Inside Sprachenfabrik

Wir schreiben Sprachenfabrik-Kultur

Die grünbedaumte Kollegin, die alle Blumen gießt, der Chef, der den stärksten Kaffee kocht, der Kollege, der in stressigen Momenten immer die lustigsten Witze macht. Ob ausgesprochen oder unausgesprochen: Der Teamgeist jedes Unternehmens entsteht mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten, die dort arbeiten. In jedem Unternehmen gibt es eine eigene Teamkultur.

Diese Kultur ist aber mehr als nur die ein oder andere persönliche Neigung, mehr als ein Spitzname hier und ein offen gesprochenes Wort da. Nach über einem halben Jahrzehnt Sprachenfabrik haben wir uns dazu entschieden, unsere Sprachenfabrik-eigene Kultur aus dem Alltag zwischen Flurfunk und Homeoffice zu extrahieren und niederzuschreiben. Denn wir finden: Sie ist es wert!

Dabei herausgekommen sind unsere Unternehmensgrundsätze. Darin zum Ausdruck kommt unser Verständnis von unternehmerischem Handeln und gemeinsamen Werten. In der Zusammenarbeit mit unseren Kundinnen und Kunden, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Dienstleisterinnen und Dienstleistern prägen wir diese Grundsätze und entwickeln sie fortlaufend weiter.

Das klingt gut? Wenn Du Deine sprachbegeisterte, aufgeschlossene, teamorientierte und einfach sympathische Persönlichkeit bei uns einbringen und unsere Sprachenfabrik-Kultur mitprägen möchtest, wirf gern einen Blick auf unsere aktuellen Stellenanzeigen!

 

Zum 4. Advent: Gedanken zur Stillen Nacht

Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
schlaf in himmlischer Ruh,
schlaf in himmlischer Ruh.

Stille Nacht – unser diesjähriges, hoffnungsvolles Weihnachtsmotto hat uns in der Sprachenfabrik durch die Adventszeit begleitet. Diese neigt sich nun allmählich dem Ende entgegen und es dauert nicht mehr lange bis zum Weihnachtsfest, das viele Menschen mit Ruhe und Besinnlichkeit verbinden.

Klusa nakts, svēta nakts
Visi dus, nomodā
Vēl ir Jāzeps un Marija
Kūtī Dāvida pilsētā
Jēzus silītē dus
Jēzus silītē dus

Stille Nacht – ein Bild, das seit Jahrhunderten zu Weihnachten gehört und musikalischer Bestandteil vieler familiären Weihnachtstraditionen im deutschsprachigen Raum ist: Das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ entstand im frühen 19. Jahrhundert in Österreich. Der Hilfspfarrer Joseph Mohr verfasste bereits im Jahre 1816 den Text, der im Original insgesamt sechs Strophen umfasst, zunächst als Weihnachtsgedicht. Zwei Jahre später komponierte der Lehrer und Organist Franz Xaver Gruber auf Wunsch des Autors die Melodie dazu. Im selben Jahr wurde das Lied an Weihnachten in der heutigen Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg von den beiden Männern uraufgeführt.

Astro del ciel, Pargol divin,
mite Agnello Redentor!
Tu che i Vati da lungi sognar,
Tu che angeliche voci nunziar,
luce dona alle genti,
pace infondi nei cuor!

Sille Nacht – Silent Night. Den Arnold-Schwarzenegger-Move, aus dem österreichischen Dorf mit erstaunlichem Erfolg in die weite Welt, hat „Stille Nacht“ schon lange vor ihm geschafft. Das Lied wurde in mehrere Hundert Sprachen und Dialekte übersetzt – und in Österreich von der UNESCO noch darüber hinaus zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt.

Sessiz gece, kutsal gece,
Herkes senin çevrende,
Her şey parlak ve sakin,
Kutsal ve tatlı yavru
Huzur ile uyu.
Huzur ile uyu.

Stille Nacht – der Liedklassiker war auch ein innovativer Bestandteil der diesjährigen Sprachenfabrikweihnachtsfeier. Angeleitet von den jeweiligen Muttersprachler*innen und internen Sprachexpert*innen unseres Teams zauberte der inoffizielle Sprachenfabrik-Chor, der bislang nur an Geburtstagen aller Kolleg*innen sein Können präsentieren konnte, mit seiner Interpretation der ersten Strophe des Liedes auf Deutsch, Lettisch, Italienisch, Türkisch, Russisch und Englisch eine international-festliche Atmosphäre in unseren weihnachtlichen Pausenraum.

Тихая ночь, дивная ночь!
Дремлет всё. Лишь не спит
В благоговенье святая Чета :
Чудным Младенцем полны их сердца.
Радость в душе их горит.
Радость в душе их горит.

Stille Nacht – wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres Sprachenfabrikblogs schon jetzt ein frohes Weihnachtsfest mit besinnlichen und fröhlichen Momenten sowie einen ruhigen und insbesondere friedvollen Jahresausklang.

Silent night, holy night
All is calm, all is bright
Round yon Virgin, Mother and Child
Holy Infant so tender and mild
Sleep in heavenly peace
Sleep in heavenly peace

Zum 3. Advent: Ein sehr britisches Weihnachten

Hi! Ich bin Izzy, die aktuelle Übersetzungspraktikantin in der Sprachenfabrik. Seit etwa vier Monaten lebe ich in Deutschland – und obwohl es hier sehr viel Spaß macht, ich schon sehr viele nette Menschen kennengelernt habe und viel lerne, freue ich mich jetzt in der Vorweihnachtszeit langsam darauf, wieder zu Hause zu sein und Zeit mit meiner Familie in Großbritannien zu verbringen. Für mich gehen die Themen Ruhe und Stille Nacht Hand in Hand mit der Idee, zu Hause zu sein, und auch mit unseren skurrilen Weihnachtstraditionen. Ich finde, dass Traditionen viel Trost bieten, selbst wenn sie eher komisch und albern sind.

Hier ein paar lustige britische Weihnachtstraditionen, auf die ich mich freue, wenn ich zu Hause bin:

Englische Pantomime

Die erste britische Weihnachtstradition, die mir durch ihre pure Bizarrheit Trost bringt, ist unsere Pantomime. Die englische Pantomime ist nicht zu verwechseln mit dem deutschen Wort Pantomime. Es handelt sich hier um ein eigenständiges Theatergenre. Berühmte Märchen mit politischen Witzen und modernen, kitschigen Popsongs: Englische Pantomime fordern das Publikum zum Mitmachen auf und haben zumeist eine Auswahl an Z-Prominenten in ihren Hauptrollen. Ich habe schon verschiedene Pantomime mit Freunden und mit der Familie besucht – und sogar selbst in einigen Vorstellungen getanzt. Es ist eine der besten Weihnachtstraditionen für Kinder von 8 bis 80 Jahren. Zwei Stunden, die völlig chaotisch sind und Spaß machen, sind ein absolutes britisches Weihnachtsmuss.

Weihnachtsfernsehen

Ich weiß, dass Weihnachtswerbung nicht besonders britisch ist, aber die Weihnachtswerbung von John Lewis ist es auf jeden Fall. Sie markiert den Beginn der Weihnachtszeit bereits im November. Die John-Lewis-Werbung ist normalerweise rührselig und emotional, mit einer modernen Version eines alten berühmten Songs, und es fühlt sich einfach wie Weihnachten an (Link zum diesjährigen Spot hier, sehr süß).

In ähnlicher Weise sind auch die typischen Weihnachtssendungen im Fernsehen für meine Familie und mich eine Tradition in der Weihnachtszeit. „Gavin and Stacey“ zum Beispiel, eine Serie mit zwei sehr starken Akzenten und einem sehr britischen Ton, kommt mir hier in den Sinn: Sie ist eigentlich schon zu Ende, aber die Darsteller sind für ein TV-Special an Weihnachten 2019 wieder zusammengekommen. Es hat einfach etwas, wenn man mit seiner Familie zusammensitzt, alle dasselbe Programm sehen und es genießen.

Die Thronrede

Meine letzte britische Weihnachtstradition ist nicht lustig oder albern, aber ich finde es wichtig, sie zu erwähnen: die Thronrede. Sowohl bei mir als auch bei meinen Eltern gab es immer die Rede der Königin am ersten Weihnachtstag. „Die Rede des Königs“ war für uns bislang nur der Name eines Films mit Colin Firth in der Hauptrolle. Ich bin keine Monarchistin, aber es ist schon ein komisches Gefühl, dass sich die Tradition in diesem Jahr ein bisschen verändert. Nicht drastisch zwar, aber es ist schon ein wenig seltsam, Queen Elizabeth dieses Jahr nicht mehr auf unseren Bildschirmen zu sehen. Ich glaube, wir finden Trost in Tradition und Wiederholung.

Egal, was eure Lieblingsweihnachtstradition ist: Genießt eine wunderbare und ruhige Weihnachtszeit😊

 

 

 

 

Zum 2. Advent: Besinnlichkeit in Badehosen

Sonne, Strand und Meeresrauschen statt dicken Pullis, Weihnachtsmarkt und gebrannten Mandeln … Befremdlich? Nein, besinnlich! Jedenfalls wenn man Weihnachten wie unsere Studentische Hilfskraft Rosalie schon einmal im südlichen Erdteil verbracht hat.

Denn in Ländern wie Chile, in denen es im Dezember Sommer ist, werden die Feiertage gerne am Strand verbracht, zum Beispiel im beliebten Badeort Viña del Mar. Wenn man nicht gerade im „ewigen Eis“ von Patagonien lebt, wartet man in Chile vergeblich auf eine weiße Weihnacht. An der festlichen Dekoration wird vielerorts trotzdem nicht gespart. Im Zentrum der Hauptstadt des Andenlandes wird auf der „Plaza de Armas“ jedes Jahr ein riesiger, geschmückter Weihnachtsbaum aufgestellt.

Genau wie bei uns verbringt man Heiligabend, die „Noche Buena“, gerne zu Hause im Kreis der Familie. Beim landestypischen „Pan de Pascua“, einem mit kandierten Früchten, Nüssen, Muskat- und Zimtgeschmack gebackenen Kuchen, wird die Gemeinschaft mit seinen Liebsten genossen und mit traditionellen Weihnachtsliedern zelebriert. Zu später Stunde werden die Geschenke des „Viejito Pascuero“ (Weihnachtsmann) ausgeteilt, bevor viele Familien den Abend andächtig in der heiligen Messe ihrer Kirche ausklingen lassen.

Wie man sieht, schaffen es die Chilenen auch dem Sommer den Geist der Weihnacht einzuhauchen.  Denn unabhängig von Land und Jahreszeit zählt für die meisten von uns: die gemeinsame Zeit mit den Liebsten!

In diesem Sinne einen schönen zweiten Advent vom Team der Sprachenfabrik. 😊

 

Unsere Weihnachtsspende für Menschen in der Ukraine

Die Weihnachtsspende hat bei uns in der Sprachenfabrik eine schöne Tradition. Meistens entscheiden wir gemeinsam im Team, an welches gemeinnützige Projekt sie sich richtet. Dabei kommen oft ganz unterschiedliche Spendenziele heraus, die eine große Vielfalt an Interessen und persönlicher Verbundenheit widerspiegeln.

Dieses Mal aber sind wir alle einer Meinung, wem unsere Spende am Ende eines spannenden und herausfordernden Sprachenfabrik-Jahres zugutekommen soll: den Menschen aus der Ukraine. Ihr Land ist nun schon seit letztem Winter Kriegsgebiet, ein Alltag im Ausnahmezustand. Millionen Ukrainer*innen mussten die eigenen Landesgrenzen auf der Suche nach Schutz und Sicherheit verlassen. Wir fühlen uns verbunden mit ihnen und hoffen sehr, dass dieser schlimme Angriff so schnell wie möglich beendet wird und sich endlich Frieden und Freiheit in der ganzen Ukraine einstellen.

Bielefelder Flüchtlingsfonds

Unsere Spende geht daher an den Bielefelder Flüchtlingsfonds, der den vielen Menschen aus der Ukraine, die in ihrer Flucht zu uns nach Bielefeld kommen, Unterstützung in ihrer allerersten Zeit bietet und ihnen ein gutes Ankommen in unserer Stadt ermöglicht. Konkret bedeutet dies, dass aus den finanziellen Mitteln des Fonds direkt, schnell und ganz unbürokratisch kleine Starthilfen geschaffen werden. Die sorgen dafür, dass alle Geflüchteten – egal ob Erwachsene oder Kinder – eine einmalige und individuell passende Förderung über staatliche Grundsicherung hinaus erhalten. Der Bielefelder Flüchtlingsfonds ist eine Kooperation der Stadt Bielefeld und der Bielefelder Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut.

Wer sich ebenfalls gern mit einer Spende beteiligen mag, findet auf der Website des Bielefelder Flüchtlingsfonds alle weiteren Infos.

Etsy-Shop von Mariya und Anastasiya

Und dann möchten wir noch ein weiteres Projekt vorstellen. Eines, das direkt in der Ukraine stattfindet und von dem wir durch eine unserer langjährigen Übersetzerinnen aus der Ukraine erfahren haben. Es wird mit ganzer Kraft und vollem Einsatz von Mariya und Anastasiya organisiert. Die beiden konnten nach dem russischen Angriff ihren Etsy-Shop für besondere Vintage-Deko nicht weiterführen und mussten ihre Büroräume verlassen. Sie haben dann das Sortiment so umgestellt, dass in ihrem Shop nun digital Verschickbares erhältlich ist: selbstgemalte Kinderbilder aus der Ukraine, die nach Erwerb als Downloads zur Verfügung stehen.

Deren Erlös fließt nun direkt in konkrete Hilfe, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Mariya und Anastasiya kümmern sich selbst: Sie bringen medizinische Produkte, Lebensmittel, Kleidung und immer wieder grundlegende militärische Ausrüstungsgegenstände wie Helme, Reifen, Nachtsichtgeräte, Thermokleidung dahin, wo sie helfen – in befreite Gebiete, in bombardierte Gegenden, bis an die Front. Auf ihrem Instagram-Account berichten sie jede Woche von ihren aktuellen Bemühungen, von ihrem Leben mit dem Krieg, vom nahenden Winter und der bedrückenden Ungewissheit, wie es weitergeht. Aber auch schöne Momente sind dabei, wie etwa der Geburtstag ihrer Tochter.

Vielleicht haben unsere Leser*innen ja Interesse, sich noch etwas näher mit diesem besonderen Engagement zu beschäftigen und Mariya und Anastasiya zu unterstützen: Hier geht’s zu Ihrem Instagram-Account.

Zum 1. Advent: Ein hoffnungsvolles Weihnachtsmotto

Eben dieses zu finden, lautete die Mission unseres internen Sprachenfabrik-Weihnachtsteams. „Was wünschen wir uns für die anstehende Advents- und Weihnachtszeit?“, fragten wir uns somit und fanden übereinstimmend eine Antwort: Ruhe. Ein wenig Ruhe und Besinnlichkeit, nach all den Stürmen, die nicht nur uns in diesem Jahr begleitet haben. Mit unserem diesjährigen Weihnachtsmotto Stille Nacht möchten wir unseren Fokus deshalb auf Achtsamkeit legen.

Wie in den vergangenen Jahren gibt es an allen Adventssonntagen hier einen kleinen Blogartikel zu unserem Weihnachtsmotto. Zusätzlich veröffentlichen wir in der kommenden Woche unsere diesjährigen Spendenziele. Damit verbunden bleibt unsere herzliche Einladung, diese wohltätigen Zwecke, die wir dann an dieser Stelle vorstellen, kennenzulernen und zu unterstützen. Stay tuned!

Wir wünschen einen friedvollen Start in die Adventszeit!

Landlust, Teamgeist und ein Ausflug ins Grüne

 

Ein verträumtes Dorf nach dem anderen, kilometerlange Landstraßen: Wenn die Zahl der vor Ort ansässigen Tiere höher liegt als die Zahl der Menschen, ist es geschafft. Im September hat es das Team in die Tiefen des Landlebens zu einem Grillnachmittag geführt, der allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Und das nicht nur, weil viele von uns auf dem Weg dahin quer durch Westfalen reisen durften (oder mussten). Um vom stressigen und manchmal auch lauten Alltag Abstand zu nehmen, ist ein Tag auf dem Land genau das Richtige. Abgesehen vom Knistern des Lagerfeuers, dem Galopp der Pferde oder dem Ruf eines Schafes ist es still hier. Termine, Verpflichtungen und die Hektik des Alltags geraten für einen Augenblick in Vergessenheit.

Zusammen mit der Familie und den Kolleg*innen haben wir dabei fleißig gegessen und gelacht. Nachdem alle etwas mitgebracht hatten, konnten sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen die vielfältigen Köstlichkeiten genießen, und den Tag mit Stockbrot, Spaziergängen und gemeinsamem Spielen ausklingen lassen.

Ein besonderer Dank gilt unserer lieben Kollegin Anja und ihrem Mann Björn, die alle Sprachenfabrikant*innen eingeladen haben, diesen wunderschönen Nachmittag auf ihrem Hof zu verbringen. Gemeinsame Aktionen in der Natur stärken den Teamgeist und fördern die Lust am Landleben!

¡Amo Valparaíso!

Hallo liebe Blogleser*innen! Mein Name ist Rosalie Furtwängler und ich bin zurzeit Praktikantin im Vendormanagement der Sprachenfabrik. Außerdem studiere ich im 3. Semester Mehrsprachige Kommunikation an der TH Köln mit dem Fokus auf Spanisch.

Was uns in der Sprachenfabrik verbindet, ist das Interesse an den Sprachen und Kulturen dieser Welt. Persönlich wurde diese Leidenschaft bei mir während eines 3-monatigen Austauschs nach Chile entfacht.

 

¡Vamos a Valparaíso!

Wie auch schon der chilenische Dichter und Diplomat Pablo Neruda, bin ich der Stadt Valparaíso verfallen. Stundenlang könnte ich durch die verwinkelten Gassen zwischen den bunten Häusern spazieren und die zahlreichen Graffitis begutachten. Wer auf der Suche nach authentischem chilenischen Street Food ist, ist in Valpo an der richtigen Adresse. Zum Beispiel das Gericht „Chorillana“: Bratkartoffeln mit Spiegelei und Röstzwiebeln. Typischerweise enthält dieses Gericht auch Fleisch, die gastfreundlichen Chilenen machen jedoch gerne eine Ausnahme. 😊

Wer sich für Literatur begeistern kann und den eben genannten Poeten Pablo Neruda näher kennenlernen will, kann sein Haus im Zentrum Valparaísos „La Sebastiana“ besichtigen. Mein Favorit ist sein Haus auf der Isla Negra, zu deutsch „schwarze Insel“, auf der er in einem kleinen Fischerdorf ein Anwesen direkt an der steinigen Küste errichten ließ. Mittlerweile ist es ein Museum, indem man einen Einblick in das private Leben Nerudas bekommt: Alte Gedichte, Bilder und Mitbringsel aus aller Welt sammelte der Künstler dort.

Auch Sportler kommen auf ihre Kosten: Gerade für Surfanfänger sind die Wellen am Strand von Reñaca perfekt. Für kleines Geld kann man sich hier den ganzen Tag mit dem Surfboard vergnügen. Auch wenn ich am Ende des Aufenthaltes leider kein Profi geworden bin, bereitete mir das Wellenreiten sehr viel Freude.

 

Sprich lauter, sonst hört dir niemand zu!”

Diese sehr liebgemeinte Aufforderung meines Gastvaters trifft die chilenische Art der Kommunikation meinen Erfahrungen nach ziemlich genau. Anfangs glänzte ich mit Zurückhaltung und einer eher ruhigen Art, was sich im Laufe des Austauschs durch meine Familie änderte. 😊

Eine weitere sprachlich-kulturelle Besonderheit ist die Art der Kommunikation. Ich musste feststellen, dass es in Chile als vollkommen normal gilt, seinem Gesprächspartner ins Wort zu fallen! Versteht mich nicht falsch, dies ist keineswegs unhöflich gemeint. Man drückt damit viel mehr Sympathie und sein eigenes Interesse an dem bereits Gesagten aus.

Es ist allgemein bekannt, dass Spanisch eine der am meisten gesprochenen Sprachen der Welt ist. Die hispanohablantes (Spanisch Sprechenden) pflegen unzählige regionale Eigenheiten- so auch in Chile. Bereits vor Antritt der Reise warnte man uns vor dem unverständlichen und schnellen Spanisch der Chilenen – kein Wunder, wenn durchschnittlich zwischen acht und neun Silben in einer Sekunde gesprochen werden! Im Gegensatz zu unserem oft etwas monoton klingenden, langsamen Deutsch wirkt Spanisch sehr dynamisch. Die ersten Wochen musste ich mich erst mal an dieses Tempo gewöhnen, bis ich Schritt halten konnte. Trotzdem war ich überrascht, wie einfach man sich auf eine andere Sprache einstellen kann. Durch das ständige Hören, Lesen und Sprechen träumte ich sogar nach einigen Wochen auf Spanisch.

 

Kurz gesagt

Durch den Kulturaustausch in Chile wurde ich nachhaltig für Nuancen in der Kommunikation sowie generell im Umgang mit anderen Kulturen sensibilisiert. Eine Eigenschaft, die in unserer globalisierten Welt stetig an Bedeutung gewinnt. Neue Perspektiven einzunehmen, stärkt den Sinn für Toleranz und Respekt gegenüber anderen, weshalb ich sehr dankbar bin, diese Erfahrungen bereits mit 16 Jahren gemacht zu haben. Auch heute erinnere ich mich noch gerne an die Zeit zurück und kann jedem nur empfehlen, dieses wunderschöne Land einmal zu besuchen!

 

 

 

SPRACHE IST WANDEL

Und auch in der Sprachenfabrik tut sich wieder etwas. Seit Juni bereichert Farina Schmidt-Degenhard unser Projektmanagementteam am Standort Bielefeld – personell, fachlich und menschlich. Eine akademisch ausgebildete und berufserfahrene Sprache(n)liebhaberin – wie ihr im Folgenden selbst lesen könnt.

Wir freuen uns sehr, dass Du bei uns bist, liebe Farina!

 

„Gustav? Der wurde gestern gekorbt“, erzählt meine große Tochter letztens beim Abendbrot über einen Freund. „Er wurde was?“, frage ich nach, „Gekorbt?“. Gustav als menschlicher Basketball kopfüber in einem Basketballkorb? Hm, der Junge ist 14 Jahre alt – da ist alles möglich. „Na ja, Esma wollte den nicht weiter daten halt“, erklärt sie und da versteh ich es auch: Gustav hatte einen Korb bekommen. So hieß das jedenfalls früher mal. Und jetzt eben korben. Er, sie, es korbt (bzw. wird gekorbt, also wenn man Pech hat). Aus einer dreiteiligen Konstruktion wird ein einzelnes Verb. Ganz verdichtet auf das bedeutungstragende Wort. Wie wunderbar effizient Sprache sein kann.

Sprache verändert sich. Die ganze Zeit.

Wie praktisch, dass wir auf unserem sich rasant verändernden Planeten die Möglichkeit haben, unser wichtigstes Werkzeug dem sich ständig umkrempelnden Alltag anzupassen, es zu gestalten und an immer wieder neuen Stellen zu schärfen.
Ich mag, dass Sprache so eindeutig spürbar von Menschen gemacht wird: Geprägt, vorangetrieben, für gut oder schlecht befunden, ignoriert oder von einer kritischen Masse an Sprecher*innen in das eigene Lexikon aufgenommen und fortan verwendet. Sprache wird ständig geprüft und verhandelt und so ganz ohne Konflikte bleibt es dabei oftmals nicht ­– Sprache ist eben politisch. Sie bringt zusammen, trennt aber auch, die Entwicklung von Sprache ist ein dynamisches Geschehen.

Ich mag Sprachwandel, denn er macht sichtbar, wie wir uns als Menschheit ständig weiterentwickeln. Und ich freue mich immer, wenn er mir so bewusst wie neulich beim Abendessen über den Weg läuft.

Meine Sprache, deine Sprache, unsere Sprache

Ich bin Farina Schmidt-Degenhard und bin neu im Projektmanagement-Team der Sprachenfabrik. Bei unserem Agenturnamen sind mir die ersten sieben Buchstaben besonders wichtig: Sprache. Dieser ultimative Kleber, der unser Miteinander möglich macht. Ein Miteinander aus ganz unterschiedlichen Sender*innen und Empfänger*innen: Menschen, Unternehmen, Marken, Organisationen, die in vielen verschiedenen Beziehungsgeflechten und Absichten zueinander stehen: Sprache bringt uns zusammen.
Das richtige Wording für die passende Zielgruppe im stimmigen Kanal: Alles ist Kommunikation und alles kann kommunikativ gestaltet werden – je bewusster, aktiver und professioneller, desto erfolgreicher erreicht man dabei die eigenen Ziele. Das durfte ich in den vergangenen elf Jahren als Projektmanagerin in einer großen Kommunikationsagentur lernen und vorantreiben. Dort lag mein Schwerpunkt in der Betreuung von Konzeption und Erstellung von Kundenmagazinen. Besondere Freude hat mir dabei gemacht, ganz unterschiedliche Menschen mit redaktionellen Inhalten in ihrem Alltag zu erreichen, ihnen Content im besten Fall auf den Couchtisch zu liefern. Content, der unterhält, hohen Mehrwert bietet und gleichzeitig genau die Botschaften transportiert, die der Absender gern vermitteln möchte.

Ich freue mich sehr, meine Erfahrungen nun in der Sprachenfabrik zu vertiefen. Was für ein offener, zugewandter Ort, an dem ich in einem herzlichen und hilfsbereiten Team arbeiten darf. Umso schöner, dass hier zudem ein weiterer Buchstabe im Fokus steht, der aus „Sprache“ „Sprachen“ macht und die Möglichkeiten, noch mehr Menschen zu erreichen, damit quasi ins Unendliche erweitert. Oder um dem Basketball doch noch eine Chance zu geben: Die Sprachenfabrik und ich? Treffer, versenkt.

Bienvenue in der Sprachenfabrik

Wir haben die große Freude, unsere neue Kollegin vorzustellen: Rebecca But verstärkt seit Anfang Mai unser Projektmanagementteam in Bielefeld. Nach Abschluss des Bachelorstudiengangs Mehrsprachige Kommunikation (TH Köln) befindet Rebecca sich nun in den finalen Zügen ihres Masterstudiums Kulturwirt (Universität Essen-Duisburg), für das sie als Abschlussarbeit eine sprachliche Analyse der Umweltkommunikation führender französischer Unternehmen durchführt. Zu unserer Freude hat sie sich dazu entschieden, parallel bei uns ins Berufsleben zu starten.

Aber erzähl selbst, liebe Rebecca!

 

L’amour für die französische Sprache

Avec plaisir! Sprachen sind mein Ding – und das in all ihren Facetten. Diese Leidenschaft hat mich schon immer begleitet, angefangen in der Schulzeit, in der ich meine Liebe für die französische Sprache entdeckt habe. Nach dem Abitur wurde ich allerdings erst mal ins kalte Wasser geschmissen. Als Au-pair habe ich zwölf Monate lang in Frankreich gelebt und in der Anfangszeit tatsächlich nur Bahnhof verstanden. Das hat sich glücklicherweise schnell gebessert und ich habe ein Gefühl für Sprache, Kultur und Menschen des Landes entwickelt. Diese Begeisterung hat seitdem nicht mehr aufgehört.

 

Französisch ist nicht gleich Französisch

Wisst ihr, was ein Kusselkopp ist? Oder was ich meine, wenn ich von einem Pättken spreche? Begriffe und Kommunikationsmuster scheinen für uns in unserer eigenen Realität oft selbstverständlich zu sein. Treffen wir auf Menschen mit anderen Hintergründen – egal ob regional, kulturell, sozial etc. – wird uns klar: Es gibt Unterschiede! Mit Beginn meiner Studienzeit in Köln sind mir diese so deutlich wie nie zuvor bewusst geworden. Mit meinen aus verschiedenen Regionen Deutschlands stammenden Mitstudierenden fand die ein oder andere teils hitzige, wenn auch nicht immer ganz ernst gemeinte, Diskussion darüber statt, warum es „Purzelbaum“ und nicht wie erwähnt „Kusselkopp“ heißt (Bezeichnungen für eine Rolle vorwärts) oder was genau denn jetzt ein Pättken sei (vor allem Münsterländer Ausdruck für einen kleinen Pfad).

Regionale Varianten gibt es natürlich auch im Französischen und kommen zudem außerhalb von Frankreich vor, was ich persönlich total spannend finde. Daher habe ich mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit der sprachlichen Situation des kanadischen Französischs gewidmet. Konkret habe ich untersucht, wie sich eine bestimmte staatliche Institution aus Quebec für den Erhalt der Variante auf dem durch anglofone Sprecher*innen dominierten nordamerikanischen Kontinent einsetzt.

 

Tu comprends le créole ?

Eine intensive und praktische Erfahrung war mein Auslandspraktikum im französischen Übersee-Département La Réunion, das im Indischen Ozean ca. 700 km östlich von Madagaskar liegt. Aufgrund meiner bis dahin erlangten Kenntnisse der französischen Sprache fühlte ich mich für die Zeit grundsätzlich gut vorbereitet. Als ich bei meiner Ankunft allerdings mit einem freundlichen „Bonzhour kossa i di?“ (deutsch: „Guten Tag, wie geht es Ihnen?“) begrüßt wurde, konnte ich dem zunächst nur ein verlegenes „Je ne comprends pas.“ („Ich verstehe nicht.“) entgegnen. Auf La Réunion ist zwar die Amtssprache Französisch, jedoch verwendet die Mehrheit der Bevölkerung als erste Sprache das lediglich auf dem Französischen basierende Réunion-Kreolisch. Das war für mich als Nicht-Einheimische gleichermaßen schwierig wie faszinierend, sodass ich während meines gesamten Aufenthaltes auf der Insel jede Gelegenheit der Kommunikation auf Kreolisch genutzt habe und nach einiger Zeit erste (wenn auch kleinere) Erfolge verbuchen konnte.

 

Mein Weg in die Sprachenfabrik

Zuletzt war ich zwei Jahre lang als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Romanische Sprachen und Literaturen der Universität Essen-Duisburg tätig. Dank meiner Unterstützung bei der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen bin ich mit einer Vielzahl von (Fach-)Texten rund um die französische Sprachwissenschaft in Berührung gekommen, woraus sich auch das insbesondere in unserer heutigen Zeit so wichtige Thema Umwelt als Forschungsbereich für meine Masterarbeit entwickelt hat.

In einer Vorlesung in der Universität haben wir über mögliche Tätigkeitsfelder im Umfeld der Übersetzung gesprochen, zu denen Agenturen für internationale Kommunikation zählen. Eine gezielte Recherche hat mich auf die Internetseite der Sprachenfabrik geführt, auf der ich neben der Stellenausschreibung auch auf den Blogartikel über das Berufsbild der Projektmanager*innen gestoßen bin. Für mich stand direkt fest: Die Stelle ist wie für mich gemacht und auch ich möchte Teil der Sprachenfabrik werden!

Dieser Entschluss sollte sich auch im Laufe der superangenehmen Bewerbungsgespräche bestätigen. Bereits nach kurzer Zeit habe ich festgestellt, dass ich meiner Leidenschaft für Sprachen durch meine Tätigkeit als Projektmanagerin hier in der Sprachenfabrik nachgehen kann. Auch nach meiner strukturierten Einarbeitung unterstützen mich meine ebenso wie ich sprachbegeisterten Kolleg*innen tatkräftig und ich lerne tagtäglich Neues. Besonders gut gefallen mir die Arbeit und Kommunikation mit den vielfältigen Kund*innen und Dienstleister*innen in den vielen abwechslungsreichen Projekten. Gemeinsame Mittagspausen mit meinen lieben Kolleg*innen, tierische Besuche von Bürohunden und die Aussicht auf Teamevents wie Tipprunden zu Fußballveranstaltungen und Grillabende weiß ich dabei besonders zu schätzen!

Et voilà, da bin ich: glückliches Mitglied der Sprachenfabrik-Familie, in der ich herzlich aufgenommen wurde und mich seit Tag eins pudelwohl fühle. Ich danke meinen Kolleg*innen dafür und blicke mit Vorfreude und Neugierde auf unseren gemeinsamen Weg!