontakt mit Ihnen sehr am Herzen liegen, haben wir unsere Kontakt-Website ein bisschen übersichtlicher gestaltet. Hier finden Sie direkt die richtigen Ansprechpartner*innen für Ihr Anliegen. Sprechen Sie uns an!

Zum Weltnormentag: Qualitätssicherung bei Übersetzungen

Am 14. Oktober wird der Welttag der Standards, auch Weltnormentag genannt, gefeiert.

Wussten Sie, dass allein in Deutschland mehr als 34.000 Normen des Deutschen Instituts für Normung existieren? Wie viele es weltweit sind, weiß niemand – Schätzungen zufolge mehrere Hunderttausend. Es gibt aber nicht nur Normen zu der Krümmung von Gurken oder der elektrischen Leitfähigkeit von Honig, sondern auch zur Qualitätssicherung bei Übersetzungsdienstleistungen.

So ist in der Übersetzungswelt die Norm DIN EN ISO 17100 (Übersetzungsdienstleistungen und Qualitätsmanagement in Übersetzungsunternehmen, Nachfolgenorm der DIN EN 15038) von großer Bedeutung. Diese Qualitätsnorm setzt Rahmenbedingungen für die Qualität der Umsetzung von Übersetzungsdienstleistungen.

Und wie genau sieht der in der Norm empfohlene Prozess aus?

Wenn wir von dem Übersetzungsprozess sprechen, sieht normkonforme Arbeit zusammengefasst wie folgt aus:

  • Erst kommt die Übersetzung,
  • danach folgt die Kontrolle durch die Übersetzer*innen selbst auf mögliche Fehler.
  • Im Anschluss muss die bereits kontrollierte Übersetzung von einer zweiten qualifizierten Person geprüft werden. Dabei wird die Übersetzung mit dem Ausgangstext verglichen.
  • Abschließend wird die Übersetzung durch das Projektmanagement verifiziert und freigegeben.

Wie läuft es bei der Sprachenfabrik?

Qualitätsmanagement spielt eine entscheidende Rolle für die verantwortungsvolle und optimale Durchführung eines Übersetzungsprojekts.

Die Norm DIN EN ISO 17100 ist dabei eine gute Hilfestellung, um die Qualitätssicherungsmaßnahmen nach Absprache mit den Kund*innen zu gestalten. Wir bei der Sprachenfabrik verwenden die in der Qualitätsnorm festgesetzte Vorgehensweise für die Organisation unserer Arbeitsprozesse.

Alle Übersetzungen werden in einem CAT-Tool bearbeitet. Die Translation Memorys (kurz TM, kundenspezifischer Übersetzungsspeicher mit allen bisherigen Übersetzungen der gleichen Sprachkombination) sorgen dafür, dass die Übersetzer*innen bereits verwendete Übersetzungen sehen und sie bei ihrer eigenen Arbeit berücksichtigen. So bleiben alle Übersetzungen, die für eine*n Kund*in angefertigt wurden, sprachlich einheitlich. Nachdem die Übersetzer*innen mit ihrer Arbeit fertig sind, müssen sie die Rechtschreib- und die QA-Prüfung durchführen. Damit wird sichergestellt, dass die Übersetzung syntaktisch, orthografisch und grammatikalisch fehlerfrei ist. Diese Selbstprüfung im CAT-Tool ist ein fest integrierter Arbeitsschritt vor jeder Lieferung.

Auch den anschließend vorgesehenen Schritt des Qualitätsmanagements – die Revision, oder anders gesagt, die Vieraugenprüfung – führen wir auf Wunsch regelmäßig durch. Dabei prüfen und bewerten die Vieraugenprüfer*innen zum einen Rechtschreibung, Grammatik und Typografie, zum anderen das inhaltliche Verständnis. Des Weiteren werden Konsistenz, Terminologie und Stil der Übersetzung sowie die Fähigkeit der Übersetzer*innen, die notwendigen Recherchen durchzuführen, geprüft. Bei jeder Lieferung geben die Prüfer*innen ihre Bewertung für die Übersetzung ab, sodass Projekt- und Vendormanagement stets die Qualität der gelieferten Übersetzungen im Auge behalten können.

Der letzte Schritt der Qualitätssicherung ist die Verifizierung und Freigabe durch das zuständige Projektmanagement. Auch die Projektmanager*innen führen die Rechtschreibprüfung und die QA-Prüfung aus, um sicherzustellen, dass die Übersetzer*innen ihre Arbeit kontrolliert haben. Die Projektmanager*innen prüfen die Übersetzungen aber nicht nur im CAT-Tool, sondern auch im Zielformat. Dies ist wichtig, um zu vermeiden, dass sich die Formatierung des Zieltextes und des Ausgangstextes unterscheiden. Erst danach liefern wir die Übersetzung an die Kund*innen.

Welche weiteren Schritte werden bei der Sprachenfabrik berücksichtigt?

Unser Ziel ist es, stets höchstqualifizierte Arbeit zu leisten und eine maximale Qualität zu bieten. So entsprechen die Übersetzungsprozesse in der Sprachenfabrik den Anforderungen der Qualitätsnorm DIN EN ISO 17100 – und gehen zum Teil sogar darüber hinaus.

In der Norm DIN EN ISO 17100 geht es neben dem Übersetzungsprozess z. B. auch um die personellen Ressourcen. Um normkonform zu arbeiten, muss jedes Übersetzungsunternehmen die Qualifikation seiner Mitarbeiter*innen und externen Dienstleister*innen dokumentieren und jederzeit nachweisen können. Darüber hinaus muss das Unternehmen ein Protokoll zur kontinuierlichen Weiterbildung der gesamten Belegschaft führen.

Alle Mitarbeiter*innen der Sprachenfabrik verfügen über ein einschlägiges Hochschulstudium, oft in Verbindung mit zusätzlichen Qualifikationen, Kompetenzen und entsprechender Berufserfahrung. Unsere externen Übersetzer*innen wiederum entwickeln wir über einen strengen Auswahlprozess, eine eng begleitete Probephase und eine regelmäßige Evaluation der individuellen Leistung.

Qualität wird bei der Sprachenfabrik großgeschrieben. Dabei ist die Arbeit gemäß der ISO-Norm für uns immer wieder eine gute Gelegenheit, alle Prozesse kontinuierlich zu prüfen, sie gegebenenfalls zu optimieren und so im Sinne unserer Kund*innen mehr Effizienz und Transparenz in unserer Arbeit zu schaffen. So profitieren unsere Kund*innen auch zukünftig von unseren hochqualifizierten Dienstleistungen und unserer individuellen und persönlichen Beratung.

Zum heutigen Hieronymus-Tag …

Welcher Hieronymus? Das fragen sich vielleicht manche Leser*innen. Hieß so nicht der Tausendfüßler aus der Kinderserie „Biene Maja“? Oder, Moment mal, sicher ist Hieronymus Bosch, der niederländische Renaissance-Maler, gemeint!

Nein. Gemeint ist der Gelehrte und Theologe Hieronymus, der im Jahre 347 n. Chr. geboren und am 30. September 420 gestorben ist. Heute jährt sich der Todestag dieses alten Kirchenvaters also zum 1.600sten Mal.

Und warum ist uns dieser Tag nun ein Blogartikel wert? Unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Übersetzungsbranche wissen es natürlich: Hieronymus gilt als Urvater der Übersetzerinnen und Übersetzer – und auch als deren Schutzpatron. Der 30. September ist Hieronymus zu Ehren der Internationale Tag des Übersetzens. Diese Idee stammt ursprünglich aus Frankreich. Dort wurde der 30. September erstmals 1954 von der Fédération Internationale des Traducteurs genutzt, um Aufmerksamkeit für ihre Branche zu erregen. Da diese Branche per definitionem eine internationale ist, wurde auch dieser Gedenktag immer weiter internationalisiert – und im Jahr 2017 schließlich durch die UNO-Generalversammlung ganz offiziell und weltweit als Internationaler Tag des Übersetzens anerkannt.

Aber zurück zu Hieronymus: Was hat der gelehrte Kirchenvater aus der Spätantike eigentlich Grundlegendes für unsere Branche getan? Nun, die Antwort ist recht naheliegend: Er war der erste Übersetzer des „Buchs der Bücher“, der Bibel. Da Hieronymus neben dem klassischen Latein auch Griechisch und Hebräisch beherrschte, war er dazu in der Lage, die ursprünglich verschiedensprachigen biblischen Schriften in eine Art zeitgenössisches Latein zu übertragen. Er verfasste somit die sog. „Vulgata“, die Bibelübersetzung, mit der sehr lange Zeit quasi als Standardwerk gearbeitet wurde. Durch seine Übertragung wurden die Bibeltexte einem wesentlich größeren Lesepublikum zugänglich gemacht. Die Vulgata war über Jahrhunderte hinweg die Bibelübersetzung schlechthin für die gesamte katholische Kirche.

Diese Entwicklung, ein größeres Zielpublikum zu erreichen, wurde übrigens erst nach der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg im Jahre 1450 von Martin Luther fortgeführt. Luther, ebenfalls Gelehrter und Theologe, schaute „dem deutschen Volke aufs Maul“. Sprich: Er übersetzte Hieronymus‘ Vulgata aus dem mittlerweile nicht mehr zeitgemäßen Latein in die deutsche Alltagssprache. Damit machte er die Bibelinhalte einer noch größeren Menge an Menschen zugänglich, nämlich dem gemeinen Volk, das dem Lateinischen in der Regel nicht mächtig war. Und: Wissen ist Macht! War der Inhalt der Bibeltexte zuvor nur den Gelehrten und Theologen bekannt, begann nun das Wissens- und damit auch das Machtmonopol der katholischen Kirche langsam zu wackeln.

Zum Internationalen Übersetzertag finden üblicherweise zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen verschiedener Organisationen und Verbände statt, die auf die Relevanz und Leistungen der Übersetzerbranche hinweisen sollen. Fast alle Veranstaltungen mussten in diesem Jahr leider coronabedingt abgesagt werden. Dennoch möchten wir gern auf eine Veranstaltungsreihe der Weltlesebühne, eines Zusammenschlusses verschiedener Übersetzer, aufmerksam machen. Hier sind spannende kulturelle Veranstaltungen rund um das Thema „Übersetzen“ zusammengefasst. Vielleicht haben Sie ja heute Abend noch nichts vor.

 

Weiterführende Links:

https://weltlesebuehne.de/

https://uepo.de/2020/09/01/weltlesebuehne-rettet-hieronymustag-dreizehn-veranstaltungen-von-luebeck-bis-heidelberg/

Verstärkung für unser Projektmanagementteam

Schon Anfang des Jahres hatten wir eine Stelle für unser Projektmanagementteam ausgeschrieben. Uns erreichten zahlreiche interessante Bewerbungen von äußerst qualifizierten Kandidat*innen – und dann kam Corona. Die Möglichkeiten persönlicher Gespräche wurden stark eingeschränkt, und der gesamte Recruitingprozess verzögerte sich etwas.

Vor diesem Hintergrund freuen wir uns ganz besonders darüber, dass wir nun eine neue Kollegin mit reichlich branchenrelevanter Berufserfahrung vorstellen dürfen: Ilona Riesen unterstützt uns seit dem 15. September als Projektmanagerin am Standort Bielefeld.

Liebe Ilona, herzlich willkommen im Team der Sprachenfabrik! Möchtest du uns die wichtigsten Stationen auf deinem Weg in die Sprachenfabrik kurz vorstellen?

Gerne! Ich bin bereits seit 2010 in der Übersetzungsbranche zu Hause und habe in dieser Zeit zahlreiche für mich sehr erfüllende Gelegenheiten gehabt, die Branche aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlichen Rollen kennenzulernen.

Ich fange aber lieber am Anfang an: Nach Abschluss meines wirtschaftspädagogischen Studiums und einer Dekade in der Wirtschafts-, Bildungs- und Migrationsforschung am Institut der deutschen Wirtschaft Köln kam ich als Quereinsteigerin zu Sprachen zurück, die mich immer in jeglicher Hinsicht interessiert hatten. Ich legte die IHK-Übersetzerprüfung ab und stieg freiberuflich als geprüfte und ermächtigte Übersetzerin ein. Übersetzen ist seitdem ein wichtiger Bestandteil meines beruflichen und teilweise auch meines gesellschaftlichen Lebens.

Recht kurz darauf übernahm ich eine kleine Sprach- und Übersetzerschule in Düsseldorf, die auf die IHK-Übersetzerprüfung für Russischübersetzer vorbereitete. Nach vier Jahren aufregender Übersetzer-, Schulleitungs- und Dozententätigkeit im Fachübersetzungsbereich veränderte ich etwas den Schwerpunkt, verkaufte die Schule und stieg als Projektmanagerin, Lektorin und sozusagen Prozessoptimierungsbeauftragte ins Agenturleben ein.

Parallel unterrichtete ich freiberuflich Fachübersetzen und entwickelte Konzepte und Kurse für die Übersetzerweiterbildung. Das gesammelte Wissen aus allen vorausgegangenen Berufserfahrungen setzte ich inhaltlich in einem Lehrbuch für Wirtschafts- und Rechtsübersetzung und technisch auf einer Online-Lernplattform um. Das Lehrbuch, das rund 500 Seiten umfasst, soll in den nächsten Wochen beim BDÜ Fachverlag erscheinen.

Über die ausgeschriebene Stelle der Sprachenfabrik erfuhr ich von einer Freundin, die das Unternehmen seit Jahren kennt. Ich schaute mir die Website und die Stellenausschreibung genauer an – und wollte das Unternehmen kennenlernen. In den darauffolgenden Gesprächen kristallisierte sich immer mehr heraus, dass wir ziemlich gut zueinander passen: sowohl in Bezug auf die angebotenen Sprachdienstleistungen und betrieblichen Entwicklungsvorstellungen als auch – was am wichtigsten ist – menschlich. Da ich zu diesem Zeitpunkt seit Jahren vorwiegend im Homeoffice gearbeitet hatte, war das für mich das i-Tüpfelchen.

Aus diesem Grund habe ich mich natürlich sehr darüber gefreut, dass die Sympathie auf Gegenseitigkeit beruht.

Kam für dich nie ein Branchenwechsel infrage? Oder anders gefragt: Was fasziniert dich so an Sprache im Allgemeinen und der Sprachdienstleisterbranche im Besonderen?

Nach dem Wechsel zur Sprachdienstleisterbranche nach zehn Jahren in der Wirtschaftsforschung und Politikberatung kann ich mir tatsächlich überhaupt nicht mehr vorstellen, in einer anderen Branche zu arbeiten. Solange es um Sprachen geht, fesseln mich alle Tätigkeitsbereiche – von der Abwicklung von Übersetzungs- und Copywriting-Projekten über die Entwicklung und Umsetzung von Konzepten für Terminologiemanagement und Schulungen bis hin zum Übersetzen oder Verfassen von Büchern.

Das war schon immer so … Als Kind habe ich heimlich die Englisch-Lehrbücher meines Bruders genommen, der in der Schule vor mir Englischunterricht hatte, und versucht, selbstständig die Sprache zu lernen. Damals, naja, noch mit mäßigem Erfolg. Ich habe auch lautstark die im Radio gehörten fremdsprachigen Songs nachgesungen – ohne die Worte zu verstehen – und mir eingebildet, dass alle denken würden, ich könne die Sprachen sprechen.

Ehrlicherweise kann ich nicht genau sagen, was mich an Sprachen konkret fasziniert. Da mich auch Software und Medien im Allgemeinen interessieren, vermute ich, dass es mir dabei einfach ums Codieren und Decodieren geht. Schon als Kind habe ich mich gern mit Codes auseinandergesetzt und versucht, sie zu entschlüsseln. Sprachen sind ein sehr gutes Beispiel für Codes: Sie sind ein Mittel, unsere Realität und Gedanken greifbarer zu machen, indem sie diese „codieren“ und so zwischenmenschlich und technisch übermittelbar machen.

Und: Auf welche Tätigkeit, die im Rahmen deines neuen Jobs für die Sprachenfabrik übernehmen wirst, freust du dich am meisten?

Im Moment freue ich mich tatsächlich auf alles. Ich bin zwar nicht neu in der Branche und im Projektmanagement, dennoch lerne ich durch den Unternehmenswechsel natürlich täglich dazu: Menschen, Prozesse und Software.

Besonders freue ich mich vielleicht auf neue Themen und Unternehmen, mit denen wir als Sprachdienstleister arbeiten. Genau das ist mit das Spannendste in der Sprachenbranche: Es dreht sich zwar alles um Sprachen und Inhalte, aber durch die Kommunikation mit Kunden und die Arbeit mit ihren Texten bekommt man auch Einblicke in viele andere Branchen und lernt täglich dazu.

Da ich gerne nicht nur anwendungsorientiert, sondern auch abstrakt arbeite, freue ich mich auch darauf, kundenorientierte Lösungskonzepte im Übersetzungs- und Contentbereich zu entwickeln und umzusetzen.

Vielen Dank für das Gespräch, wir wünschen dir auf diesem Wege noch einmal einen tollen Start in unserem Team.

Danke! Ich freue mich sehr, ein Teil des Teams zu sein!

Warum wir Schriftsprache brauchen – Gedanken zum Weltalphabetisierungstag

In Zeiten von Siri, Alexa und WhatsApp-Sprachnachrichten haben vielleicht schon so manch träge Tastentipper*innen oder gelangweilte Deutschunterricht-Gedichtsanalytiker*innen die leise Hoffnung geschürt, dass unsere geliebte Schriftsprache irgendwann ein überholtes Relikt der Vergangenheit ist. Warum brauchen wir überhaupt Schriftsprache? Anlässlich des heutigen Weltalphabetisierungstags möchten wir dieser Frage nachgehen.

 

Schriftsprache – eine kurze Einordnung

Schriftsprache gibt es nicht schon immer. Genauso wie gesprochene Sprache auch hat sie sich über die Zeit entwickelt und ist Teil des Menschseins geworden. Am anschaulichsten wird das wohl, wenn man sich Kommunikation bei Tieren ansieht. Vom Tanz der Bienen über eine australische Forscherin, die erstaunliche Erkenntnisse über das Muhen von Kühen gewinnen konnte, bis hin zu der Gorilladame Koko, die in der Lage war, über 1.000 Zeichen einer modifizierten amerikanischen Gebärdensprache korrekt zu verwenden: Tiere sprechen Sprache. Jedoch hat es keine Spezies dazu gebracht, eine Schriftsprache zu entwickeln – bis auf den Menschen. Während zu Beginn vermutlich nur mit einfachen bildhaften Symbolen kommuniziert wurde, entwickelten sich später immer abstraktere Schriftsysteme, die schließlich in unsere heutigen Schriftzeichen mündeten: lateinische, kyrillische, arabische, japanische, chinesische und viele mehr. Entsprechend ist die Schriftsprache Gegenstand verschiedenster Wissenschaftszweige: Archäologie, Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft, Linguistik, Literaturwissenschaft – und die Liste kann noch lange fortgeführt werden.

 

Schriftsprache – ein Plädoyer

Aber warum brauchen wir jetzt Schriftsprache? Das erste Argument liegt auf der Hand: Wir brauchen Schriftsprache, um überhaupt eigenständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Diese Erfahrung teilen alle, die sich an ihr Leben vor dem Schriftspracherwerb erinnern können. Auch als Erwachsene überhören wir noch von Zeit zu Zeit ein Kind, das gerade lesen gelernt hat und nun so vergnügt alles liest, was ihm in die Quere kommt: Verkehrsschilder, Speisekarten, Papas Personalausweis. Mit dem Aufblühen der städtischen Lebenskultur vor einigen Jahrhunderten, in der Menschen enger zusammenlebten und sich organisieren mussten, erfuhr auch die Schriftsprache einen Aufschwung. Von der Fahrt zur Arbeit über den wöchentlichen Einkauf bis hin zur abendlichen Lieblingslektüre: Ohne (Kenntnis von) Schriftsprache sind all diese alltäglichen Ereignisse nicht vorstellbar.

Es gibt aber auch Gesichtspunkte, die über die Vereinfachung unseres Alltags hinausgehen. Rein mündlich kommunizierenden Kulturen eine Schriftsprache zu verleihen, wird beispielsweise als eine Lösung genutzt, um diese Sprachen vor dem Aussterben zu retten. Wenn man bedenkt, dass rund die Hälfte aller Sprachen weltweit (ca. 6.000) vom Aussterben bedroht ist, spricht die Tatsache, dass wir mittels Schriftsprache einen Teil davon retten können, als Argument für die Bedeutung von Schriftsprache wohl für sich. Abgesehen davon kann und muss Schriftsprache in Form von Literatur als Medium unserer Kultur gesehen werden. Eine Welt ohne Bücher, Gedichte oder Blogbeiträge? Kaum auszudenken! Aber egal, ob Kino, Konzert oder Kriminalroman: Warum sollten wir uns willentlich einer Option berauben, unsere Kultur zu genießen und weiterzuentwickeln?

Schriftsprache ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kultur, in den Wissenschaften, aber auch schlicht: in unserem Alltag. Auch vor diesem Hintergrund schenken wir unsere Aufmerksamkeit dem heutigen Weltalphabetisierungstag.

 

Weltalphabetisierungstag – Zahlen und Fakten

Weltweit gibt es über 750 Millionen Erwachsene, denen basale schriftsprachliche Kompetenzen fehlen; in Deutschland sind ca. 7,5 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter sogenannte funktionale Analphabeten („leo. – Level-One Studie“, 2011), die zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, jedoch keine zusammenhängenden Texte verstehen können – egal wie lang (oder kurz) diese sein mögen. Rund 2 Millionen Menschen gelten darunter als Analphabeten im engeren Sinne, d. h., dass sie zwar einzelne Wörter lesend verstehen bzw. schreiben können – nicht jedoch ganze Sätze. Zudem müssen die betroffenen Personen auch gebräuchliche Wörter Buchstabe für Buchstabe zusammensetzen.

Seit 1967 begeht die UNESCO jährlich den „International Literacy Day“, den Welttag der Alphabetisierung, um die Öffentlichkeit an die Bedeutung der Alphabetisierung als einer Frage der Würde und Menschenrechte zu erinnern und so die Entwicklung hin zu einer immer stärker alphabetisierten und nachhaltigeren Gesellschaft voranzubringen.

Duden
Der Duden – ein sprachlicher Spiegel seiner Zeit

Als der Gymnasiallehrer Konrad Duden am 07. Juli 1880 sein „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ veröffentlichte, ahnte er wohl noch nicht, dass sein Nachname Jahrzehnte später den Charakter einer Marke annehmen würde. Auch für uns in der Sprachenfabrik gehört der Duden fest ins Repertoire und ist eins unserer unverzichtbaren Arbeitswerkzeuge. Wo kämen wir hin, wenn wir bei unseren Leistungen Korrektorat und Lektorat nicht auf den schlauen Ratgeber im gelben Design zurückgreifen könnten?

Von „Covid-19“ bis „Brexiteer“

Fast auf die Jahreszeit genau 140 Jahre später ist im August 2020 die inzwischen 28. Auflage erschienen. Und mit insgesamt 148.000 Stichwörtern, davon 3.000 neu aufgenommenen Begriffen, und Hinweisen zum geschlechtergerechten Gebrauch spiegelt der Duden mehr denn je den Zeitgeist der jüngsten Vergangenheit wider. Mit Begriffen wie „Shutdown“, „Social Distancing“, „Covid-19“, „Influencer“, „Klimakrise“, „haten“ und „Brexiteer“ trägt er all den Ereignissen und Entwicklungen sprachlich Rechnung, die uns in den letzten Wochen und Monaten begleitet haben. Angesichts zunehmender Gender-Debatten beinhaltet die neue Ausgabe z. B. auch Empfehlungen zum gendergerechten Sprachgebrauch – und das neue Gender-Sternchen ist bereits zu einer viel diskutierten Neuerung geworden. Mit dem „Duden-Mentor“, einer neuen Funktion zur Textprüfung, können die Käufer*innen einen Monat kostenlos digital ihre Texte prüfen lassen. Der Duden geht also auch in der digitalen Welt weitere Schritte.

28 Auflagen deutscher Geschichte

Angesichts der neuesten Ausgabe ist es interessant, auf ein paar Meilensteine in der Geschichte der 28 Duden-Auflagen zurückzublicken. Umfassen diese doch immerhin drei Jahrhunderte, wenn auch zwei davon nur in Teilen.

Welche Ereignisse fanden in den verschiedenen Auflagen ihren Niederschlag? Was hat sich in den neuen Ausgaben gegenüber den älteren geändert? Welche Wörter waren in bestimmten Auflagen tonangebend? Hier ein ausgewählter Überblick:

Als sogenannter Urduden ging die erste Auflage des Duden im Juli 1880 in die Geschichte ein. Verglichen mit der aktuellen Ausgabe war der Urduden ausgesprochen übersichtlich, nur 27.000 Stichwörter fanden auf 187 Seiten Platz. Das Erscheinungsjahr dieses ersten Dudens verwundert nicht, wenn man es vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte betrachtet: Die Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1870/71 verlangte nach Regeln für eine einheitliche Rechtschreibung im gesamten Land. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten z. B. alle Schulen in jedem deutschen Teilstaat ihre eigenen orthografischen Regeln aufgestellt.

Von der dritten Auflage an, die im Jahr 1887 erschien, umfasste der Duden immer mehr sachdienliche Erläuterungen zu bestimmten Begriffen sowie etymologische Angaben.
Vielleicht hatte diese Erweiterung zur Folge, dass ab der 7. Auflage im Jahr 1902 ein redaktionelles Team den Urheber Konrad Duden bei seiner Arbeit unterstützte – der Vorläufer der heutigen Duden-Redaktion, die auch nach Konrad Dudens Tod im Jahr 1911 die Verantwortung übernahm.

Es verwundert nicht, dass die 11. und 12. Auflage, die während der NS-Zeit erschienen, vom ideologischen Gedankengut der damaligen Zeit geprägt waren. So enthielt die 11. Auflage im Jahr 1934 180, die 12. Auflage im Jahr 1941 sogar 883 neue NS-Begriffe, die selbstverständlich im ersten „Nachkriegsduden“ 1947 wieder herausfielen.

Dass sich die deutsche Teilung schon zu Beginn der 50er-Jahre andeutete, fand sich auch in zwei unterschiedlichen Ausgaben des Duden wieder. Ab diesem Zeitpunkt veröffentlichten beide deutsche Staaten ihren jeweils eigenen Duden, einen Ost- und einen West-Duden.

Die Wortwahl machte die unterschiedlichen Lebenswelten in beiden deutschen Staaten deutlich: So enthielt der Ost-Duden ab Ende der 60er-Jahre zunehmend Begriffe aus dem sozialistischen Milieu. Begriffe wie „Kreuzfahrt“ oder „Staatsstreich“ wollte man verständlicherweise nicht aufnehmen. Der westdeutsche Duden war hingegen auch offen für die Jugendsprache. Auffallend ist, dass sich beide Duden-Ausgaben im Bereich der Rechtschreibung kaum voneinander unterschieden. Interessanterweise war im Ost-Duden bis in die 60er-Jahre hinein auch keine Trennung der politischen Systeme erkennbar: So erschien hier das allgemeine Wort „Deutschland“ für beide deutsche Staaten, „Berlin“ war die „Hauptstadt Deutschlands“. Von Begriffen wie „BRD“ und „DDR“ war erstaunlicherweise nicht die Rede. Dies änderte sich zwar im weiteren Verlauf der Ausgaben. Aber man kann schon an dieser Stelle vielleicht erahnen, dass später „zusammenwachsen muss, was zusammengehört“.

Dies war dann tatsächlich im sogenannten Einheitsduden der Fall, der im August 1991 als 20. Auflage erschien. Das Kapitel der zwei parallel existierenden Duden-Ausgaben ging damit nach gut 40 Jahren zu Ende.

Von der 21. Auflage im Jahr 1996 an begann man, die Inhalte des Dudens fortlaufend zu vereinfachen und zu erweitern. Im „Reformduden“ vereinfachte man z. B. die Regelungen zur Laut-Buchstaben-Zuordnung, zur Getrennt- und Zusammenschreibung und zur Zeichensetzung. Das Computer-Zeitalter machte sich bemerkbar, denn erstmals gab es den Duden als CD-ROM.
Die 23. Auflage aus dem Jahr 2004 ging einen weiteren Schritt in Richtung sprachliche Gleichstellung, indem sie weibliche Personenendungen aufnahm. Inzwischen war der Duden völlig in der digitalen Welt angekommen: Er war für alle technischen Systeme verfügbar, mittlerweile auch für Smartphones.

Einmal mehr machte der Duden in der 24. Auflage im Jahr 2006 als Orthografie-Ratgeber seinem Namen alle Ehre: Die Duden-Redaktion machte erstmals empfohlene Schreibweisenvarianten mit gelber Schriftfarbe optisch kenntlich.

Auch im Bereich des Wortschatzes öffnete sich der Duden in den folgenden Jahren immer mehr dem Zeitgeist und zeigte, dass sich Sprache untrennbar mit gesellschaftlichen Entwicklungen verband und verbinden wird: Abwrackprämie, Web-Log, QR-Code, Inklusion, Flashmob … Die Liste ist noch nicht zu Ende.

Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie die 29. Auflage in ein paar Jahren aussieht.

Happy Birthday, liebe Sprachenfabrik!

Heute haben wir Geburtstag: Die Sprachenfabrik wird sechs Jahre alt! Es ist also Zeit, einmal zurückzublicken. Hier ein paar Zahlen und Fakten für Sie:

  • Unseren Kundenstamm konnten wir in den letzten Jahren weiter ausbauen. Dabei zählen heute sowohl internationale Konzerne als auch regional ansässige mittelständische Unternehmen zu unseren rund 900 Kunden, die wir über die Jahre erfolgreich mit unseren Kommunikationsdienstleistungen in vielfältigen Fachgebieten, wie z. B. Finanzen, Technik, Marketing, Textil, Kosmetik, IT und Logistik, unterstützen durften.
  • Sie finden in unserem Portfolio mittlerweile zahlreiche neue Sprachdienstleistungen, darunter Content-Marketing und SEO-Copywriting, Ferndolmetschen sowie Maschinelles Übersetzen.
  • Die internen Stellen haben sich von sechs auf aktuell 15 mehr als verdoppelt. Und: Schon bald gibt es hier wieder erfreuliche Neuigkeiten.
  • Die Anzahl der Bürohunde hat sich übrigens von eins auf zwei verdoppelt.
  • Neben unserem Hauptsitz im ostwestfälischen Bielefeld haben wir weitere Standorte in Berlin, Düsseldorf und Schönebeck an der Elbe eröffnet.
  • Die Zahl der erledigten Aufträge liegt in einem mittleren fünfstelligen Bereich.
  • Und nach wie vor ist die Arbeit mit Sprache unsere Leidenschaft! Mit den über 1.000 Sprachexperten aus unserem Netzwerk unterstützen wir Sie wie gewohnt professionell und engagiert bei Ihrem individuellen Kommunikationsprojekt.

Mit der typisch ostwestfälischen Bescheidenheit geben wir zu: Darauf sind wir schon ein bisschen stolz. Wir feiern unseren Ehrentag im Büro mit einem großen Geburtstagskuchen – und da wir Multitasking können, sind wir selbstverständlich den ganzen Tag wie gewohnt für Sie erreichbar!

Neu bei uns (Teil 2): Ferndolmetschen

Eine sichere Alternative – mit oder ohne Corona

Seit Wochen und Monaten hält uns weltweit ein Thema in Atem: Corona. Das ist nichts Neues. Neu ist auch nicht, dass neben all den Tragödien auch Gutes aus Corona erwächst. So wie man an jeder Herausforderung wächst und aus jeder Krise lernt, so stellen auch wir in der Sprachenfabrik fest, dass die herausfordernden letzten Wochen uns dazu angetrieben haben, dazuzulernen. Homeoffice ist für alle Mitarbeiter nun ein eingespielter Mechanismus, Videokonferenzen gehören fest zum Alltag; ganz im Allgemeinen läuft bei uns alles digitaler und gleichzeitig papierloser als je zuvor.

Ein weiterer Lerneffekt hat sich zu einer neuen Dienstleistung in unserem Portfolio gemausert: das Ferndolmetschen. Wie der Name schon vermuten lässt, arbeitet der Dolmetscher dabei aus der Ferne – und eben nicht vor Ort beim Kunden oder Veranstalter. Damit können unsere Kunden in der Regel nicht nur Kosten sparen (etwa für Übernachtung oder An- und Abreise). Auch spielt Regionalität bei der Wahl des Dolmetschers keine Rolle mehr, sodass wir praktisch weltweit den einen Dolmetscher finden können, der genau für Ihren Auftrag geeignet ist. Das Ferndolmetschen ist also die Lösung für virtuelle, internationale Konferenzen – von der Aufsichtsratssitzung übers Team-Event bis hin zum Webinar. Es kommt und kam in letzter Zeit insbesondere aber auch als Ersatz für das Dolmetschen vor Ort zum Einsatz, da es neben den bereits erwähnten Vorteilen besser als jede andere Lösung die Einhaltung der örtlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen ermöglicht.

 

Wie funktioniert das genau?

Genauer unterscheidet man beim Ferndolmetschen zwischen Audio Remote Interpreting (Audiodolmetschen) und Video Remote Interpreting (Videodolmetschen). Während beim Audiodolmetschen nur das Audiosignal der Redner und Teilnehmer zum Dolmetscher übertragen wird, vereint das Videodolmetschen beides, Audio und Video. Die jeweiligen Vorteile sind offensichtlich: Das Audiodolmetschen lässt sich technisch zumeist einfacher und vor allen Dingen kostengünstiger umsetzen; das Videodolmetschen ist normalerweise die qualitativ hochwertigere Lösung.

Für die technische Umsetzung gibt es vielseitige Optionen: standardmäßige Online-Lösungen, wie zum Beispiel Zoom, Webex und Voiceboxer, ebenso wie den sogenannten Dolmetsch-Hub, bei dem es sich um einen an einem festen Standort eingerichteten Raum mit mehreren Dolmetschkabinen handelt. Dieser bietet die idealen technischen Voraussetzungen für das Ferndolmetschen: eine sichere Internetverbindung, verbunden mit stabilen Kanälen, sodass Bild und Ton störungsfrei übertragen werden können. Das ist besonders wichtig, damit sich der Dolmetscher und die anderen Redner einwandfrei verstehen und verständigen können.

 

Kosten vs. Qualität?

Auch hier kommt es also wieder zu der Spannung zwischen Kosten und Qualität. Diese Spannung lässt sich allerdings lösen. Die Wahl der passenden Dolmetschart und -technik hängt im Wesentlichen von den Rahmenbedingungen der Veranstaltung ab: Treffen sich alle Teilnehmer persönlich oder sind sie per Video zusammengeschaltet? Für wie viele Personen soll gedolmetscht werden? Wie lange dauert die Veranstaltung und was ist das Thema? Ist ein besonders hohes Maß an Vertraulichkeit notwendig oder handelt es sich um ein öffentliches Event?

Sind all diese Fragen erst einmal beantwortet, finden wir für Sie die perfekte Dolmetschart und -technik. Verschaffen Sie sich einen kostenlosen Eindruck! Wir erstellen Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot.