Allgemein

Mittsommer in Lettland

Es ist Juni, sicher einer der schönsten und vor allem einer der hellsten Monate in Europa. In einigen Erdteilen wird im Juni ausgiebig die Sommersonnenwende gefeiert. Fast jedem ist diese Feier aus Skandinavien, insbesondere Schweden, bekannt.

Dass auch einige der baltischen Staaten eine ganz besondere Mittsommertradition besitzen, erzählt uns heute unser Kollege Martins, gebürtig aus Lettland.

Wie genau feiert ihr in Lettland Mittsommer?

Der längste Tag ist am 21. Juni, aber der Höhepunkt des Mittsommer-Festes in Lettland ist die Nacht vom 23. Juni auf den 24. Juni. Beide Tage sind nationale Feiertage in Lettland und werden auch im ganzen Land groß gefeiert. Der 24. Juni heißt im Lettischen Jāņi, weil an demselben Tag der Namenstag von Jānis gefeiert wird, einem der populärsten männlichen Vornamen in Lettland. Im Deutschen spricht man vom Johannisfest.

Der 23. Juni ist der Līgo-Tag: An diesem Tag zeigt sich die ausgeprägte Naturverbundenheit der Letten, nicht umsonst bezeichnet man den Līgo-Tag als Kräutertag. Der Natur und allen Kräutern werden zu dieser Zeit besondere magische Heilkräfte zugeschrieben, sie vertreiben auch das Böse. Häuser und sogar Autos werden mit Zweigen von Eichen, Vogelbeerbäumen und Birken geschmückt. Es ist auch ganz üblich oder fast ein Muss, dass man junge Birken (bis zu 3 Meter hoch) in Innenräume trägt und in die Ecken stellt. Aus diesen Bäumchen kann man später Sauna-Quaste machen.

Die Frauen flechten Kronen aus Feldblüten, jedem Jānis wird am Namenstag mit einem Kranz aus Eichenzweigen gratuliert und dieser trägt den Kranz dann auch stolz als Hauptfigur des Festes. Einen besonderen Stellenwert hat an diesem Fest auch das Farnkraut: Man vermutet, dass dieses nur in der Nacht des Festes blüht. Verliebte gehen nachts auf die Suche nach dem blühenden Farnkraut – sicher einer der Gründe, wieso ungefähr neun Monate nach dem Fest die Geburtenraten jährlich etwas höher liegen als im Durchschnitt.

Schon in der Woche vor der Feier gibt es verschiedene Veranstaltungen, Volkstänze, Konzerte, traditionelle Jahrmärkte.

Und natürlich wird dieses naturverbundene Fest auch draußen gefeiert, trotz der oft regnerischen Wetterverhältnisse, man sagt, „es regnet wie am Johannistag“. An jedem Festplatz gibt es Feuer, sehr oft in Metallkörben, die auf hohen Masten stehen und von Weitem sichtbar sind. Ein Muss auf jedem Tisch ist runder Käse mit Kümmel, meist selbstgemacht. Diese gelben, runden Käserollen symbolisieren die Sonne und der Kümmelkäse schmeckt besonders gut zu Bier – an diesem Fest sind die Letten wahrscheinlich für ein paar Tage Weltmeister im Bierkonsum. Heutzutage ist es auch ein nationales Grillfest. Es werden besondere Festlieder gesungen, in denen es um die Natur, Kräuter, Bier oder verschiedene Bräuche des Tages geht. Man tanzt und feiert bis Sonnenaufgang. Eine der Traditionen ist, über das Lagerfeuer zu springen, was symbolisch für die Sonnenwende steht; es ist aber auch ein Fruchtbarkeitsritual. Heutzutage gibt es sowohl organisierte als auch spontane Nudistenläufe in einigen Orten während dieser Nacht. Und es gibt vieles mehr, was man in dieser Nacht erleben kann.

Weißt du etwas über die Hintergründe des Festes, z. B. die geschichtliche Entwicklung?

Die Letten ebenso wie die nördlichen Nachbarn in Estland (etwas weniger im südlichen Litauen) feiern die Sommersonnenwende schon seit Jahrhunderten. Damit verbundene Folklore und Volkslieder sind der beste Beweis dafür. Unter christlichem Einfluss ist daraus das Johannisfest geworden, aber die heidnischen, naturgebundenen Bräuche sind weitgehend erhalten geblieben. Zumindest im Unterbewusstsein jedes Letten.

Was gefällt dir persönlich besonders am Fest?

Für mich ist das Johannisfest der größte Feiertag des Jahres. Man kann mit der ganzen Familie zusammen sein, weil alle frei haben und in festlicher Stimmung sind. Die Natur ist in voller Blüte und in grüner Pracht, erst um diese Zeit wird es richtig sommerlich. Dazu habe ich am Johannistag auch noch Geburtstag, ebenso wie meine Mutter. Also insgesamt und unbestritten ein sommerlicher Höhepunkt, der jedes Jahr anders ist.

Das BREXIT-Referendum

Eine gesamteuropäische Diskussion

Should I stay or should I go? Der Song der britischen Punkband The Clash ist in diesen Tagen aktueller denn je. Kurz vor dem Referendum zum Brexit haben wir einige unserer britischen oder in Großbritannien lebenden Übersetzer gefragt, was sie denken und derzeit beobachten:

Wie ist die Stimmung in Ihrem Umfeld, je näher das Referendum rückt?

David H. (62):

It is very tense around here – in ‘true blue Conservative rebel country’ where half of our friends and neighbours want to leave, we hardly dare share our opinion.

Lindsay (29, American citizen, living in the UK):

Most (if not all) of the people we personally speak to here in Glasgow think leaving the EU is a bad idea. Most of the arguments in favour of leaving come from sources that are far removed from our everyday lives and with whom we rarely agree on policy decisions.

Neil (~30, UK citizen, husband of Lindsay):

Note that we’re based in Scotland and the political climate is more progressive than England. The mood is less engaged than for the previous few big votes. However it is mostly positive. Local and national politicians are generally in favour of remaining in the EU. Apart from extremist groups (Britain First, Conservative and Unionist Party, UKIP), who admittedly do not have much of a following in this country, the rhetoric is positive.

Antonio (36, Spanish citizen, living in the UK):

Nicht einstimmig – beide Seiten sind ziemlich konstant und laut… der Mord von Jo Cox hat die Stimmung nicht wesentlich verändert, nach einem Tag Ruhe wird man genauso heftig wie davor mit Information bombardiert.

David T. (~ 45):

I think the mood here has changed over recent weeks. The Leave camp has been gaining ground despite their overall campaign being rather negative. It has now hit a new low with a controversial poster which a lot of Brexit supporters have rightly condemned. Some have even switched sides over this.

Kim (62, British citizen, living in Berlin):

My British friends are all keen pro-Europeans and my non-British friends amazingly Anglophile, as they have always been. The opinion polls from the UK, like a lot of online comments that you read these days, seem to be from another planet in a far removed galaxy. The same small green men seem to be playing with the US presidential elections too.

Glauben Sie, dass ein Brexit auch für Sie persönliche Konsequenzen haben könnte? Fühlen Sie sich darüber ausreichend informiert?

David H. (62):

At the moment, when we visit our friends, and our daughter’s family in Hamburg, if anything happens to us, we can see a doctor for free. I am currently entitled to receive a German pension for the years when I lived there, but I don’t know whether that will apply any more when I reach 65. There are lots of questions. The campaigns are full of hyperbole rather than fact. But the BBC and FT are reliable sources of information.

Lindsay (29):

I strongly believe that the UK leaving the EU would have a number of serious repercussions. The costs and availability of goods may change, the cost and ease of doing business with the majority of our clients would likely be negatively impacted and there is a great deal of uncertainty over what this would mean for immigration. I myself am an immigrant to the UK and do not know what kind of changes might be brought in without the EU legal framework we currently enjoy. My husband’s parents live and work in France and will not get a vote, but their own immigration status, not to mention the pensions they’ve spent years building up, are now uncertain.

Neil (~30):

Being informed about the mechanisms, benefits and duties attached to EU membership was a personal endeavour. No attempt to present a balanced, information rich overview has been made by any party or broadcaster. The information provided on both sides of the debate has been disingenuous at best and libelous at worst.  My family and friends are spread through Europe and depend on the freedom of movement and the common market to enjoy their lives and be with loved ones.
The atrocious state of the visa issuing services in the UK (since I married Lindsay, their reply time to urgent mail has gone from 2 weeks to 4-6 months) and the extremely conservative (deporting foreign nationals legitimately married to Brits who earn below an amount, see https://www.theguardian.com/uk-news/2016/feb/22/absurd-minimum-income-visa-rules-forcing-uk-citizens-into-exile-court-told) means I have no confidence that the welfare of families with EU relatives will be considered.

Antonio (36):

Konsequenzen würde es wohl haben, jedoch glaube ich nicht, dass eine Anpassung daran unmöglich wäre (um so weniger, wenn der Wechsel tatsächlich stattfindet). Hier gibt es wie gesagt Information in jeder Ecke…

David (~ 45):

I don’t know how a Brexit would affect me personally – but there are potential consequences in terms of prices and the economy in general. While a lot of the information on both sides is speculation, leaving the EU would be too much a leap in the dark in my view. I think the UK could end up being rather isolated and marginalised on the world stage. Even though the EU is far from perfect and is clearly in need of reform, I am not convinced that we would be able to manage our affairs better outside the EU and I don’t buy into all the scaremongering about immigration.

Kim (62):

I listen to the “Today” programme on BBC radio 4 every morning, so I get the gist of what is going on. If Brexit causes the Pound to crash, I would worry about UK pension payments when I reach that August age. If any bureaucratic nonsense were to arise, then I could always apply for a German passport here in Berlin.

Was wünschen Sie sich für Donnerstag?

David (62): I am a million per cent in favour of remain. This is simply the wrong moment in history to divorce from Europe, with a revanchist Russia, an extremely unstable middle east and all the refugees. The EU needs the UK and the UK needs the EU to stand firm and show the leadership to resolve these issues rather than turn our back on them.

Lindsay (29):

I hope Thursday will bring a resounding vote to stay in the EU. Leaving the EU will not mean Britain is free from EU regulation, much of which I think is quite positive. To continue to trade and do business with other EU countries, EU law must still be complied with. If Britain leaves they will simply no longer have a say in crafting these policies. The Leave campaign seems to be rooted in fear and distrust, but I think there is a lot to be gained from a strong continued European partnership.

Neil (~30):

I hope that, against all odds, there will be a strong vote to remain on Thursday. It would acknowledge that we would still need to access the common market but don’t want to give up our ability to contribute to the process.
In the event of a vote to leave I hope that a second independence referendum for Scotland will be triggered as, not to put too fine a point on it, we depend on the EU to mitigate the madness of a parliament that doesn’t represent us. (The general election in 2015 shows how starkly Scotland is disenfranchised: In Scotland 56 of 59 seats were won by a single party, the SNP. The Conservative Party won 1 seat. Our Government is a majority Conservative Party with a mandate as a result of that election.)

Antonio (36):

Remain gewinnt. Ich hoffe auch, dass die Brexit-Anhänger nach diesem Referendum still werden. So ein Krach alle „x“ Jahre tut kaum jemandem gut.

David (~ 45):

I really hope Britain votes to remain in the EU but I also hope that a lot of people get out there and vote on Thursday, regardless of their views. If too many people sit on the fence and don’t bother to vote or think they are somehow ineligible to vote, I am very concerned that the Brexit camp will actually win.

Kim (62):

I arranged a postal vote and I voted a couple of weeks ago for the UK to remain in Europe. I hope that the UK pollsters will prove to have got it wrong again and that there is substantial support for UK staying in Europe.

Qualitätsmanagement in der Sprachenfabrik

Vier Faktoren für eine optimale Übersetzungsqualität

Wenn es um die Qualität von Übersetzungen geht, verlassen wir uns nicht auf den Zufall. Vielmehr gibt es ganz konkrete Maßnahmen, die wir – in Abstimmung mit Ihnen – treffen, um das Beste herauszuholen. Wie genau wir vorgehen, möchten wir an dieser Stelle erläutern.

1. Übersetzerauswahl

Bei uns beginnt das Qualitätsmanagement schon, bevor Sie einen Übersetzungsauftrag platzieren. Über die Jahre hinweg haben wir ein großes Netzwerk von professionellen freiberuflichen Übersetzern aufgebaut, die alle über einen einschlägigen Universitäts- oder staatlichen Abschluss verfügen und sich zudem im Anschluss auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert haben.

Sobald wir für bestimmte Sprachrichtungen und Fachgebiete erhöhten Bedarf feststellen, bauen wir unser Netzwerk in dieser Hinsicht aus und testen die neuen Kollegen eingehend, ob sie unseren Qualitätsansprüchen gerecht werden können.

So stellen wir sicher, dass wir für Ihren Auftrag den fachlich geeigneten Übersetzer auswählen.

2. Vieraugenprüfung

Es mag abgedroschen klingen, doch die Praxis zeigt immer wieder, dass es sich bewahrheitet: Vier Augen sehen einfach mehr als zwei. Daher empfehlen wir grundsätzlich, alle Übersetzungen, die veröffentlicht werden sollen und nicht nur für den internen Gebrauch bestimmt sind, noch einmal prüfen zu lassen. Für die Vieraugenprüfung setzen wir einen Übersetzer der gleichen Sprachrichtung mit gleichwertiger Qualifikation ein, der noch einmal das Original mit der Übersetzung Satz für Satz abgleicht und die Übersetzung sprachlich auf den Prüfstand stellt. Fehler zu machen, ist schließlich menschlich – und die Vieraugenprüfung reduziert das Risiko einer fehlerhaften Übersetzung deutlich.

3. Einsatz von CAT-Tools

Auch vor der Übersetzungsindustrie hat die Digitalisierung in den letzten Jahrzehnten nicht Halt gemacht und so ist für uns die Arbeit mit Software, die beim Übersetzen unterstützt – sogenannten CAT -Tools (CAT = computer-aided translation) – selbstverständlich geworden. Das heißt keineswegs, dass Ihre Texte maschinell übersetzt werden. Vielmehr helfen diese Tools den menschlichen Übersetzern dabei, qualitativ hochwertige, konsistente und korrekte Übersetzungen zu liefern.

Ein solches Tool ist das Translation-Memory-System – ein „Übersetzungsspeicher“, der sich in der Vergangenheit übersetzte Texte Satz für Satz merkt und diese gespeicherten Sätze vorschlägt, sobald ein ähnlicher neuer Text übersetzt wird. In dieses Translation-Memory-System kann außerdem eine Termdatenbank, d. h. ein Glossar mit Fachtermini, die auf eine bestimmte Art und Weise übersetzt werden sollen, eingebunden werden, auf die der Übersetzer ebenfalls in Echtzeit zurückgreifen kann, ohne im gedruckten Wörterbuch nachschlagen zu müssen. Dieses Glossar können Sie uns gern mit anliefern – auf Wunsch erstellen wir dieses auch gerne für Sie.

Ihr Vorteil: Durch den Einsatz von CAT-Tools können Übersetzungen in der Regel schneller fertiggestellt und zugleich eine „falsche“ oder unerwünschte Wortwahl vermieden werden.

Falls Sie immer wieder ähnliche oder auch stark repetitive oder genormte Texte von uns übersetzen lassen, sparen Sie darüber hinaus auch noch Geld. Wir machen Ihnen gern ein auf Sie zugeschnittenes Angebot, das diese Faktoren berücksichtigt.

4. Layoutprüfung

Häufig lassen unsere Kunden von uns Flyer, Broschüren, Magazine oder Kataloge übersetzen. Dann empfehlen wir nach Abschluss der Grafikarbeiten immer eine sogenannte Layoutprüfung. Bei dieser Art der Prüfung schaut ein muttersprachlicher Übersetzer oder Lektor sich noch einmal das Dokument im Ganzen an. Sind die Worttrennungen am Ende einer Zeile korrekt? Stimmen alle Seitenzahlen? Findet sich vielleicht noch ein Tippfehler in einer Überschrift? Diese und andere Dinge werden abschließend gezielt geprüft, damit Ihr Produkt tatsächlich „gut zum Druck“ ist.

Als zuverlässiger und flexibler Partner garantieren wir mit diesen Arbeitsstandards qualitativ hochwertige Übersetzungen für unsere Kunden. Haben Sie noch Fragen zu unseren Vorgehensweisen? Dann sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie gern.

Zur Verbesserung der Lesbarkeit verwenden wir im gesamten Text das generische Maskulinum.

Lektorat in der Sprachenfabrik – eine Wissenschaft für sich

Die deutsche Sprache und ihre Tücken

Heißt es nun „scheinbar“ oder „anscheinend“? Setzt man in diesem Satz vor dem Infinitiv nun ein Komma oder nicht? Und wie ist das mit der Kasuskongruenz in jenem Fall?

Unser Alltag im Lektorat der Sprachenfabrik ist voll kniffliger Fragen. Fragen, die uns in immer neuen Kontexten begegnen und auf die wir immer wieder neue Antworten finden müssen.

Und das liegt auch an den unterschiedlichen Texten, die täglich über unseren Schreibtisch und durch unsere kritische Prüfung gehen. Vom Kundenmagazin über den Geschäftsbericht bis hin zur kleinen Werbeanzeige – wir sorgen dafür, dass jeder Ihrer Texte orthografisch und grammatikalisch optimiert wird und dabei trotzdem immer seinen individuellen Charakter bewahrt. Und diese Aufgabe ist jedes Mal eine Herausforderung, wenn man sich wie wir täglich mit all den verschlungenen Pfaden der deutschen Rechtschreibung und Grammatik auseinandersetzt. Dabei ist es nämlich nicht einfach nur damit getan, einzelne Wörter im Duden nachzuschauen und auf richtige Schreibung zu überprüfen. Vielmehr jonglieren wir mit verzwickten grammatikalischen Satzstrukturen, erforschen die korrekte Verwendung von Präpositionen und Adverbien und hinterfragen Wortbedeutungen und rhetorische Stilmittel.

 

Punktgenaues Lektorat

Dabei wird uns jedes Mal aufs Neue bewusst, nach welch komplizierten Regeln die deutsche Sprache funktioniert.

Denkt man nur mal an die Präpositionen im Deutschen: Jede verlangt einen anderen Kasus! Intuitiv wählen wir Muttersprachler im mündlichen und schriftlichen Gebrauch meistens den richtigen. Sitzt man aber mit dem Rotstift vor dem Text, kommt man dann doch mal ins Grübeln, ob es „entsprechend dem“ oder „entsprechend des“ heißen muss.

Dann diese Sache mit den Strichen: Braucht man die eigentlich? Tatsächlich werden Binde- und Gedankenstriche im täglichen Schriftgebrauch eher stiefmütterlich behandelt. Die Missachtung von Bindestrichen zur Kopplung von Wörtern führt im Alltag zum Beispiel zu verwirrenden Wortfolgen wie „Würfel Zucker“ oder „Diplom Ingenieur“. Diese umgangssprachlich etwas abwertend als „Deppenleerzeichen“ bezeichneten Fälle finden sich in erstaunlich vielen Texten.

Wussten Sie, dass die Striche überdies unterschiedliche Längen haben können? Der Bindestrich als Kopplungsstrich zwischen zwei zusammengesetzten Wörtern ist grundsätzlich kürzer als der Gedankenstrich. Letzteren, auch Bis-Strich genannt, verwendet man beispielsweise zur Angabe eines Intervalls in Ausdrücken wie Mo.–Fr. oder 20:00–21:00 Uhr.

Sehr interessant ist auch, wie häufig der Apostroph im Deutschen zweckentfremdet wird. So setzt man ihn oft an Stellen, an denen er grammatikalisch und orthografisch nun wirklich nichts zu suchen hat, zum Beispiel zur Angabe der Plural- oder Possessivform (Foto’s, Oma’s Strümpfe) oder dort, wo eine Präposition mit einem Artikel verschmolzen wird (für’s).

Für viele von uns ist die deutsche Kommasetzung seit Schulzeiten ein Buch mit sieben Siegeln. Erlaubt die Rechtschreibreform zwar neuerdings größere Freiheiten beim Setzen von Kommas, unter anderem bei zwei durch „und“ verbundenen Hauptsätzen, macht dies die Sache nicht unbedingt einfacher. Muss man doch auch jetzt jedes Mal aufs Neue überlegen, ob eventuell ein Nebensatz zwischen die Hauptsätze eingeschoben ist, was auch nach den derzeit gültigen Regeln definitiv ein Komma verlangt.

 

Sie sehen: All das macht unsere Arbeit zu einer höchst komplexen Wissenschaft, die wir lebendig an Ihren Texten umsetzen. Und als Endprodukt steht immer ein gut lesbarer, korrekter Text, den Sie sofort veröffentlichen können und der Ihre Kommunikationsziele optimal unterstützt. Nutzen auch Sie den Lektoratsservice der Sprachenfabrik! Wir freuen uns auf Ihre Texte.

Ansprechpartnerinnen im Team: Antje Lagemann und Rebekka Peters

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7 Eigenarten der deutschen Sprache

Unsere britische Praktikantin Kate berichtet von den Fallstricken des Deutschen

Ein berühmter Mann sagte einst: „Das Leben ist zu kurz, um Deutsch zu lernen.“ Leider habe ich nicht auf ihn gehört und mache jetzt seit vier Monaten ein Praktikum bei der Sprachenfabrik in Bielefeld. Hier versuche ich, für meinen Abschluss in „Moderne Sprachen“ Deutsch zu lernen. Obwohl Deutsch nicht Russisch, Chinesisch oder Arabisch ist, zählt es dennoch zu einer der schwierigsten Sprachen überhaupt mit einer Menge Eigenarten. Als Britin habe ich mich auf meiner mühseligen Odyssee durch den Irrgarten der deutschen Sprache schon oft verlaufen. So langsam dringt jedoch etwas Licht durch das dichte Grün und ich beginne, zu erahnen, welcher Weg der richtige ist.

 

Sieben Dinge, die ich über die deutsche Sprache gelernt habe

  1. Lange vs. kurze Wörter

Das Deutsche ist bekannt für seine langen Wörter. Viele Wörter kann man einfach miteinander verbinden, sodass ein einziges langes, oftmals unaussprechbares Wort entsteht. Das längste deutsche Wort ist laut Guinness-Buch der Rekorde von 1996 Donaudampfschifffahrtselektrizitätenhauptbetriebswerkbauunterbeamtengesellschaft. Im Englischen wären das ganze 15 Wörter: „Association for subordinate officials of the head office management of the Danube steamboat electrical services“.

Etwas brauchbarere Beispiele sind Glühbirne, zusammengesetzt aus glühen und Birne, sowie Staubsauger, das von Staub und saugen kommt. Ich habe festgestellt, dass ich, wenn ich nach dem richtigen Wort suche, häufig einfach nur zwei Wörter zusammensetzen muss und schon habe ich die richtige Lösung!

Andererseits benutzen die Deutschen auch viele kurzer Wörter, die allerdings überhaupt keinen Sinn ergeben. Sie werden im Mündlichen viel öfter verwendet als im Schriftlichen und unterscheiden sich je nach Region. In Bielefeld kann ich hier ein „mal“ einbauen, dort ein „schon“, oder es auf gut Glück auch mit einem „jetzt“ versuchen, und ohne dass diese Wörter eine wirkliche Bedeutung zu meinem Satz beisteuern würden, klingt mein Deutsch gleich viel deutscher!

  1. Alle deutschen Wörter klingen gleich

Das ist natürlich etwas übertrieben, aber für ungeübte Ohren klingen viele deutsche Wörter wirklich identisch. Stellen Sie sich vor, wie sich meine Mitbewohner amüsiert haben, als ich ihnen von einem Abfall erzählte, obwohl ich eigentlich Unfall meinte. Bevor ich aber auf das Wort Unfall kam, habe ich es noch mit Ausfall, Notfall und Einfall probiert. Zum Glück ist mir nicht auch noch Durchfall eingefallen! Bei so vielen verschiedenen Präfixen mit so unterschiedlichen Bedeutungen können Wörter, die sehr ähnlich klingen, etwas völlig anderes heißen.

  1. Syntax

Jeder, der irgendwann einmal Deutsch gelernt hat, erinnert sich bestimmt an dieses eine seltsame Phänomen: die deutsche Satzstellung. Die Goldene Regel lautet, dass im Deutschen das Verb IMMER an der zweiten Position im Satz steht. Natürlich nur, wenn es nicht am Ende stehen muss, weil man eine unterordnende Konjunktion verwendet hat. In seinem berühmten Aufsatz „Die schreckliche deutsche Sprache“ gibt Mark Twain ein gutes Beispiel dafür, wie lächerlich diese Regel sein kann:

Wenn er aber auf der Straße der in Samt und Seide gehüllten jetzt sehr ungenirt nach der neusten Mode gekleideten Resräthin begegnet.

Zu Verdeutlichung, wie seltsam das für uns Englisch-Muttersprachler ist, hier der ganze Satz auf Englisch, nur mit deutscher Satzstellung: „But when he, upon the street, the (in-satin-and-silk-covered-now-very-unconstrained-after-the-newest-fashioned-dressed) government counselor’s wife met,”

  1. Kasus und Genus

Wie in vielen anderen europäischen Sprachen haben Substantive im Deutschen ein Genus. Es gibt das Maskulinum, das Femininum und das Neutrum und dazu auch noch den Plural. Je nachdem, welches Geschlecht ein Substantiv hat, lautet der zugehörige Artikel „der“, „die“, „das“ oder „die“ (Plural). Die Artikel verändern sich jedoch, wenn die deutschen Fälle dazukommen. Es gibt vier Fälle, die je nach Position des entsprechenden Substantivs im Satz verwendet werden. Ich werde nicht versuchen, das alles in diesem kurzen Blogeintrag zu erklären, aber insgesamt gibt es ganze 16 Möglichkeiten, wie das englische „the“ im Deutschen wiedergegeben werden kann: der, die, das, den, dem und des.

  1. Redewendungen

Deutsche Redewendungen sind genau wie die Deutschen: Logisch, strukturiert und vernünftig. Besonders gut gefällt mir „eierlegende Wollmilchsau“, wörtlich ins Englische übertragen „egg-laying wooly milk cow“, womit man eine Person beschreibt, die einfach alles kann, also ein echtes Multitalent. Oder auch die eher auf Sprache bezogene Redensart „Mein Deutsch ist nicht das Gelbe vom Ei, aber es geht“. Wörtlich ins Englische übersetzt wäre das „My German is not the yellow of the egg, but it goes“, was allerdings nicht viel Sinn ergibt.

  1. Ümläute

Die drei kleinen Buchstaben ö, ü und ä bereiten Deutschlernern große Schwierigkeiten. Im Englischen zum Beispiel gibt es sie schlicht und ergreifend nicht. Die größten Probleme habe ich mit dem „ü“, das für mich so wie „eew“ klingt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich schon „Kuchen“ und „Küche“ miteinander verwechselt habe. Ein kleines Phonem kann einen riesigen Unterschied machen, schließlich möchte niemand eine Küche essen oder den Kuchen putzen.

  1. Denglisch

Der Rettungsanker aller Englisch-Muttersprachler, die Deutsch lernen, ist „Denglisch“ (ein paar tolle Beispiele gibt es in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=xlQI0mfJbCc). Wenn man zwei Deutschen bei einer Unterhaltung zuhört, fallen einem zig englische Wörter auf, die einfach so eingestreut werden (selbstverständlich mit deutscher Aussprache). Vor allem in den Bereichen Marketing, Wirtschaft und Technik kommen viele neue Wörter aus dem Englischen, weshalb die Deutschen gerne noch etwas „in der Pipeline“ haben oder Dinge als „sehr strange“ bezeichnen. Zur Not kann man es also einfach auch auf Englisch sagen und schon gibt es kein Kommunikationsproblem mehr!

 

Das Deutsche hat eine Menge Eigenarten. Und obwohl ich meinen Kopf aus Verzweiflung manchmal wirklich gerne gegen die Wand hauen würde, kann Deutschlernern großen Spaß machen. Das Team der Sprachenfabrik hat zum Glück sehr viel Geduld mit mir, korrigiert mich wenn nötig und motiviert mich immer wieder, nicht aufzugeben.

Traditionen aus aller Welt: Von Krampus, Rauhnächten und Perchten

Weihnachtsbrauchtum in Österreich

Auch in diesem Jahr stellen wir ja vor Weihnachten wieder unterschiedliche Traditionen zur Adventszeit vor, die es durchaus wert sind, einmal näher betrachtet zu werden.

Wie sieht es zur Adventszeit denn zum Beispiel in Österreich aus?

Einige Bräuche ähneln sich: Wie bei uns werden in Österreich in der Adventszeit auch köstliche Plätzchen gebacken und unter dem Tannenbaum Weihnachtslieder gesungen. Der Adventskranz hat hier ebenfalls Tradition. Doch es gibt auch einige wenige bei uns eher unbekannte Traditionen – sie sind teils schaurig und laut.

 

Der Krampus – unheimlicher Begleiter des Nikolaus

Vielen ist die haarige und sehr düster dreinblickende Gestalt bekannt. Der Krampus ist in den alpenländischen Regionen Teil einer festen Tradition, die viele Jahrhunderte alt ist. Der Nikolaus wird dort meist von einem Engel und dem Krampus oder auch mehreren Krampussen begleitet. Während der heilige Nikolaus den artigen Kindern Geschenke überreicht, ist der Krampus die Schreckensgestalt, die die unartigen Kinder bestraft. Allein der Anblick des Krampus jagt den meisten kleinen Kindern Angst und Schrecken ein. Zotteliges Fell, eine hölzerne Maske mit bösartigem Blick und Hörnern auf dem Kopf, um den Körper schwere Glocken geschnallt, sodass sie schon von Weitem zu hören sind – so ziehen die Krampusse gemeinsam mit dem Nikolaus von Haus zu Haus.

Zur Zeit der Inquisition war dieser alte Brauch streng verboten und doch hat er überlebt. Denn in schwer zugänglichen Bergregionen ließ man es sich nicht verbieten, die Krampusse durch die Straßen zu schicken.

Und so erfreut sich diese Tradition noch heute sehr großer Beliebtheit und wird für Kinder nicht selten zur Mutprobe: Wer schafft es, den Krampus zu necken, ohne erwischt oder bestraft zu werden?

Die Eltern wiederum nutzen ihn bei der Erziehung gern, um unartige Kinder mit den Worten: „Dann kommt dieses Jahr eben der Krampus statt der Nikolaus!“ zur Vernunft zu bringen.

 

Die Rauhnächte – wenn Geister und Hexen ihr Unwesen treiben

Der Glauben an die Rauhnächte ist sehr, sehr alt und bezieht sich auf die Nächte zur Zeit des Jahreswechsels.

In dieser Zeit, so glaubt man, sind höhere Mächte am Werk. Geister und Hexen haben ein leichtes Spiel und die beiden Welten zwischen irdischem und überirdischem Dasein verschmelzen miteinander. Um Unheil fernzuhalten, werden zu dieser Zeit die Häuser und Ställe ausgeräuchert – so entstand der Name „Rauhnächte“–, meist mit Weihrauch. Den Tieren werden außerdem Maulgaben überreicht, um sie vor Krankheiten im neuen Jahr zu schützen. Wäsche darf übrigens zu dieser Zeit auch nicht zum Trocknen aufgehängt werden. Sonst verfangen sich die Geister darin und es ist mit Tod und Krankheit zu rechnen.

Die erste Rauhnacht ist in Österreich die Thomasnacht vom 21. auf den 22. Dezember, die längste Nacht des Jahres. Eine weitere Rauhnacht ist die Heilige Nacht am 24. Dezember. Es folgen noch die Silvesternacht und schließlich die Nacht vom 5. auf den 6. Januar, den Feiertag der Heiligen Drei Könige.

Das Ende der Rauhnächte wird durch die Perchten eingeläutet – überirdische Gestalten, die in gute und böse Perchten unterteilt werden können.

 

Die Glöckler und das Aperschnalzen – Vertreibung der bösen Geister

Die Glöckler gelten als Figuren des Lichts und gehören zu den guten Perchten. Sie gehen, ganz in Weiß gekleidet, von Haus zu Haus (der Name „Glöckler“ leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort für „anklopfen“ ab) und vertreiben endgültig die bösen Geister der Winterzeit. Im Salzkammergut und den angrenzenden Regionen wird der Lauf der Glöckler noch immer praktiziert. Dieser findet in der letzten Rauhnacht, am 5. Januar, statt.

Dem gleichen Zweck dient auch das Aperschnalzen – das rhythmische Knallen mit Peitschen – das traditionell von Bayern bis Salzburg in kleinen Gruppen betrieben wird, um die Geister mit Lärm zu vertreiben.

Heutzutage vermischen sich die Traditionen zunehmend und so kann es schon einmal vorkommen, dass bei einem Perchtenlauf auch ein Krampus zu sehen ist. Grundsätzlich ähneln sich die Gestalten auch, durch ihr markantes, zotteliges Fell, ihre Masken mit Hörnern und eben die lauten Glocken.

All diese Traditionen sind im alpinen Raum ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit und werden sicher noch viele Generationen begeistern können.

Traditionen aus aller Welt: Luciatag

Seht, auf unserer Diele steht weiß gekleidet mit Licht im Haar

Lucia, heilige Lichtbringerin, Lucia. Die Dunkelheit soll fliehen jetzt aus den Tälern der Erde:

ein vorweihnachtlicher Einblick in skandinavisches Brauchtum

Licht ist Mangelware im europäischen Dezember. Nicht ohne Grund haben in diesem Monat Kerzen und Lichterketten Hochkonjunktur, versuchen die Menschen alles, um sich mit Lichtquellen aller Art durch die dunkle Jahreszeit zu retten. Nirgendwo wird das deutlicher als in Skandinavien, wo kurz vor Weihnachten zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang nur sehr wenige Stunden liegen. Hier werden Sonne und Helligkeit nicht nur im Juni während der Mittsommersonnenwende ausgiebig gefeiert.

 

Der 13. Dezember in der schwedischen Weihnachtskultur

Der 13. Dezember, auch Luciatag, steht genau sechs Monate nach Mittsommer für das vielleicht besonders skandinavische Bedürfnis nach Licht und Erleuchtung in einem der dunkelsten Monate des Jahres. Das Datum kommt nicht von ungefähr: Nach altem julianischen Kalender galt der 13. Dezember bis Ende des 16. Jahrhunderts als Tag der Wintersonnenwende, als kürzester Tag im Jahr.

Besonders in Schweden haben sich an diesem Tag spezielle Rituale entwickelt: Die traditionelle Hauptrolle im Lichterfest kommt der ältesten Tochter in der Familie zu, die in einem weißen Gewand und einem Kranz mit Kerzen auf dem Kopf die Eltern und Geschwister morgens weckt und traditionelles Weihnachtsgebäck, das mit Safran gewürzte Hefegebäck „lussekatter“, überreicht. Später führt sie eine Prozession weiterer, ähnlich gekleideter Mädchen an, besucht soziale Einrichtungen, wie Krankenhäuser und Altenheime, und sammelt Geld für karitative Zwecke.

 

Von Sizilien nach Schweden – eine italienische Heilige erobert den Norden Europas

Dass ausgerechnet eine heiliggesprochene Märtyrerin aus dem Süditalien der frühen Christenheit den Grundstein für die vorweihnachtliche Tradition im hohen Norden gelegt haben soll, mag erstaunen. Dennoch deutet einiges darauf hin, dass der Ursprung des Festes auf Lucia von Syrakus zurückgeht. Das Leben der heiligen Lucia („die Leuchtende“) liest sich wie das einer typischen Märtyrerin. Im 3. Jahrhundert nach Christus geboren, soll sie nach einer Wallfahrt zugunsten ihrer kranken Mutter die geplante Hochzeit mit ihrem heidnischen Verlobten abgesagt und konvertiert sein. Sehr zum Ärger des Bräutigams, der sie anklagte und ihr Martyrium auslöste. Doch keine Strafen und Qualen konnten der konvertierten Christin etwas anhaben. Stattdessen verschrieb sie sich dem christlichen Gedanken der Nächstenliebe, verschenkte ihr Geld an Arme und versorgte verfolgte Christen in ihren Verstecken mit Nahrung und Wasser. Hier findet sich ein weiterer Berührungspunkt mit der heutigen Tradition des Kerzenkranzes: Um beide Hände für ihre Aktionen in den unterirdischen Verstecken der Christen frei zu haben, soll Lucia einen Kranz aus brennenden Kerzen getragen haben.

 

Lucia und Schweden heute

Auch wenn die sizilianische Heilige und ihre Geschichte mit ihrer Popularität im protestantisch geprägten Skandinavien scheinbar nicht in Einklang zu bringen sind, so ist das Luciafest aus Schweden doch heute nicht mehr wegzudenken. Längst hat auch die Medienwelt das Potenzial des Luciafestes erkannt: Bereits einige Wochen vor dem 13. Dezember wird im Fernsehen die Luciakönigin gekürt, die anschließend gleich einer Prominenten ganz Schweden und das Ausland bereist. Immer mit einer Aufgabe im Gepäck: Licht, Freude und Nächstenliebe in die vorweihnachtliche Welt zu bringen und damit auf das nahende Weihnachtsfest einzustimmen.

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Unsere Übersetzer stellen sich vor – Cornelia aus der Eifel

Wer bist du? Stell dich bitte kurz vor.

Ich bin Cornelia, seit fast 30 Jahren selbständige Fachübersetzerin, seit 15 Jahren in der Eifel zuhause.

 

Wie lange arbeitest du schon mit uns zusammen?

Vor etwa fünf Jahren kam ich durch den Kontakt zu eurer Projektmanagerin Anja Reddiga zum damaligen Bertelsmann-Sprachendienst. Seither bin ich regelmäßig für euch tätig.

 

Welche Art von Texten übersetzt du besonders gern? Was sind deine Fachgebiete?

Meine Fachgebiete sind Wirtschaft, Recht und Finanzen. Ich übersetze z. B. sehr gern Verträge und Geschäftsberichte/Bilanzen. Das sind meist recht „trockene“, faktenbezogene und rein fachsprachliche Texte, mir gefallen sie aber. Viele dieser Übersetzungen stellen zugleich eine kontinuierliche Weiterbildung dar und oft spiegeln sich in den Inhalten nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche und politische Entwicklungen wider.

 

Ich arbeite gern mit der Sprachenfabrik zusammen, weil …

…. ich hier anspruchsvolle Texte zu übersetzen bekomme, die in meine Lieblings-Fachgebiete fallen, und der Kontakt mit dem freundlichen, hilfsbereiten und effektiven Projektmanagementteam viel Freude macht. Auch mit dem Honorar bin ich zufrieden – es stimmt also einfach alles.

 

Du engagierst dich neben deinem Beruf als Übersetzerin besonders im Bereich Tierschutz – wie kam es dazu und wie sieht das genau aus? So ein langfristiges Engagement will ja gut überlegt sein, du hast damit ja eine große Verantwortung übernommen.

Für Tiere interessiere ich mich schon seit Kindertagen und speziell zum Tierschutz kam ich dann, als ich im Jahr 2000 mit meinen damals 3 Hunden aus der Großstadt an einen abgelegenen Ort in der Eifel zog und das Leben in der Natur aus der Nähe kennenlernte. Ich half zunächst gelegentlich bei einem örtlichen Tierschutzverein aus. Später adoptierte ich einen Hund von Retriever in Not e.V. und wurde über diesen Kontakt auch Pflegestelle.

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Der Verein kümmert sich vor allem um ausrangierte Zuchthunde und als Pflegestelle übernehme ich Hündinnen, die jahrelang in Vermehrerbetrieben unter oft schrecklichen Bedingungen für die Welpenproduktion missbraucht wurden, und bereite sie auf ein „normales“ Hundeleben vor, sodass sie nach einiger Zeit durch den Verein in Familien vermittelt werden können. Es zeigte sich dann, dass manche meiner Pflegehunde durch die Erfahrungen in ihren ersten Lebensjahren so gezeichnet waren, dass sie keine geeigneten Adoptanten fanden – und so blieben sie eben hier. Im Laufe der Zeit habe ich noch weitere alte oder abgeschobene Hunde aufgenommen, die ein geschütztes Zuhause brauchten, eben einen Gnadenhof. Haus und Grundstück bieten genug Platz dafür und durch meine freiberufliche Tätigkeit, die ich hier zu Hause ausüben kann, bin ich zeitlich so flexibel, dass sich alles gut miteinander vereinbaren lässt.

Seit Anfang dieses Jahres erzähle ich auf der Facebook-Seite „Hundegnadenhof Lommerland“ vom Alltag mit den Hunden.

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Wie lassen sich das Übersetzen und dein Engagement als Tierschützerin miteinander vereinbaren?

Ich habe im Laufe der Jahre viel darüber nachgedacht, was wohl beides miteinander zu tun haben mag. Mir fiel dann irgendwann auf, dass ich für die Kommunikation mit Hunden ja eine weitere Sprache lernen musste – ohne Vokabeln und Grammatik, aber mit Lauten und physischen Signalen. Das ist vor allem beim aktiven Wortschatz gar nicht so einfach und ich lerne immer wieder neue „Dialekte“. :-)

Außerdem ergänzen sich die beiden Bereiche in einer für mich idealen Weise. Bei der Arbeit am Computer bewege ich mich in einem abstrakten, virtuellen Raum und die Arbeit mit den Hunden beinhaltet fast nur ganz konkrete, naturnahe Tätigkeiten. Zwei hoch interessante, aber vollkommen unterschiedliche Sphären, die täglich miteinander vereinbart werden wollen – und oft erhole ich mich in der einen von der anderen und umgekehrt.

Traditionen aus aller Welt: Guy Fawkes Day

Remember, remember the 5th of November …: ein Beispiel britischer Feierkultur

Halloween, Allerheiligen, Erntedank, Martinisingen – vielleicht nicht ohne Grund reiht sich im tristen Monat November ein bunter Feiertag an den nächsten. Es hat den Anschein, als ob beleuchtete Kürbisse, bunte Erntegaben und flackernde Laternen Licht ins Dunkel dieser Herbsttage bringen sollen. Zwar sind längst Bräuche wie das Aushöhlen von Kürbissen und gruselige Kostüme in vielen Ländern präsent. Dennoch lassen sich viele dieser Bräuche nicht auf einen einzelnen Ursprung zurückführen.

 

Bonfire Night als britisches Kultur-Highlight

Wer sich dieser Tage in Großbritannien aufhält, erlebt an vielen Orten ein ähnlich mysteriöses Schauspiel aus flammenden Lichtern. Am 5. November wird dort mit Fackelumzügen und Feuerwerken eines historischen Ereignisses gedacht, das aus heutiger Sicht zunächst kaum erinnerungswürdig erscheint. Denn der Auslöser der sogenannten Bonfire Night liegt im England des frühen 17. Jahrhunderts. Am 5. November 1605 versuchte eine Gruppe katholischer Verschwörer um den Anführer Guy Fawkes den damaligen König James I. und das Parlament in die Luft zu sprengen. Guy Fawkes hatte zuvor 36 Fässer Schießpulver in den Keller des Parlaments gebracht. Der Anschlag gelang nicht. Am Morgen des 5. November wurden die Fässer entdeckt, Guy Fawkes und seine Anhänger verhaftet und hingerichtet.

Zum Glück. Man schätzt, dass ein erfolgreicher Anschlag katastrophale Auswirkungen gehabt hätte: Etwa eine halbe Meile im Umkreis des Parlaments wäre zerstört worden. In der Tat ein verheerendes Ereignis im sonst so revolutionsarmen England, wenn man bedenkt, dass sich dessen Geschichte eher durch Treue zur Monarchie und politische Balance auszeichnete. Ausnahme: das 17. Jahrhundert. Hier treffen Konfrontationen zwischen Parlament und Krone und insbesondere zwischen den vorherrschenden Religionen aufeinander. Hatte Elisabeth I. noch versucht, die religiösen Spannungen zwischen Protestanten und Katholiken zu mindern, fühlten sich insbesondere die Katholiken unter dem protestantisch orientierten König James I. und dem protestantisch dominierten Parlament in ihren Rechten bedroht.

 

Guy Fawkes damals und heute – in Großbritannien und darüber hinaus

Religiös motivierter Terror – die politischen Zustände im England des 17. Jahrhunderts bildeten den nachvollziehbaren Rahmen für den Anschlag. Doch was macht den Guy Fawkes Day heute noch für die Nachwelt interessant? Außer einem willkommenen Anlass zu feiern und tonnenweise Silvesterböller in die Luft zu jagen (ziemlich ironisch übrigens, bedenkt man, dass hiermit das Scheitern eines Sprengstoffattentats gefeiert wird!). Noch im Jahr des Anschlags zündete man zu Ehren des geretteten Königs in London Freudenfeuer an. Damals wie heute feiert man in England das Scheitern des Attentats als Huldigung der bestehenden und bewährten Ordnung, des Fortbestands der Monarchie. Noch heute hält sich der Brauch, vor der jährlichen Parlamentseröffnung die Kellergewölbe unterhalb des House of Lords zu untersuchen. Auch übergibt man vielerorts eine Guy Fawkes nachgebildete Puppe dem Feuer.

Guy Fawkes als Terrorist und Zerstörer der bestehenden Ordnung – dieses Bild hat sich im Lauf der Zeit jedoch erstaunlicherweise ins Gegenteil verkehrt. Anfang der 80er Jahre erfanden der Comicautor Alan Moore und der Zeichner David Lloyd in einem schwarz-weißen Comicmagazin die Dystopie eines faschistischen Englands. Als Protagonist kämpft ein gewisser V gegen ein totalitäres System – für die Befreiung von Tyrannei und Fremdbestimmung. Maskiert ist die Hauptfigur im Comic und im 2006 produzierten Film „V wie Vendetta“ mit dem stilisierten Gesicht von Guy Fawkes. Seitdem hat sich der Wandel der Figur Guy Fawkes vom Unruhestifter zum Freiheitskämpfer mehr und mehr verfestigt.

Das weltweite Internetphänomen Anonymous nutzt die Guy-Fawkes-Maske seit seiner Aktion gegen Scientology immer wieder für diverse Demonstrationen für Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit des Internets. Weltweit tauchte die Maske zudem bei Protestaktionen auf, etwa während des Arabischen Frühlings, in Spanien oder in Nordamerika während der Occupy-Wall-Street-Bewegung.

Freiheitskämpfer, Rebell oder Anarchist – wie auch immer man Guy Fawkes und den Gunpowder Plot interpretieren möchte: Für viele Menschen in englischsprachigen Ländern wird der 5. November wohl einfach eine Art vorgezogenes Silvester oder die speziell britische Variante von Halloween bleiben. Für uns Sprachprofis übrigens nicht uninteressant: Vieles deutet darauf hin, dass der Gebrauch des Wortes „guy“ im Englischen auf jenen Protagonisten des 5. November 1605 zurückzuführen ist.

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Unsere Übersetzer stellen sich vor – Jan aus Dänemark

In einer neuen Blogserie möchten wir in loser Folge unsere freiberuflichen Übersetzer zu Wort kommen lassen. Denn sie sind es, die unsere Arbeit überhaupt erst möglich machen. Doch wer sind eigentlich die Menschen hinter den Übersetzungen, die wir liefern? Das ist die Frage, die wir an dieser Stelle künftig gern beantworten möchten. Den Anfang macht Jan aus Dänemark. Er übersetzt für uns seit zwei Jahren wöchentlich Produkttexte für einen unserer Kunden aus dem Deutschen ins Dänische und prüft am Ende das Layout der fertigen Broschüren. Jan hat einige Zeit in Grönland verbracht. Darüber wollten wir gern mehr wissen …

Wer bist Du? Stell Dich bitte kurz vor.

Mein Name ist Jan. Ich bin Diplomfachübersetzer für Deutsch und Englisch, meine beiden Arbeitssprachen. Ich habe an der CBS in Kopenhagen studiert und war nach dem Studium insgesamt 15 Jahre lang in zwei verschiedenen Übersetzungsbüros als Übersetzer tätig. Seit 2004 arbeite ich als freiberuflicher Übersetzer.

Wie lange arbeitest Du schon mit uns zusammen?

Ich arbeite seit 2013 mit der Sprachenfabrik zusammen.

Welche Art von Texten übersetzt Du besonders gern? Was sind Deine Fachgebiete?

Ich arbeite überwiegend mit technischen Texten – z. B. Fahrzeugtechnik, Maschinenbau, IT – aber auch mit allgemeinsprachlichen Texten.

Ich arbeite gern mit der Sprachenfabrik zusammen, weil …

… die Aufgaben von der Sprachenfabrik gut eingeplant werden können, da sie meistens an bestimmten Tagen eingehen.

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Ausblick vom Schreibtisch in Grönland

Du hast eine Zeit lang in Grönland gelebt. Wie kam es dazu und wie lange warst Du dort?

Meine Frau arbeitet als Zahnärztin und konnte für ein Jahr von ihrem Job in Dänemark beurlaubt werden, um in Grönland zu arbeiten. Und ich als Übersetzer kann eigentlich überall arbeiten, wenn nur eine Internetverbindung vorhanden ist.

 

Welche Erfahrung war für Dich in Grönland besonders lustig/komisch/beeindruckend? Wie ist das Leben dort?

Der Aufenthalt in Grönland war ein großes und ganz besonderes Erlebnis. Wir wohnten in Nuuk, in der mit 16.000 Einwohnern kleinsten Hauptstadt der Welt. Die Natur dort ist beeindruckend – und ganz anders als in Dänemark, wo es ziemlich flach ist. Ich war gespannt, ob alles so funktioniert, wie wir es in der westlichen Welt gewohnt sind. In Nuuk war die Internetverbindung stabil – was für meine Arbeit sehr wichtig war –, aber deutlich teurer als in Dänemark (ungefähr 80 Euro im Monat).

Wieso bist Du zurück nach Dänemark gezogen?

Unser Aufenthalt in Grönland war nur für ein Jahr geplant.

Vielen Dank, lieber Jan, dass Du Dich bereit erklärt hast, unsere Fragen zu beantworten! An dieser Stelle werden wir demnächst in loser Folge noch weitere Freiberufler, die mit uns zusammenarbeiten, vorstellen.