Kulturelles

Traditionen aus aller Welt: Independence Day – der vierte Juli

Am vierten Juli werden Sie ihre US-amerikanischen Kolleginnen und Kollegen vermutlich nicht erreichen können. Lesen Sie hier, warum.

Der vierte Juli ist der offizielle Nationalfeiertag der USA. An diesem Datum im Jahre 1776 erklärten die Vereinigten Staaten von Amerika durch die Ratifizierung der Unabhängigkeitserklärung offiziell ihre Unabhängigkeit vom Königreich Großbritannien.

John Adams, einer der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung und zweiter Präsident der USA, erwartete, dass künftige Generationen mit einem großen jährlichen Fest daran erinnern würden. An seine Frau schrieb er: »Der vierte Juli soll als Tag der Erlösung in die Geschichte eingehen. Man soll ihn mit Pomp und Paraden begehen, mit Aufführungen, Sportveranstaltungen, Waffen, Glockengeläut, Freudenfeuern und Festbeleuchtungen, von einer Seite des Kontinents bis zur anderen, von nun an bis in alle Zeit.«

Und das tun die US-Amerikaner auch. Fast alle haben frei und nutzen dies meist intensiv: Zusammen mit der ganzen Familie werden Picknicks und Grillpartys veranstaltet oder man spielt Baseball oder besucht eine der zahlreichen Paraden oder Konzerte. Abends versammelt man sich, um eines der vielen Feuerwerke zu bestaunen oder gleich selbst eines zu veranstalten. Das größte Feuerwerk am vierten Juli findet übrigens in New York statt und wird von dem Kaufhaus Macy’s gesponsert.

Natürlich wissen auch Politiker die besondere Symbolkraft dieses Tages zu nutzen. Viele halten an diesem Tag patriotische Reden und preisen die Bewohner, die Kultur und die Geschichte des Landes.
Gerne schmücken US-Amerikaner auch ihr Haus, ihr Auto und sich selbst in den Farben der US-Flagge: rot, weiß und blau.

Übrigens gibt es auch in Deutschland und anderen Ländern Partys und Festlichkeiten am Independence Day: In Berlin und München sind zu diesem besonderen Anlass die Botschaft der USA und das US-Konsulat für Besucher geöffnet und in diversen Clubs, Biergärten oder anderen Lokalitäten wird gefeiert. Gehen Sie also ruhig mal hin und schauen Sie sich um. Bestimmt kommen Sie dabei mit dem ein oder anderen in Deutschland lebenden US-Amerikaner ins Gespräch und können sich mit diesem bei einem Drink oder einer Portion Spareribs austauschen. Interessante Einblicke garantiert!

Viel Spaß und »Happy 4th of July« wünscht Ihnen das Team der Sprachenfabrik!

 

 

 

Traditionen aus aller Welt: Bloomsday

Gegrilltes Hammelfleisch auf der Grünen Insel – der Bloomsday ist da!

16. Juni. Seltsam gekleidete Gestalten bewegen sich durch Dublins Straßen. Einige solcher Gestalten in der irischen Hauptstadt richten sich nach modernen Stadtplänen, die nicht so Recht zu ihrer altmodischen Tracht passen wollen; andere sind beim Gehen komplett in ein Buch vertieft. Ab und zu zeigen sie aufgeregt auf ihren Stadtplan. Ohne weitere Umstände werden die Kneipen, Häuser oder Parks betreten. Manchen sieht man beim Verlassen der Kneipen an, dass sie dem Alkohol zugesprochen haben. Ab und zu versammeln sich diese eigenartigen Kreaturen und lauschen begierig demjenigen, der ein Taschenbuch hevorgeholt hat und nun daraus vorliest… und der Kenner weiß, dass die vorgelesenen Worte aus dem Werk Ulysses von James Joyce stammen.

Das Benehmen der Iren kommt dem Kenner dann gar nicht mehr so seltsam vor, denn die Grüne Insel feiert den Bloomsday. „Bloomsday? Was ist denn das?“ möchten Sie wissen? Der Bloomsday findet jährlich am 16. Juni statt. Man ehrt damit Ulysses, das wohl berühmeteste Werk des großartigen irischen Schriftstellers. In diesem Werk wird einen Tag im Leben der fiktiven Hauptfigur Leopold Bloom beschrieben. Alle Orte, die die seltsam verkleideten Gestalten also gerne aufsuchen, werden in Ulysses beschrieben.

James Augustine Aloysius Joyce (was für eine Name!) wurde am 2. Februar 1882 als ältestes Kind einer großen Familie geboren. Er war ein wahres Vorbild was Sprachen anging und beherrschte Englisch, Gälisch, Französisch, Deutsch, Neugriechisch und Italienisch. Auch in Hebräisch, Russisch, Japanisch, Chinesisch und Finnisch versuchte er sich. Sein bedeutendstes Werk, Ulysses, wurde nach mehreren Hindernissen endlich im Februar 1922 veröffentlicht.

 

Der Bloomsday wird in Irland zur Tradition

„Und was hat es nun genau mit dem Bloomsday auf sich?“ Vielleicht erinnern Sie sich noch an das Datum, das am Anfang dieses Blog-Eintrags stand und fragen sich, was am 16. Juni so besonders ist. Die wahrscheinlichste der vielen Theorien ist, dass Joyce an eben diesem Datum im Jahr 1904 sein erstes Rendezvous mit seiner zukünftigen Frau Nora hatte. Der 16.6.1904 ist ebenfalls der Tag, der in Ulysses beschrieben wird. Auch beruflich war dieses Jahr für Joyce wichtig: 1904 begann er, an seiner Kurzgeschichten-Sammlung Dubliners zu arbeiten und verließ Irland, um in Paris zu studieren. 1929 wurde Bloomsday das erste Mal richtig gefeiert. Die Vorbereitungen zu dem Event, welches in Frankreich stattfand, wurden von Adrienne Monnier getroffen. Sie war Partnerin von Sylvia Beach, die Ulysses erstmals veröffentlichte.

In Irland wurde der erste Bloomsday 1954 begangen, als die Schriftsteller Patrick Kavanagh und Flann O‘Brien durch die Gegend spazierten, an Ulysses-Standorten halt machten und aus dem Werk vorlasen. Na ja, wahrscheinlich torkelten sie am Ende eher, hatten sie doch auf ihrer Reise nicht wenig getrunken!

Und wie wird diese Tradition heute gefeiert? Selbstverständlich hat James Joyce auf der Grünen Insel viele Fans, und in Dublin sorgen diese eine ganze Woche lang vor Bloomsday für Stimmung. Wie schon erwähnt verkleiden sich Fans gern im damaligen Stil aus der Zeit Eduards VII., lauschen Vorlesungen, wandern durch Dublins Straßen, trinken – und setzen sich zum gemeinsamen Frühstück zusammen, welches vom James Joyce Centre organisiert wird. Doch Achtung! Bei diesem Frühstück müssen die Zutaten stimmen, denn man muss unbedingt so speisen, wie es die Figuren in Ulysses taten – also her mit der Niere!

So, liebe Leser, da haben Sie es also. Jetzt wissen Sie, warum die Iren es sich einmal im Jahr zum Bloomsday zur Tradition gemacht haben, ihre Hauptstadt mit Aktivitäten, die dem nichtsahnenden Besucher etwas merkwürdig vorkommen könnten, ‚unsicher‘ zu machen. Wer weiß – mit diesem neugewonnenen Wissen in der Tasche zieht es vielleicht auch Sie zum Bloomsday auf die Grüne Insel!

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Fußball-ABC – wir liefern die Übersetzung

Die Fußballweltmeisterschaft steht vor der Tür!

Damit Sie daheim vor dem Fernseher, in der Kneipe oder beim Public Viewing nun auch multilingual mit Ihrem Fußballwissen glänzen können, haben wir hier die wichtigsten Fußballbegriffe von A bis Z für Sie aufgelistet – auf Deutsch sowie in Übersetzung auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und natürlich auch in der Sprache des diesjährigen Gastgeberlandes: brasilianisches Portugiesisch.

 

A wie Abseits

Laut der FIFA handelt es sich um Abseits, wenn

  1. der angreifende Spieler sich zum Zeitpunkt des Abspiels in der gegnerischen Hälfte befindet und
  2. der Torlinie näher ist, als der Ball und der vorletzte Abwehrspieler es sind.
  3. Es ist hierbei unerheblich, ob es sich bei den beiden Abwehrspielern um einen Feldspieler und den Torwart oder zwei Feldspieler handelt.

Oder auch, wie es Franz Beckenbauer so schön sagte: »Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift.«

 

Englisch: offside

Französisch: hors-jeu

Spanisch: fuera de juego

Italienisch: fuorigioco

Brasilianisches Portugiesisch: impedimento

 

B wie Bananenflanke

Als Bananenflanke bezeichnet man im Fußball eine Flanke mit stark gekrümmter Flugbahn vor das gegnerische Tor. Hierfür wird der Ball mit Effet getreten, ihm wird also beim Schuss ein starker Drall nach links oder rechts gegeben.

Englisch: curling cross

Französisch: frappe banane

Spanisch: centro con mucho efecto

Italienisch: cross ad effeto

Brasilianisches Portugiesisch: passe com efeito

 

C wie Chancentod

So wird umgangssprachlich ein Spieler genannt, der jede auch noch so riesige Torchance vergibt.

Englisch: opportunity killer

Spanisch: destructor de oportunidades

Hierfür gibt es leider nicht in jeder Sprache eine Entsprechung, aber in solchen Momenten im Spiel ergibt sich meist der Kommentar. Stimmen Sie einfach in den kollektiven Aufschrei mit ein, man versteht Sie schon, keine Sorge.

 

D wie Doppelpass

Folge von zwei Pässen, von denen der erste an einen Mitspieler gegeben wird, der den Ball sofort wieder an den ersten Spieler zurückpasst.

Englisch: one-two

Französisch: une-deux

Spanisch: doble pase

Italienisch: uno-due

Brasilianisches Portugiesisch: tabelinha

 

E wie Elfmeterschießen

Zu einem Elfmeterschießen kommt es immer dann, wenn in einem K.-o.-Spiel (also in einem Spiel, in dem es einen Sieger geben muss) auch nach einer Verlängerung kein Sieger feststeht. Es treten 5 Spieler pro Mannschaft an, die abwechselnd auf das Tor schießen. Wenn es nach den jeweils 5 Schüssen pro Mannschaft noch immer keinen Sieger gibt, treten einzelne Schützen im Sudden-Death-Verfahren gegeneinander an, bis eine Mannschaft führt.

Englisch: penalty shootout

Französisch: séance de pénaltys

Spanisch: los penaltis

Italienisch: calci di rigore

Brasilianisches Portugiesisch: pênaltis

 

F wie Finale

Einmal im Finale einer Weltmeisterschaft zu stehen –­ davon träumt wohl jeder Fußballer. Achtung: Hier kommt es auf die richtige Aussprache und Betonung an!

Englisch: final

Französisch: finale

Spanisch: final

Italienisch: finale

Brasilianisches Portugiesisch: final

 

G wie Grätsche

Eine Grätsche ist der Versuch eines Spielers, den Ball rutschend und mit ausgestrecktem Bein zu erreichen. Sofern der Spieler dabei den Ball spielt oder versucht zu spielen, ist dies durchaus regelkonform. Wenn der Spieler jedoch mit voller Absicht einen Gegenspieler tritt, ohne dass eine Chance besteht, den Ball zu treffen, spricht man von einer Blutgrätsche. Da hierbei eine Verletzung des Gegenspielers in Kauf genommen wird und es sich somit um ein grobes Foul handelt, wird dies zumeist mit einer Roten Karte geahndet.

Englisch: sliding tackle

Französisch: tacle glissé

Spanisch: segada

Italienisch: falciare qcn. (jemanden grätschen)

Brasilianisches Portugiesisch: carrinho

H wie Handspiel

Das Spielen des Balles mit der Hand oder dem gesamten Arm unterhalb der Schulter. Geschieht dies absichtlich, so wird es mit einem direkten Freistoß bzw. einem Elfmeter (im eigenen Strafraum) geahndet.

Englisch: handball

Französisch: faute de mains

Spanisch: falta de mano

Italienisch: fallo di mani

Brasilianisches Portugiesisch: falta de mão

 

I wie Innenverteidiger

Der Innenverteidiger spielt, wie der Name schon sagt, in der Verteidigung, und dort meistens zentral, also eher in der Spielfeldmitte vor dem Tor. Ein solcher Spieler ist meistens relativ groß und robust gebaut, damit er sowohl Zweikämpfe als auch Kopfballduelle gewinnen kann.

 

Englisch: centre back

Französisch: arrière central

Spanisch: defensa central

Italienisch: centrale difensivo

Brasilianisches Portugiesisch: defesa central

 

J wie Joker

Der Joker kommt durch eine Einwechslung ins Spiel, um den Spielverlauf zu wenden oder eine Entscheidung herbeizuführen. Meist ist der Joker ein Stürmer, der für die nötigen Tore sorgen soll.

 

Englisch: joker

Französisch: joker

Spanisch: comodín

Italienisch: jolly

Brasilianisches Portugiesisch: curinga

 

K wie Konter

Die Mannschaft stürmt nach vorn, ist kurz vor dem Tor und verliert durch eine Unachtsamkeit den Ball. Jetzt muss die gegnerische Mannschaft schnell sein und einen Konter, also einen schnellen Gegenangriff, starten.

Englisch: counter-attack

Französisch: contre

Spanisch: contraataque

Italienisch: contropiede

Brasilianisches Portugiesisch: desmarcação

 

L wie Latte

Nein, hiermit ist nicht ihr Lieblingsgetränk aus dem italienischen Café um die Ecke gemeint, sondern der obere der drei Balken, die das Tor bilden. Bei Fans ist die Latte nicht sehr beliebt, meistens weil durch sie das Tor des eigenen Stürmers verhindert wird.

 

Englisch: bar

Französisch: barre

Spanisch: larguero

Italienisch: traversa

Brasilianisches Portugiesisch: travessão

 

M wie Mittelfeld

Bezeichnet den mittleren Teil eines Spielfeldes – so einfach ist das!

Englisch: midfield

Französisch: centre du terrain

Spanisch: mediocampo

Italienisch: centrocampo

Brasilianisches Portugiesisch: meio-de-campo

 

N wie Nachspielzeit

Während eines Fußballspiels kommt es immer wieder zu Unterbrechungen, etwa weil ein Spieler gefoult wurde und behandelt werden muss, Spieler ausgewechselt werden oder wegen Ähnlichem. Die hierbei verlorene Zeit wird am Ende jeder Halbzeit nachgeholt. Eine Nachspielzeit ist keine Verlängerung (siehe unten).

Englisch: stoppage time

Französisch: temps additionnel

Spanisch: descuento

Italienisch: minuti die recupero

Brasilianisches Portugiesisch: tempo de acréscimo

 

P wie Platzverweis

Dieser wird vom Schiedsrichter ausgesprochen und meist durch das Ziehen der Roten Karte symbolisiert. Der betroffene Spieler muss das Spielfeld sofort verlassen und darf nicht ersetzt werden. Übrigens kann auch ein Trainer oder Assistenztrainer einen Platzverweis erhalten und muss dann den Spielfeldrand oder die sog. technische Zone verlassen. Hier wird zwar keine Rote Karte gezeigt, das Resultat für den Betroffenen ist allerdings das gleiche.

Englisch: to send someone off

Französisch: carte rouge

Spanisch: expulsión del terreno de juego

Italienisch: espulsione

Brasilianisches Portugiesisch: expulsão

Q wie Querpass

Ein Querpass ist das Zuspielen des Balles von einem Spieler zum anderen, bei dem sich beide Spieler in etwa auf gleicher Spielfeldhöhe befinden.

Englisch: square pass

Französisch: passe latérale

Spanisch: pase en diagonal

Italienisch: passaggio laterale

Brasilianisches Portugiesisch: lateral

 

S wie Schwalbe

Wenn ein Spieler sich mit schmerzverzerrtem Gesicht fallen lässt, ohne dass er tatsächlich gefoult wurde, spricht man von einer Schwalbe. Es handelt sich um den Versuch, für die eigene Mannschaft einen Vorteil durch einen Frei- oder Strafstoß herauszuholen.

Englisch: diving

Französisch: simulation

Spanisch: falta fingida

Italienisch: simulazione di fallo

Brasilianisches Portugiesisch: mergulho

 

T wie Tor!

Oder auch: Das Runde muss ins Eckige!

Englisch: goal!

Französisch: but!

Spanisch: gol!

Italienisch: gol!

Brasilianisches Portugiesisch: gol!

U wie Unentschieden

Das meist unbefriedigendste Ergebnis eines Spiels überhaupt. Da kann man auf der Welt fragen, wen man will.

Englisch: draw

Französisch: match nul

Spanisch: igualada

Italienisch: pareggio

Brasilianisches Portugiesisch: empate

 

V wie Verlängerung

Zu einer Verlängerung kommt es, wenn in einem K.-o.-Spiel nach 90 Minuten noch keine Entscheidung gefallen ist. In diesem Fall wird das Spiel um zweimal 15 Minuten verlängert. Hilft dies auch nichts, kommt es zu einem Elfmeterschießen.

Englisch: extra time

Französisch: prolongation

Spanisch: prórroga

Italienisch: tempi supplementari

Brasilianisches Portugiesisch: prorrogação

 

W wie Weltmeisterschaft

Das große, alle vier Jahre stattfindende Fußballturnier, um das alle (wir auch) immer so einen Wirbel machen.

Englisch: World Cup

Französisch: Coupe du Monde

Spanisch: mundial

Italienisch: campionato mondiale

Brasilianisches Portugiesisch: copa do mundo

 

Z wie Zwölfter Mann

Ein sprichwörtlicher zwölfter Spieler auf dem Platz. Gemeint sind hier die Fans, die durch Anfeuern der eigenen Mannschaft selbiger zu mehr Leistung verhelfen können ­– eben wie ein zusätzlicher, zwölfter Spieler.

Englisch: home crowd

Französisch: supporteurs

Spanisch: aficionados

Italienisch: tifosa

Brasilianisches Portugiesisch: fãs

 

 

So, nun sind Sie für alle Spiel- und Lebenslagen während der WM sprachlich bestens gerüstet.

Das Team der Sprachenfabrik wünscht Ihnen viel Spaß!