Kompetenzen

Lektorat in der Sprachenfabrik – eine Wissenschaft für sich

Die deutsche Sprache und ihre Tücken

Heißt es nun „scheinbar“ oder „anscheinend“? Setzt man in diesem Satz vor dem Infinitiv nun ein Komma oder nicht? Und wie ist das mit der Kasuskongruenz in jenem Fall?

Unser Alltag im Lektorat der Sprachenfabrik ist voll kniffliger Fragen. Fragen, die uns in immer neuen Kontexten begegnen und auf die wir immer wieder neue Antworten finden müssen.

Und das liegt auch an den unterschiedlichen Texten, die täglich über unseren Schreibtisch und durch unsere kritische Prüfung gehen. Vom Kundenmagazin über den Geschäftsbericht bis hin zur kleinen Werbeanzeige – wir sorgen dafür, dass jeder Ihrer Texte orthografisch und grammatikalisch optimiert wird und dabei trotzdem immer seinen individuellen Charakter bewahrt. Und diese Aufgabe ist jedes Mal eine Herausforderung, wenn man sich wie wir täglich mit all den verschlungenen Pfaden der deutschen Rechtschreibung und Grammatik auseinandersetzt. Dabei ist es nämlich nicht einfach nur damit getan, einzelne Wörter im Duden nachzuschauen und auf richtige Schreibung zu überprüfen. Vielmehr jonglieren wir mit verzwickten grammatikalischen Satzstrukturen, erforschen die korrekte Verwendung von Präpositionen und Adverbien und hinterfragen Wortbedeutungen und rhetorische Stilmittel.

 

Punktgenaues Lektorat

Dabei wird uns jedes Mal aufs Neue bewusst, nach welch komplizierten Regeln die deutsche Sprache funktioniert.

Denkt man nur mal an die Präpositionen im Deutschen: Jede verlangt einen anderen Kasus! Intuitiv wählen wir Muttersprachler im mündlichen und schriftlichen Gebrauch meistens den richtigen. Sitzt man aber mit dem Rotstift vor dem Text, kommt man dann doch mal ins Grübeln, ob es „entsprechend dem“ oder „entsprechend des“ heißen muss.

Dann diese Sache mit den Strichen: Braucht man die eigentlich? Tatsächlich werden Binde- und Gedankenstriche im täglichen Schriftgebrauch eher stiefmütterlich behandelt. Die Missachtung von Bindestrichen zur Kopplung von Wörtern führt im Alltag zum Beispiel zu verwirrenden Wortfolgen wie „Würfel Zucker“ oder „Diplom Ingenieur“. Diese umgangssprachlich etwas abwertend als „Deppenleerzeichen“ bezeichneten Fälle finden sich in erstaunlich vielen Texten.

Wussten Sie, dass die Striche überdies unterschiedliche Längen haben können? Der Bindestrich als Kopplungsstrich zwischen zwei zusammengesetzten Wörtern ist grundsätzlich kürzer als der Gedankenstrich. Letzteren, auch Bis-Strich genannt, verwendet man beispielsweise zur Angabe eines Intervalls in Ausdrücken wie Mo.–Fr. oder 20:00–21:00 Uhr.

Sehr interessant ist auch, wie häufig der Apostroph im Deutschen zweckentfremdet wird. So setzt man ihn oft an Stellen, an denen er grammatikalisch und orthografisch nun wirklich nichts zu suchen hat, zum Beispiel zur Angabe der Plural- oder Possessivform (Foto’s, Oma’s Strümpfe) oder dort, wo eine Präposition mit einem Artikel verschmolzen wird (für’s).

Für viele von uns ist die deutsche Kommasetzung seit Schulzeiten ein Buch mit sieben Siegeln. Erlaubt die Rechtschreibreform zwar neuerdings größere Freiheiten beim Setzen von Kommas, unter anderem bei zwei durch „und“ verbundenen Hauptsätzen, macht dies die Sache nicht unbedingt einfacher. Muss man doch auch jetzt jedes Mal aufs Neue überlegen, ob eventuell ein Nebensatz zwischen die Hauptsätze eingeschoben ist, was auch nach den derzeit gültigen Regeln definitiv ein Komma verlangt.

 

Sie sehen: All das macht unsere Arbeit zu einer höchst komplexen Wissenschaft, die wir lebendig an Ihren Texten umsetzen. Und als Endprodukt steht immer ein gut lesbarer, korrekter Text, den Sie sofort veröffentlichen können und der Ihre Kommunikationsziele optimal unterstützt. Nutzen auch Sie den Lektoratsservice der Sprachenfabrik! Wir freuen uns auf Ihre Texte.

Hier erhalten Sie einen Überblick über unsere Leistung.

Fußball-ABC – wir liefern die Übersetzung

Die Fußballweltmeisterschaft steht vor der Tür!

Damit Sie daheim vor dem Fernseher, in der Kneipe oder beim Public Viewing nun auch multilingual mit Ihrem Fußballwissen glänzen können, haben wir hier die wichtigsten Fußballbegriffe von A bis Z für Sie aufgelistet – auf Deutsch sowie in Übersetzung auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und natürlich auch in der Sprache des diesjährigen Gastgeberlandes: brasilianisches Portugiesisch.

 

A wie Abseits

Laut der FIFA handelt es sich um Abseits, wenn

  1. der angreifende Spieler sich zum Zeitpunkt des Abspiels in der gegnerischen Hälfte befindet und
  2. der Torlinie näher ist, als der Ball und der vorletzte Abwehrspieler es sind.
  3. Es ist hierbei unerheblich, ob es sich bei den beiden Abwehrspielern um einen Feldspieler und den Torwart oder zwei Feldspieler handelt.

Oder auch, wie es Franz Beckenbauer so schön sagte: »Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift.«

 

Englisch: offside

Französisch: hors-jeu

Spanisch: fuera de juego

Italienisch: fuorigioco

Brasilianisches Portugiesisch: impedimento

 

B wie Bananenflanke

Als Bananenflanke bezeichnet man im Fußball eine Flanke mit stark gekrümmter Flugbahn vor das gegnerische Tor. Hierfür wird der Ball mit Effet getreten, ihm wird also beim Schuss ein starker Drall nach links oder rechts gegeben.

Englisch: curling cross

Französisch: frappe banane

Spanisch: centro con mucho efecto

Italienisch: cross ad effeto

Brasilianisches Portugiesisch: passe com efeito

 

C wie Chancentod

So wird umgangssprachlich ein Spieler genannt, der jede auch noch so riesige Torchance vergibt.

Englisch: opportunity killer

Spanisch: destructor de oportunidades

Hierfür gibt es leider nicht in jeder Sprache eine Entsprechung, aber in solchen Momenten im Spiel ergibt sich meist der Kommentar. Stimmen Sie einfach in den kollektiven Aufschrei mit ein, man versteht Sie schon, keine Sorge.

 

D wie Doppelpass

Folge von zwei Pässen, von denen der erste an einen Mitspieler gegeben wird, der den Ball sofort wieder an den ersten Spieler zurückpasst.

Englisch: one-two

Französisch: une-deux

Spanisch: doble pase

Italienisch: uno-due

Brasilianisches Portugiesisch: tabelinha

 

E wie Elfmeterschießen

Zu einem Elfmeterschießen kommt es immer dann, wenn in einem K.-o.-Spiel (also in einem Spiel, in dem es einen Sieger geben muss) auch nach einer Verlängerung kein Sieger feststeht. Es treten 5 Spieler pro Mannschaft an, die abwechselnd auf das Tor schießen. Wenn es nach den jeweils 5 Schüssen pro Mannschaft noch immer keinen Sieger gibt, treten einzelne Schützen im Sudden-Death-Verfahren gegeneinander an, bis eine Mannschaft führt.

Englisch: penalty shootout

Französisch: séance de pénaltys

Spanisch: los penaltis

Italienisch: calci di rigore

Brasilianisches Portugiesisch: pênaltis

 

F wie Finale

Einmal im Finale einer Weltmeisterschaft zu stehen –­ davon träumt wohl jeder Fußballer. Achtung: Hier kommt es auf die richtige Aussprache und Betonung an!

Englisch: final

Französisch: finale

Spanisch: final

Italienisch: finale

Brasilianisches Portugiesisch: final

 

G wie Grätsche

Eine Grätsche ist der Versuch eines Spielers, den Ball rutschend und mit ausgestrecktem Bein zu erreichen. Sofern der Spieler dabei den Ball spielt oder versucht zu spielen, ist dies durchaus regelkonform. Wenn der Spieler jedoch mit voller Absicht einen Gegenspieler tritt, ohne dass eine Chance besteht, den Ball zu treffen, spricht man von einer Blutgrätsche. Da hierbei eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf genommen wird und es sich somit um ein grobes Foul handelt, wird dies zumeist mit einer Roten Karte geahndet.

Englisch: sliding tackle

Französisch: tacle glissé

Spanisch: segada

Italienisch: falciare qcn. (jemanden grätschen)

Brasilianisches Portugiesisch: carrinho

H wie Handspiel

Das Spielen des Balles mit der Hand oder dem gesamten Arm unterhalb der Schulter. Geschieht dies absichtlich, so wird es mit einem direkten Freistoß bzw. einem Elfmeter (im eigenen Strafraum) geahndet.

Englisch: handball

Französisch: faute de mains

Spanisch: falta de mano

Italienisch: fallo di mani

Brasilianisches Portugiesisch: falta de mão

 

I wie Innenverteidiger

Der Innenverteidiger spielt, wie der Name schon sagt, in der Verteidigung, und dort meistens zentral, also eher in der Spielfeldmitte vor dem Tor. Ein solcher Spieler ist meistens relativ groß und robust gebaut, damit er sowohl Zweikämpfe als auch Kopfballduelle gewinnen kann.

 

Englisch: centre back

Französisch: arrière central

Spanisch: defensa central

Italienisch: centrale difensivo

Brasilianisches Portugiesisch: defesa central

 

J wie Joker

Der Joker kommt durch eine Einwechslung ins Spiel, um den Spielverlauf zu wenden oder eine Entscheidung herbeizuführen. Meist ist der Joker ein Stürmer, der für die nötigen Tore sorgen soll.

 

Englisch: joker

Französisch: joker

Spanisch: comodín

Italienisch: jolly

Brasilianisches Portugiesisch: curinga

 

K wie Konter

Die Mannschaft stürmt nach vorn, ist kurz vor dem Tor und verliert durch eine Unachtsamkeit den Ball. Jetzt muss die gegnerische Mannschaft schnell sein und einen Konter, also einen schnellen Gegenangriff, starten.

Englisch: counter-attack

Französisch: contre

Spanisch: contraataque

Italienisch: contropiede

Brasilianisches Portugiesisch: desmarcação

 

L wie Latte

Nein, hiermit ist nicht ihr Lieblingsgetränk aus dem italienischen Café um die Ecke gemeint, sondern der obere der drei Balken, die das Tor bilden. Bei Fans ist die Latte nicht sehr beliebt, meistens weil durch sie das Tor des eigenen Stürmers verhindert wird.

 

Englisch: bar

Französisch: barre

Spanisch: larguero

Italienisch: traversa

Brasilianisches Portugiesisch: travessão

 

M wie Mittelfeld

Bezeichnet den mittleren Teil eines Spielfeldes – so einfach ist das!

Englisch: midfield

Französisch: centre du terrain

Spanisch: mediocampo

Italienisch: centrocampo

Brasilianisches Portugiesisch: meio-de-campo

 

N wie Nachspielzeit

Während eines Fußballspiels kommt es immer wieder zu Unterbrechungen, etwa weil ein Spieler gefoult wurde und behandelt werden muss, Spieler ausgewechselt werden oder wegen Ähnlichem. Die hierbei verlorene Zeit wird am Ende jeder Halbzeit nachgeholt. Eine Nachspielzeit ist keine Verlängerung (siehe unten).

Englisch: stoppage time

Französisch: temps additionnel

Spanisch: descuento

Italienisch: minuti die recupero

Brasilianisches Portugiesisch: tempo de acréscimo

 

P wie Platzverweis

Dieser wird vom Schiedsrichter ausgesprochen und meist durch das Ziehen der Roten Karte symbolisiert. Der betroffene Spieler muss das Spielfeld sofort verlassen und darf nicht ersetzt werden. Übrigens kann auch ein Trainer oder Assistenztrainer einen Platzverweis erhalten und muss dann den Spielfeldrand oder die sog. technische Zone verlassen. Hier wird zwar keine Rote Karte gezeigt, das Resultat für den Betroffenen ist allerdings das gleiche.

Englisch: to send someone off

Französisch: carte rouge

Spanisch: expulsión del terreno de juego

Italienisch: espulsione

Brasilianisches Portugiesisch: expulsão

Q wie Querpass

Ein Querpass ist das Zuspielen des Balles von einem Spieler zum anderen, bei dem sich beide Spieler in etwa auf gleicher Spielfeldhöhe befinden.

Englisch: square pass

Französisch: passe latérale

Spanisch: pase en diagonal

Italienisch: passaggio laterale

Brasilianisches Portugiesisch: lateral

 

S wie Schwalbe

Wenn ein Spieler sich mit schmerzverzerrtem Gesicht fallen lässt, ohne dass er tatsächlich gefoult wurde, spricht man von einer Schwalbe. Es handelt sich um den Versuch, für die eigene Mannschaft einen Vorteil durch einen Frei- oder Strafstoß herauszuholen.

Englisch: diving

Französisch: simulation

Spanisch: falta fingida

Italienisch: simulazione di fallo

Brasilianisches Portugiesisch: mergulho

 

T wie Tor!

Oder auch: Das Runde muss ins Eckige!

Englisch: goal!

Französisch: but!

Spanisch: gol!

Italienisch: gol!

Brasilianisches Portugiesisch: gol!

U wie Unentschieden

Das meist unbefriedigendste Ergebnis eines Spiels überhaupt. Da kann man auf der Welt fragen, wen man will.

Englisch: draw

Französisch: match nul

Spanisch: igualada

Italienisch: pareggio

Brasilianisches Portugiesisch: empate

 

V wie Verlängerung

Zu einer Verlängerung kommt es, wenn in einem K.-o.-Spiel nach 90 Minuten noch keine Entscheidung gefallen ist. In diesem Fall wird das Spiel um zweimal 15 Minuten verlängert. Hilft dies auch nichts, kommt es zu einem Elfmeterschießen.

Englisch: extra time

Französisch: prolongation

Spanisch: prórroga

Italienisch: tempi supplementari

Brasilianisches Portugiesisch: prorrogação

 

W wie Weltmeisterschaft

Das große, alle vier Jahre stattfindende Fußballturnier, um das alle (wir auch) immer so einen Wirbel machen.

Englisch: World Cup

Französisch: Coupe du Monde

Spanisch: mundial

Italienisch: campionato mondiale

Brasilianisches Portugiesisch: copa do mundo

 

Z wie Zwölfter Mann

Ein sprichwörtlicher zwölfter Spieler auf dem Platz. Gemeint sind hier die Fans, die durch Anfeuern der eigenen Mannschaft selbiger zu mehr Leistung verhelfen können ­– eben wie ein zusätzlicher, zwölfter Spieler.

Englisch: home crowd

Französisch: supporteurs

Spanisch: aficionados

Italienisch: tifosa

Brasilianisches Portugiesisch: fãs

 

 

So, nun sind Sie für alle Spiel- und Lebenslagen während der WM sprachlich bestens gerüstet.

Das Team der Sprachenfabrik wünscht Ihnen viel Spaß!

Übersetzung von Pseudoentlehnungen und falschen Freunden

Neulich lektorierten wir, das Team der Sprachenfabrik, für einen Kunden eine englischsprachige Customer Solution. Darin ging es unter anderem um Produkte, die der Kunde wiederum im Auftrag seines Kunden lagerte und auslieferte, z. B. Surf-Sticks. Dieses vermeintlich englische Wort stieß bei unserer britischen Lektorin auf Unverständnis. Erst nach einer Google-Recherche konnte sie ergründen, was hier gemeint war. Es handelt sich bei dem Wort „Surf-Stick“ nämlich um eine Pseudoentlehnung – im englischen Sprachraum wird das Gerät „dongle“ genannt. Ähnlich wie beim viel zitierten Handy waren hier wohl deutsche Muttersprachler am Werk, die gedacht haben müssen, dass ein englischer Produktname für potenzielle Kunden ansprechender sein könnte. Weitere Beispiele sind die deutschen Wörter „Beamer“, „Bodybag“, „Public Viewing“ und „Slip“.

Um Pseudoentlehnungen handelt es sich im Deutschen jedoch nicht nur bei vermeintlich englischen Wörtern. Auch sogenannte „Scheingallizismen“, also Wörter, die aus dem Französischen zu kommen scheinen, finden sich im Duden. Beispiele dafür sind „Friseur“, „Delikatesse“ und „Blamage“. Diese haben sich wohl ins Deutsche geschlichen, als die französische Sprache gerade besonders „en vogue“ war.

Silicon Valley – das Silikontal?

Vor einiger Zeit wurde von den Medien die deutsche Übersetzung der Steve-Jobs-Biografie recht stark kritisiert, u. a. für einen Fehler, bei dem es sich um einen „false friend“ handelte: Das englische Wort „silicon“ war mit „Silikon“ übersetzt worden – richtig wäre jedoch „Silizium“ gewesen; das englische Wort für Silikon ist „silicone“. Falsche Freunde sind Wörter, die z. B. orthografisch oder phonetisch ähnlich sind, aber nicht dasselbe bedeuten. Dies kann einerseits zu witzigen Missverständnissen führen – das englische Wort „gift“ bedeutet etwa „Geschenk“ und nicht „Gift“; andererseits aber auch zu schwerwiegenden Fehlern, wenn z. B. „billion“(im amerikanischen Englisch das Wort für Milliarde) und „Billion“ verwechselt werden.

Damit Ihnen so etwas nicht passiert, haben wir nachfolgend einige falsche Freunde verschiedener Sprachen aufgeführt, die oft zu Verwechslungen führen.

 

Englischdeutsche
Bedeutung
Deutschenglische
Bedeutung
actualtatsächlichaktuellcurrent
chefKüchenchefChefboss
procurerZuhälterProkuristattorney
spotFleck, PunktWerbespotcommercial, advert
to realizeeinsehen, begreifenrealisierento implement

 

Französischdeutsche
Bedeutung
Deutschfranzösische
Bedeutung
appartementWohnungAppartementstudio
baiserKüssenBaisermeringue
infusionKräuterteeInfusionperfusion
médecinArztMedizinmédecine
tailleGrößeTaillesilhouette

 

Niederländischdeutsche
Bedeutung
Deutschniederländische
Bedeutung
bellenklingelnbellenblaffen
winkelLadenWinkelhoek

 

 

 

Übersetzung von InDesign und Co.

Wir von der Sprachenfabrik sind regelmäßig dafür verantwortlich, Texte aus den Bereichen Kommunikation und Marketing in verschiedene Sprachen zu übersetzen. Durch den Umgang mit Translation-Memory-Systemen (sogenannte CAT-Tools; Computer Assisted Translation) sind wir mit den Herausforderungen vertraut, die beim Import spezieller Dateiformate aus Grafikprogrammen wie InDesign, QuarkXPress und Adobe FrameMaker bestehen. Die Aufgabe besteht hier nicht nur im Bereich der reinen Übersetzung. Probleme entstehen oftmals bereits beim eigentlichen Erstellungsprozess der Dokumente.

Viele professionelle Tools im Bereich Authoring, wie zum Beispiel Adobe FrameMaker oder XMetaL Author, bauen seit geraumer Zeit auf das Prinzip des Single-Source-Publishings, bei dem Texte in einem einzigen Quellformat (z. B. XML) verfasst und anschließend in mehrere Dateiformate übertragen werden. Leider setzen die Hersteller von Programmen im Bereich Mediengestaltung, wie etwa Adobe Photoshop oder InDesign, dieses Prinzip noch nicht um. InDesign-Dokumente können in übersetzungskompatible Dateiformate exportiert werden, allerdings heißt dies nicht unbedingt, dass ihre Struktur auch wirklich für die Übersetzung geeignet ist.

Zwar sind die meisten Grafiker gut ausgebildet und angehalten, bestimmte Vorgaben zu befolgen, jedoch ist dies bei Zeit- und Termindruck nicht immer möglich. Daraus können Probleme entstehen, die den Autoren selbst nicht bewusst sind, die aber die Übersetzung von InDesign-Dokumenten zu einem sprichwörtlichen Hexenwerk machen. Im Folgenden einige anschauliche Beispiele, auf die wir regelmäßig stoßen.

Übersetzungsoptimierung von InDesign-Dokumenten

In InDesign-Dokumenten, die zur Übersetzung bestimmt sind, sollte zusammenhängender Text immer in verknüpften Textrahmen untergebracht sein, sodass die Reihenfolge der Textbestandteile beim Einlesen in das Übersetzungstool eingehalten wird. Wenn aus Layout- oder Designgründen mehrere einzelne Textrahmen verwendet und diese nicht ordentlich verknüpft werden, kann das CAT-Tool sie nicht in die richtige Reihenfolge bringen und die Textbestandteile stehen wahllos hintereinander.

Platzierung von Textrahmen 

In diesem Beispiel wurden verschiedene Textrahmen aneinander platziert. In InDesign bzw. aus der Sicht des Autors bestehen hier keine offensichtlichen handwerklichen Mängel. Wenn man diesen Text jedoch zur Übersetzung in ein CAT-Tool importiert, ist es möglich, dass die Reihenfolge verloren geht. Translation Memorys zeigen dann keine brauchbaren Matches an. Die Übersetzung solcher Segmente gestaltet sich im Übrigen so kompliziert, da Übersetzungswerkzeuge bei Dateiformaten wie InDesign keine Voransicht des Zieldokumentes anzeigen. Der Übersetzer arbeitet in einem systemeigenen Editor, in dem ausschließlich die Textinhalte aus dem Layoutdokument angezeigt werden – und zwar genau so, wie sie eingegeben wurden, und nicht, wie sie im Layout dargestellt werden

Bei der Übersetzung von Word- oder PDF-Dokumenten werden hingegen Voransichten der Zieldokumente dargestellt. Hier gestaltet sich der Übersetzungsprozess daher wesentlich einfacher.

Fehler bei der Übersetzung durch ausgeblendete Elemente in InDesign

Ein anderes spannendes Beispiel sind Montageflächen bzw. Pasteboards, welche in InDesign unter anderem dazu verwendet werden, um Kommentare festzuhalten oder weiterzugeben. Beim Export der Texte aus InDesign in das CAT-Tool werden alle Elemente kopiert, die in dem Dokument enthalten sind. Das bedeutet, dass auch die bereits erwähnten Montageflächen exportiert werden, sofern sie nicht ausgeblendet oder entfernt werden. Wenn ältere Dokumente als Vorlagen verwendet werden, können alte Montageflächen durchaus übersehen werden, weil sie ausgeblendet sind. Dies gilt ebenfalls für versteckte Elemente bzw. „Hidden Layers“, welche noch im Dokument enthalten sind.

Solche Fehler im Erstellungsprozess verursachen nicht nur einen hohen Nachbearbeitungsaufwand, sondern sorgen in dessen Folge auch für höhere Übersetzungskosten.

Wir stellen uns der Übersetzungsherausforderung

Die Sprachenfabrik versucht, die Herausforderung der Übersetzung solcher Dateiformate auf verschiedenen Wegen zu bewältigen. Durch Schulungen sowie regen Austausch und die Kommunikation mit den Autoren und Grafikern, schaffen wir ein Bewusstsein für das „übersetzungsgerechte Arbeiten“ mit Desktop-Publishing-Tools. Außerdem geben wir den Autoren Strukturkonzepte bzw. Material zur Verfügung oder unterstützen sie direkt beim Erstellungsprozess.

Wir hoffen, dass wir Sie durch diesen Artikel ein wenig für dieses Thema sensibilisieren konnten. Vielleicht können wir in Zukunft auch Ihre InDesign-Dokumente übersetzen?